Die Kabel sollen in den Boden

Schangnau

Jedes Jahr investiert die Elektrizitätsgenossenschaft gegen 100'000 Franken, um Stromleitungen in den Boden zu verlegen. Wieder ist ein Gesuch publiziert.

Auslöser für das Projekt war, dass einem Liegenschaftsbesitzer am südlichen Dorfrand von Schangnau ein Strommast im Weg stand (Symbolbild).

Auslöser für das Projekt war, dass einem Liegenschaftsbesitzer am südlichen Dorfrand von Schangnau ein Strommast im Weg stand (Symbolbild).

(Bild: zvg)

Susanne Graf

Das Eidgenössische Starkstrominspektorat muss über ein Gesuch der Elektrizitätsgenossenschaft Schangnau befinden. Diese will eine Stromleitung in den Boden verlegen. Auslöser für das Projekt sei gewesen, dass einem Liegenschaftsbesitzer am südlichen Dorfrand ein Strommast im Weg stehe, erklärt Präsident Rudolf Stettler auf Anfrage. Deshalb will die Genossenschaft, die Schangnau seit über 100 Jahren mit Strom versorgt, wieder einen Teil ihres Freileitungs­netzes in den Boden verlegen.

Geplant sei es, die Leitung unter der Hauptstrasse hindurch zu ziehen und Richtung Rütti/Scheidbach eine ganze Reihe von Leitungsmasten aufzuheben, sagt Stettler. Für die Genossenschaft ist es nichts Aussergewöhnliches, Freileitungen in den Boden zu verlegen. «Wir investieren jedes Jahr etwa 100 000 Franken in solche Arbeiten», sagt Stettler. Denn der Unterhalt unterirdisch verlegter Kabel sei wesentlich günstiger.

Bodenleitungen im Trend

Damit folgt die Elektrizitätsgenossenschaft Schangnau einem allgemeinen Trend, wie Urs Huber vom Esti auf Anfrage erklärt. Jedenfalls in Bezug auf die Spannungsebenen des Verteilnetzes. «Auf diesem Niveau werden eigentlich keine Freileitungen mehr gebaut», stellt er fest. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 sei sogar eine Verkabelungspflicht für Niederspannungsleitungen vorgesehen. Nicht nur die tieferen Unterhaltskosten sprechen laut Huber dafür, die Kabel in den Boden zu verlegen.

Einen Vorteil gegenüber Freileitungen sieht er auch darin, «dass das Landschaftsbild entlastet wird» und dass sie bezüglich Elektrosmog «bedeutend besser abschneiden». Die Kehrseite der Medaille bestehe in den Bauarbeiten und darin, dass der Boden oftmals ohnehin schon mit Infrastrukturanlagen ausgelastet sei. In Schangnau dürfte dies kein Problem sein. Rudolf Stettler geht jedenfalls nicht davon aus, dass sich die Landbesitzer gegen das Vorhaben wehren werden. Sie werden vielmehr froh sein, wenn sie künftig beim Bewirtschaften ihrer Felder keine Strommasten mehr umfahren müssen.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...