Eggiwil/Signau

Der Pfarrer wird für zwei Kirchen tätig sein

Eggiwil/SignauZwei Kirchgemeinden gehen neue Wege: Aus der Not heraus intensivieren sie ihre Zusammenarbeit so stark, dass sie nun gemeinsam einen ­Teilzeitpfarrer anstellen.

Die Anstellung von Simon Taverna ist in Signau bereits beschlossene Sache. In Eggiwil steht die Wahl noch aus.

Die Anstellung von Simon Taverna ist in Signau bereits beschlossene Sache. In Eggiwil steht die Wahl noch aus. Bild: pd

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Am 5. August findet in Eggiwil eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung statt. Einziges Traktandum: Genehmigung der Wahl von Simon Taverna als Pfarrer. Zu 25 Prozent soll er angestellt werden.

In Signau aber ist keine Wahlversammlung angekündigt. Warum? Wenn doch bekannt ist, dass die Kirchgemeinden Eggiwil und Signau gemeinsam einen neuen Pfarrer anstellen wollen? Weil die Signauer in ihrem Organisationsreglement festgeschrieben haben, dass die Wahl eines Pfarrers in der Kompetenz des Kirchgemeinderates liege. Hier sei Simon Tavernas 25-Prozent-Anstellung bereits beschlossene Sache, sagt Ratspräsidentin Lisabeth Steiner.

Stellenantritt 2019

Den Arbeitsvertrag werden die beiden Kirchgemeinderäte gemeinsam ausstellen. «Die Stelle ist untrennbar», betont die Eggiwiler Präsidentin Christine Jenni. Am 5. August werde der Signauer Kirchgemeinderat deshalb den Gottesdienst in Eggiwil besuchen, damit unmittelbar nach der Wahlversammlung die Vertragsunterzeichnung stattfinden könne, verrät Lisabeth Steiner.

Simon Taverna wird seine Stelle am 1. Januar 2019 antreten. Denn auf Ende dieses Jahres wird in Signau Pfarrer Lukas Schwyn pensioniert. Er ist hier neben dem vollamtlichen Pfarrer Stefan Haldemann zu 50 Prozent angestellt.

Nur wegen der bevorstehenden Pensionierung musste die Kirchgemeinde Signau die vom Kanton geforderte Pfarrstellenreduktion noch nicht umsetzen. Denn sowohl Eggiwil als auch Signau wurde 2014 beschieden, sie hätten von 150 auf 120 Stel­lenprozente zu reduzieren.

Die beiden Kirchgemeinderäte, die schon länger eine lose Zusammenarbeit pflegen, erachteten es als einfacher, eine 50-Prozent-Stelle zu besetzen, als wenn jede für sich ein Minipensum ausgeschrieben hätte.

Beide Gemeinden werden 5 Prozent des Lohnes ihres neuen Pfarrers aus der eigenen Kasse berappen.

Schwierige Organisation

In Eggiwil werden künftig gar drei Pfarrer tätig sein. Auf den 1. Januar 2019 wird Hauptpfarrer Ueli Schürch von 100 auf 80 Prozent reduzieren. Für die frei ­werdenden 20 Prozent wird der Schangnauer Pfarrer Volker Niesel fest angestellt. Er füllt aktuell die Lücke, die nach dem Ausscheiden von Teilzeitpfarrer Marc Lauper entstanden war.

«Wir sind uns bewusst, dass die Organisation nicht einfach wird», sagt Ratspräsidentin Christine Jenni. Doch sie ist glücklich, der Kirchgemeinde Simon Taverna zur Wahl vorschlagen zu können. Das weitläufige Gebiet der beiden Gemeinden habe die Suche nicht leicht gemacht, sagt Lisabeth Steiner.

Gemäss Christine Jenni haben die beiden Räte nach verschiedenen anderen Anläufen die Studienabgänger direkt angeschrieben. Simon Taverna sei der Einzige gewesen, der sich gemeldet habe. Durch sein Praktikum in der Kirchgemeinde Signau habe er die Gegend bereits gekannt.

Familienmensch

Der in Eggiwil noch zu Wählende ist 36 Jahre alt und wohnt mit seiner Frau und zwei Kindern in Niederwangen. «Es ist unser Glück, dass er keine 100-Prozent-Anstellung suchte, sondern sich die Familienarbeit mit seiner Frau teilen will», betont Lisabeth Steiner. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.07.2018, 14:55 Uhr

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