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Die Kritiker sind jetzt gefordert

Der Kommentar von Redaktor Martin Burkhalter zum Nein der Rüegsauer Stimmenden zum Schulausbau in Rüegsau.

Martin Bukrhalter

Gemeindepräsident Fritz Rüfenacht hat es richtig gesagt: Das Volk hat gesprochen und den Weg aufgezeigt. Die Rüegsauerinnen und Rüegsauer wollen kein Grossprojekt. Sie wollen nicht auf einen Schlag 18 Millionen Franken ausgeben. Das ist ein demokratischer Entscheid. Den gilt es zu respektieren. Und es gibt sie ja auch, die anderen, wohl sogar günstigeren Lösungen.

Die Frage stellt sich aber, ob günstiger auch immer besser ist. Das Gebäude des Sekundarschulhauses, um das es bei dieser Abstimmung ja auch ging, wurde vor genau 100 Jahren erbaut. Gekostet hatte es 100-mal weniger, also 180'000 Franken. Wie sehr das die Gemeindefinanzen damals belastete, ist schwer zu sagen. Klar ist aber, dass das Schulhaus auch heute noch steht und auch noch genutzt wird.

Was dieses Beispiel zeigen soll: Weitsicht schadet nicht. Vor ­allem dann nicht, wenn es um die nachfolgenden Generationen geht. Dazu kommt, dass Rüegsau hier nicht nur für sich allein entschieden hat. Auch Kinder aus Hasle, ­Lützelflüh, Affoltern und ­Heimiswil gehen dort zur Schule. Fritz Rüfenacht hat es immer wieder betont: Für die einkassierten Schulgelder muss die ­Gemeinde auch etwas bieten.

Rüegsau hätte die Chance gehabt, gerade noch rechtzeitig eine moderne, zukunftsweisende Schulanlage zu realisieren, die auch die erhöhten Schülerzahlen ab 2020 hätte auffangen können. Jetzt aber ist die Gemeinde wieder zurück auf Feld eins und gezwungen zu improvisieren. Nochmals zehn Jahre Planung kann sie sich nicht leisten. Man darf gespannt sein, wie die «Zusammenarbeit» mit den Kritikern aussehen wird und ob günstiger auf die Dauer nicht doch plötzlich teurer wird.

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