Schangnau/Röthenbach

Der Sturm hat sich gelegt

Schangnau/RöthenbachSeit Anfang Jahr beziehen die Schangnauer und Röthenbacher ihr Bargeld in der Bäckerei. Dafür müssen sie nun aber keine Gebühr bezahlen.

Seit Ende November 2017 ist die Filiale der Raiffeisenbank in Schangnau geschlossen.

Seit Ende November 2017 ist die Filiale der Raiffeisenbank in Schangnau geschlossen. Bild: Thomas Peter

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«Es läuft gut», sagt Anita Wüthrich. Sie ist Inhaberin der Bäckerei Bieri, die nicht nur in Schangnau einen Laden betreibt, sondern auch in Röthenbach. In beiden Dörfern haben die Verkaufsstellen am 1. Januar 2018 die Funktion eines Bancomaten übernommen. Seit die Raiffeisenbank Oberes Emmental ihre Filialen geschlossen hat, hätten die Schangnauer und Röthenbacher keine Möglichkeit mehr gehabt, im Dorf Bargeld zu beziehen, wenn die Bäckerei ­Bieri nicht Hand geboten hätte. Nun können sie sich in den beiden Dorfläden nicht nur mit Lebensmitteln, sondern auch mit Noten eindecken. Bis zu 500 Franken pro Tag kann sich der einzelne Kunde aushändigen lassen.

Diese Dienstleistung werde oft genutzt, sagt Anita Wüthrich. Sie berichtet von zufriedenen Kunden. Das wäre kaum der Fall, wenn die Bankverantwortlichen nicht nachgegeben hätten. Als sie die Schliessung der Filialen kommunizierten, hatten sie noch vor, für den Bargeldbezug in den Dorfläden jeweils eine Gebühr von 4.50 Franken zu verlangen. Dagegen wehrten sich die Schangnauer und Röthenbacher. Jetzt lässt der Verwaltungsrat das Bargeld ohne Aufpreis aushändigen.

«Anfänglich hatten die Kunden noch Angst, wenn sie bei uns Geld holen, könnten wir nachschauen, wie viel sie auf dem Konto haben», erwähnt Anita Wüthrich einen weiteren Punkt, der bei der Bevölkerung zuerst Widerstand provozierte. «Aber jetzt wissen sie, dass wir keine Einsicht in die Bankdaten haben.» Nach einer kurzen Anlaufzeit klappe alles bestens, und der anfängliche Wirbel habe sich gelegt, stellt die Geschäftsfrau fest.

Und der Bancomat?

In einem anderen Punkt hatten die Röthenbacher bislang weniger Erfolg als im Kampf gegen die Gebühr. Den Bancomaten am ursprünglichen Ort aufrechtzuerhalten sei für Raiffeisen Oberes Emmental keine Option gewesen, nachdem die gemieteten Räumlichkeiten der Filiale weggefallen seien, erklärt Gemeindepräsident Matthias Sommer auf Anfrage. Der Gemeinderat habe daher angeregt, zu prüfen, ob ein Raiffeisen-Bancomat in einem gemeindeeigenen Gebäude oder ein freistehendes Modell auf öffentlichem Grund möglich wäre.

«Als weitere Option haben wir einen gemeinsamen Bancomaten mit einem anderen Finanzinstitut vorgeschlagen», berichtet Sommer. «Mindestens diese Idee wollte der Verwaltungsrat Raiffeisen Schweiz unterbreiten.» Noch steht die Antwort aus. Aber Sommer hat wenig Hoffnung, dass die Verantwortlichen in St. Gallen dazu Hand bieten werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.02.2018, 16:42 Uhr

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