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Die Kinder schaufeln mit

Die Schule Lyssach erhält einen neuen Pausenplatz. Dafür haben die Schülerinnen und Schüler Ideen eingebracht. In einer Projektwoche Anfang April sollen auch sie beim Bau mit anpacken.

Nadja Noldin
Der Pausenplatz soll farbenfroher werden.
Der Pausenplatz soll farbenfroher werden.
Thomas Peter

Wäre es nur nach den Kindern gegangen, so gäbe es wohl bald einen Swimmingpool auf dem Schulareal in Lyssach. Das begeisterte die Lehrpersonen weniger und hätte sicher auch den Budgetrahmen gesprengt. Aber auch sonst sprudelten die Schülerinnen und Schüler vor Ideen über. Sie waren offenbar voll motiviert bei der Sache, als es vor knapp einem Jahr darum ging, bei der Ideensammlung mitzuhelfen, wie sie sich den neuen Pausenplatz vorstellten. Die Kinder durften mitreden, mitüberlegen, mitentwickeln.

65 000 Franken gesprochen

Der Pausenplatz der Schule Lyssach soll in diesem Frühling farbiger, naturnaher und attraktiver werden. In der Projektwoche Anfang April werden die Schülerinnen und Schüler sogar selber mit anpacken. «Der Platz soll ein Ort für alle Kinder werden», erklärt Lehrerin Linda Staub die Vision. Sie ist für das Projekt vonseiten der Schule zuständig. Es wird eine grosse Kiste für die Schule: Für die Aufwertung hat der Lyssacher Gemeinderat kürzlich einen Kredit von 65 000 Franken genehmigt.

Für das Vorhaben war eine längere Vorbereitungszeit nötig. Bereits vor einigen Jahren wurde die Idee in die Runde geworfen. Dann habe es eine Weile gedauert, bis der neue Schulleiter Thomas Bürki sich der Sache angenommen habe und auf sie zugekommen sei, sagt Linda Staub. Das Projekt kam ins Rollen. Zur professionellen Unterstützung wurde im Herbst 2016 die Fachstelle Spielraum aus Bern ins Boot geholt, die schon an verschiedenen Orten Spielplatzprojekte betreut hat.

«Bei einem ersten Treffen wurde der Istzustand aufgenommen, und wir besprachen, was wir uns vorstellten», sagt Staub weiter. Lehrpersonen und Eltern wurden mittels Umfrage einbezogen. Und natürlich wurden die Kinder nach ihren Wünschen gefragt. An einem Morgen im letzten April arbeiteten die Lyssacher Erst- bis Neuntklässler unter Anleitung der Spezialisten emsig: Die jüngsten Kinder bauten Zwergenlandschaften, die grösseren malten mit Kreide ihre Ideen direkt auf den Pausenplatz, suchten im Internet Bilder und gestalteten Plakate.

Verschiedene Bedürfnisse

Daraufhin wurde abgeklärt, was finanziell und architektonisch überhaupt machbar ist. «Es galt nun, die verschiedenen Bedürfnisse der Altersklassen und auch die Anliegen und Befürchtungen der Erwachsenen unter einen Hut zu bringen», sagt Lehrerin Staub. Das hiess, Kompromisse einzugehen und zu verzichten.

Nach weiteren Planungstagen mit Hauswart, Vertretern der Gemeinde und dem Lehrerkollegium wurde das Projekt konkret: Es wird einen grossen Buddelsandkasten mit Wasserzugang und Sonnen­segel beim Kindergarten geben, auf der Rasenfläche einen Hügel, ein Balanciergerät und daneben ein Bodentrampolin. Dazu kommen Rundholzbänke um die Platanen, eine Lounge für die Oberstufenschüler, mobile Podeste, Spielgeräte wie Pneuscooter und Stangentennis sowie Bemalungen. Demnächst wird ein Landschaftsgärtner beauftragt. Aber viel werden die Kinder in der Projektwoche selber leisten. Auch die Eltern sollen beim Graben und Schaufeln mithelfen.

Sorge tragen

Sicher habe man sich auch Gedanken wegen des Vandalismus gemacht, sagt Linda Staub. Aber indem die Kinder und Jugendlichen selber Verantwortung übernähmen und in den Prozess von der Planung bis zur Umsetzung involviert seien, erhoffe man sich, dass die mobilen und fixen Elemente verschont bleiben – ganz nach dem Motto: «Die Kinder und Jugendlichen tragen Sorge zu dem, was sie selber gemacht haben», ist die Lehrerin überzeugt. Der Platz solle im Übrigen in der unterrichtsfreien Zeit allen Kindern aus Lyssach zur Verfügung stehen, so auch Eltern mit kleineren Kindern. Mit einem Schulfest Anfang ­Juli vor den grossen Ferien soll der neue Pausenplatz offiziell eröffnet werden.

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