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Der Traum vom Saalbau ist immer noch ein Traum

Mit der Geldbeschaffung ist es nicht so gelaufen, wie es sich der Gemeindepräsident erhofft hatte.

Für Grossanlässe, wie den Besuch von Bundespräsident Ueli Maurer 2013, muss heute die Turnhalle umgebaut werden.
Für Grossanlässe, wie den Besuch von Bundespräsident Ueli Maurer 2013, muss heute die Turnhalle umgebaut werden.
Hans Wüthrich

Knapp drei Millionen Franken. Das ist viel Geld für eine Gemeinde mit weniger als 1'200 Einwohnern und einer Steueranlage von 2,0. Gemeindepräsident Matthias Sommer ist aber überzeugt, dass ein für diese Summe erstellter Saalbau in Röthenbach viele Probleme lösen würde. Die Vereine müssten nicht mehr mühsam den Turnraum in der Mehrzweckhalle Hübelischachen umbauen, wenn sie ihre Grossanlässe durchführen wollen.

Und sie müssten ihre Veranstaltungen nicht in den Schulferien über die Bühne gehen lassen, wenn viele Familien ohnehin verreist sind. Zudem könnten in einem Saalbau auch einfache Übernachtungen angeboten werden, was der Tourismusförderung dienen würde und somit dem örtlichen Gewerbe. Sommer ist überzeugt, dass manche Hochzeitsgesellschaft nach der Trauung im schmucken Kirchlein Würzbrunnen das Fest im Ort ausklingen liesse, wenn sie denn die Möglichkeit hätte. Auch die Abwanderung, die mit einem neuen Angebot vielleicht gebremst werden könnte, führt der Gemeindepräsident als Argument für den Bau ins Feld und fasst zusammen: «Wir könnten mehrere Fliegen auf einen Streich schlagen.»

Kein Hauptsponsor

Doch den Initianten ist es nicht gelungen, in der Bevölkerung eine Welle der Begeisterung auszulösen. Im Februar hatten sie an einer Informationsveranstaltung gezeigt, wie das neue Gebäude auf dem Platz, auf dem einst das Rössli stand, aussehen könnte. Der skizzierte Bau mitten im Dorf habe vielen rein optisch nicht gefallen, weiss Gemeindepräsident Sommer inzwischen. So hätten sie es gar nicht erst versucht, bei potenziellen Geldgebern vorzusprechen.

Ziel der Initianten war es, im Laufe dieses Jahres durch das Anzapfen aller denkbaren Quellen Kapital zu beschaffen. Auf der Website der Gemeinde wurde ein Spendenbarometer eingerichtet. Aktuell sind etwas über 55'000 Franken zugesagt. Und der Lotteriefonds des Kantons Bern habe 250'000 Franken in Aussicht gestellt. Es sei ihnen aber bisher nicht gelungen, einen Hauptsponsor für das Projekt zu gewinnen, sagt Sommer. Er dachte dabei an gut betuchte Heimweh-Röthenbacher wie jenen, der beim Bau der Mehrzweckhalle und des Chuderhüsi-Turms in die Tasche gegriffen hat. Aber für das Saalbauprojekt gingen bisher die Türen zu den Reichen dieser Welt nicht auf.

Plan B

In Röthenbach wird jetzt geprüft, ob die Bedürfnisse der Vereine mit einem Anbau an der Mehrzweckhalle auch zu befriedigen wären. Dies könnte allenfalls gleichzeitig mit der ohnehin notwendigen Sanierung der Turnhalle geschehen. «Aber auch dieser Plan B wird teuer», gibt der Gemeindepräsident zu bedenken. Und vor allem löse er das Problem nicht, dass der Schulbetrieb und die Veranstaltungen zeitlich aneinander vorbeikommen müssten. «Mit einem Anbau würden wir diese Verknüpfung auf Generationen hinaus zementieren.» Sommer mag die Idee vom Saalbau deshalb noch nicht beerdigen. «Obwohl es vielleicht heisst, wir seien naiv, halten wir noch an Plan A fest.»

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