«Die Kübel müssen weg»

Utzenstorf

Der tödliche Töffliunfall auf der Bahnhofstrasse erhitzte an der Utzenstorfer Gemeindeversammlung die Gemüter.

Kerzen und Blumen erinnern an das Unglück.

Kerzen und Blumen erinnern an das Unglück.

(Bild: Thomas Peter)

Es ist tragisch, was geschehen ist. In der Nacht auf letzten Samstag ist auf der Bahnhofstrasse in Utzenstorf ein Mofafahrer schwer verunfallt. Die Meldung erreichte die Polizei um 0.25 Uhr. Gemäss aktuellen Erkenntnissen ist der 79-Jährige von der Gotthelfstrasse her in Richtung Bahnhof unterwegs gewesen, als er mit einem Betonelement zusammenprallte und stürzte. Drittpersonen kümmerten sich um ihn, bis die Rettungskräfte eintrafen. Trotz Wiederbelebungsversuchen verstarb der Mann noch auf der Unfallstelle. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang sind im Gang. 

Das Unglück beschäftigte am Mittwochabend auch die Utzenstorfer an der Gemeindeversammlung und wühlte die Gemüter auf. Der Blumenkübel, der den Unfall verursacht haben könnte, sorgte  für zahlreiche Wortmeldungen. «Die Kübel müssen weg», lautete der Tenor. Aufgestellt wurden sie vor wenigen Monaten wegen der neuen Tempo-30-Zone, um die Geschwindigkeit zu drosseln und die Strasse beim Bahnhof für Fussgänger und Langsamverkehr – ironischerweise – sicherer zu machen.  

Die 30er-Zone und die Verkehrsberuhigungen lösten schon bei der Planung Diskussionen bei der Bevölkerung aus. Dann wiederum hiess es, der Gemeinderat solle vorwärtsmachen. Die Gemeinde entschied sich schliesslich unter anderem für Blumenkübel. 

Kübel seien schlecht sichtbar

«Eigentlich sollte weniger passieren, nicht mehr», sagte ein Votant an der Versammlung. Die Kübel seien schlecht sichtbar. Auch Velofahrer seien schon kollidiert. «Sie sind sehr ungünstig dort. Es darf nicht noch mehr passieren», betonte er. Der Gemeinderat müsse die Kübel wegräumen lassen und dann weiterschauen. Für seine Aussagen erntete er Applaus. Die Kübel seien einfach zu tief, fand eine Frau. Sie sprach von Lastwagen, die dort stehen würden, was gefährlich sei. Es wäre besser, Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen, meinte jemand.

«Eigentlich sollte weniger passieren, nicht mehr.»Ein Votant

Ein versuchter Antrag aus der Versammlung allerdings, die Poller auf der Bahnhofstrasse sofort zu entfernen, war nicht zulässig. Denn sie waren nicht traktandiert. Notwendige Massnahmen zu ergreifen, liege zudem in der Verantwortung des Gemeinderates, hiess es. Ein anderer Anwesender wollte sie sogleich eigenhändig wegtransportieren. 

Doch so schnell, wie die Bürger sich das wünschen, wird es nicht gehen. Man sei dran, sagte Gemeinderatspräsident Beat Singer. Nach dem Unfall habe der Gemeinderat an seiner Sitzung am Montag ein erstes Mal darüber diskutiert. Eine Idee sei, die Blumenkisten besser sichtbar zu machen und mit einer Beleuchtung zu versehen. Oder eben, sie entfernen.

Die Frage sei auch, ob andere Massnahmen möglich seien, um die Geschwindigkeit zu brechen.  Eine 30er-Zone wie diese bedinge Massnahmen in irgendeiner Form. Inwiefern was erlaubt sei, müsse man abklären. «Der Gemeinderat ist gefordert, eine Lösung zu finden.» Die Betroffenheit ist auch beim Gemeinderatspräsidenten hoch: Singer drückte sein Bedauern ob des tragischen Unfalls aus.

Berner Zeitung

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