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Die jungen Wilden

Trotz einer jungen Mannschaft agieren die Tigers Langnau schon auf einem guten Niveau. Teilweise fehlen aber noch die Cleverness und die Konstanz dafür, gegen die Besten zu punkten. Die Tigers sind in einem Entwicklungsprozess.

Kevin Kropf (rechts), einer der vielen Jungspunde im Team der Unihockey Tigers, zeigt seine Beweglichkeit.
Kevin Kropf (rechts), einer der vielen Jungspunde im Team der Unihockey Tigers, zeigt seine Beweglichkeit.
Marcel Bieri

Die Unihockey Tigers Langnau bauen in dieser Saison gezielt auf Talente. 14 von 23 Akteuren aus der ersten Mannschaft sind 23-jährig oder jünger – nur ein Spieler im Kader ist im Moment älter als 30 Jahre. «Es macht grossen Spass, mit entwicklungsfähigen Talenten zu arbeiten», sagt Tigers-Trainer Niklaus Engel, «es birgt aber natürlich auch einige Risiken.»

In der Tat fehlte den Emmentalern während der ersten neunzehn Runden der regu­lären Saison bisweilen die Konstanz. Oft stimmten Aufwand und Ertrag nicht überein, zudem liess sich die junge Mannschaft zu schnell aus dem Lot bringen, «weil die Balance noch etwas gefehlt hat», wie Engel konstatiert.

Die 3:8-Niederlage im Heimspiel vom letzten Samstag im kantonalen Derby gegen Floorball Köniz war ein Paradebeispiel dafür, dass sich die Equipe in einem Entwicklungsprozess befindet. Die Tigers spielten gut, aber ungeschickt. Sie agierten kreativ, aber zu verspielt.

Sie generierten viele Chancen, aber kassierten Gegentreffer nach Kontern. Mit diesen «Lehrblätze» müsse man im Moment noch leben, erklärt Engel und fügt an: «Vor allem aber müssen wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen.»

Es braucht Efforts

Trotz einigen unglücklichen und knappen Niederlagen gegen fa­vorisierte Gegner lässt sich die Ausbeute der jungen Tiger in der bisherigen Spielzeit durchaus ­sehen. Die Talente überzeugten mit viel Spielwitz, sammelten ­eifrig Skorerpunkte. Einige sind schon wichtige Bausteine im Teamgefüge.

Drei Runden vor Qualifikationsschluss haben die Emmentaler die Playoffs zudem schon sicher – und letztlich pro­blemlos – erreicht. Ein Umstand, den Coach Engel aufgrund der Jugendlichkeit der Mannschaft als «überhaupt nicht selbstverständlich» erachtet.

«Man muss auch den Mut haben, so konsequent auf junge Akteure zu setzen, denn schliesslich will man ja in der Liga auch konkurrenzfähig bleiben.» Wettbewerbsfähig sind sie, die Emmentaler, augenfällig ist indes die Tatsache, dass es gegen die Spitzenteams resultatmässig noch hakt.

So ergaben sich aus den Be­gegnungen gegen die ersten vier der Tabelle lauter Niederlagen. Umgekehrt weisen die Tigers gegen die fünf am schlechtesten klassierten Equipen der Liga eine fast makellose Bilanz auf (ausser gegen Kloten-Bülach).

«Gegen die Teams im hinteren Teil der Tabelle ist schon genügend Substanz da, während es gegen die Spitzenmannschaften noch Efforts braucht dafür, zu punkten», sagt Engel. In den verbleibenden drei Runden werden die Langnauer dreimal auf ein Topteam treffen.

Dabei bietet sich ihnen die Chance, sich dem hohen Niveau der helvetischen Topklubs – frei von Druck – anzunähern und die Playoffs zu simulieren. «Jetzt braucht es den Feinschliff, damit wir auch in den Playoffs gegen ein Spitzenteam eine Chance haben», sagt Engel.

Samuelssons helfen mit

Etwas Nachhaltiges soll entstehen im Emmental. Mithelfen sollen dabei die schwedischen Ausnahmekönner Johan (28) und Anton Samuelsson (29), die den Jungen Kniffs und Tipps mit auf den Weg geben sollen. «Sie bieten den vielen Talenten allein schon wegen ihrer Klasse einen Rückhalt», sagt Coach Engel.

Gut, dass die Skandinavier im Hinblick auf die Playoffs auch wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte zu sein scheinen. Vor allem Anton fehlte den Tigers während mehrerer Spiele aufgrund einer Verletzung, auch Johan fehlte schon wegen kleiner Blessuren.

In den letzten zwei Spielen liefen die Brüder wieder gemeinsam auf. Zusammen mit den jungen Wilden sollen sie in den nächsten Wochen den nächsten Schritt in der Entwicklung gehen. Er lautet: Topteams schlagen.

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