Koppigen

Der Rat legt los

KoppigenDie Stimmbürger haben sich für eine Mehrzweckanlage hinter der Badi ausgesprochen. Aber sie dürfe nicht zu teuer werden. 2022 soll der Bau fertig sein.

Auf dieser Wiese im Vordergrund, neben dem Freibad, könnte dereinst gebaut werden.

Auf dieser Wiese im Vordergrund, neben dem Freibad, könnte dereinst gebaut werden. Bild: Thomas Peter

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Eine Mehrzweckanlage für Koppigen? Und wenn ja, wo? Die Behörden griffen zum zweiten Mal in der Geschichte der Gemeinde zum speziellen Mittel der Volksbefragung an der Urne. Und das Verdikt des Volkes ist klar: 810 Stimmberechtigte gaben Rückmeldung, davon waren 560 (69 Prozent) für die Anlage und 250 (31 Prozent) dagegen. Die Beteiligung lag bei 50 Prozent.Der Gemeinderat wollte sich so eine Legitimation verschaffen, um das Projekt weiterverfolgen zu können. Und die hat er bekommen: «Wir sind selber erstaunt, wie deutlich das Ergebnis ausgefallen ist», sagt Gemeindeschreiber Peter Kindler. Mit der Konsultativabstimmung sei das Projekt in der Bevölkerung nun breit abgestützt. Der Souverän habe in einer frühen Phase ein Wörtchen mitgeredet – noch bevor Geld in die Planung gesteckt worden sei.

Rasch anpacken

Was jetzt? Der Gemeinderat nimmt das Verdikt des Volkes als Auftrag entgegen und will vorwärtsmachen. An der nächsten Sitzung Ende März würden das Kernteam der neuen Arbeitsgruppe und die Leitung bestimmt, erklärt Peter Kindler. Zu einem späteren Zeitpunkt würden dann Externe – beispielsweise Planer oder Vereinsmitglieder – einbezogen. In den nächsten Monaten soll der Kredit für die Planungen gesprochen und ein Büro beauftragt werden. Ziel ist, dass die Mehrzweckanlage in gut vier Jahren steht, deshalb der Titel «Vision 2022». Kindler: «Uns ist bewusst, dass das ein ambitioniertes Ziel ist und dass es vielleicht nicht ganz so schnell klappt.»

Land gehört der Gemeinde

Bei der Befragung am Wochenende fiel nicht nur das Ja zur Mehrzweckanlage eindeutig aus, eine klare Mehrheit sprach sich auch für den Standort hinter dem Schwimmbad aus. Der Gemeinderat hatte nämlich drei Varianten vorgelegt. Die Variante hinter der Badi erhielt 450 Stimmen. Nur 80 Koppiger waren für den Trainingsplatz beim Schulhaus, 60 für den Ersatz der Turnhalle.

Die Wiese unmittelbar hinter der Badi war auch der Standort, den der Gemeinderat im Vorfeld der Abstimmung favorisiert ­hatte, weil sich dort gleich meh­rere Bedingungen erfüllten: Zum einen befindet sich das Land im Besitz der Gemeinde und wird zurzeit verpachtet. Bereits seit 1976 ist das Grundstück laut Kindler als Zone für Sport und Freizeit ausgeschieden. Zum anderen bestünde genügend Raum für Parkplätze. Die Lage sei dezentral, «allfälliger Lärm würde weniger stören», hält der Gemeindeschreiber fest. Zudem könnten Synergien mit der Badi genutzt werden. Während die Schüler der Unter- und Mittelstufe ihren Sportunterricht in der Turnhalle absolvieren könnten, könnten die älteren dereinst die neue Anlage benutzen. «Der Weg ist für Oberstufenschüler durchaus zumutbar», meint Kindler.

Gescheitertes Projekt

Dass sich der Gemeinderat absichern wollte, kommt nicht von ungefähr. Eine Mehrzweckanlage ist in Koppigen schon seit Jahrzehnten Thema, nicht zum ersten Mal wird ein Projekt angedacht. Der letzte Anlauf vor ein paar ­Jahren scheiterte an den unterschiedlichen Ansprüchen der Vereine und an der prekären Finanzlage der Gemeinde. Das Vorhaben musste damals gestoppt werden, nachdem bereits ein Wettbewerb durchgeführt worden und für das Siegerprojekt eine Mitwirkung gelaufen war.

Dass jetzt erneut ein Versuch gestartet wird, hat damit zu tun, dass es in der Turnhalle an der Willadingenstrasse eng ist. Fast rund um die Uhr ist sie von Schule und Vereinen belegt. Ausserdem kann seit gut zwei Jahren der Sternensaal nicht mehr für Gemeindeversammlungen und andere Anlässe genutzt werden, weil er den Ansprüchen nicht mehr genügt.

Sorgen ums Geld

Wie teuer die Mehrzweckanlage werde, lasse sich heute nur schwer abschätzen, sagt Kindler. Ganz ­sicher würden die Kosten über einer Million Franken liegen, weshalb der Kreditentscheid an der Urne gefällt werden müsse.

Es war übrigens das Geld, das die Bürger in der Volksbefragung am meisten beschäftigte. Auf dem Zettel konnten sie Bemerkungen anbringen, was laut dem Gemeindeschreiber auch ungefähr jeder Dritte getan hat. Gegner befürchteten, dass sich die Gemeinde eine Mehrzweckanlage nicht leisten könne und der Steuerfuss erhöht werden müsse. Befürworter wiederum wiesen darauf hin, dass die Behörden die Kosten im Blick ­haben müssten. «Die Bedenken nehmen wir ernst», sagt Kindler. Man strebe keinen Luxusbau an, sondern einen zweckmässigen. Investitions- wie auch Folgekosten müssten für die Gemeinde tragbar sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.03.2018, 19:37 Uhr

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