Kirchberg

Der Motocrosssport kehrt zurück

KirchbergDrei Jahre nach der letzten Ausgabe in Hasle findet im Emmental wieder ein Motorradrennen statt. Ein Landwirt stellt sein Land in Bütikofen zur Verfügung.

Laut, wild, dreckig: Wie 2014 in Hasle, wo unser Bild entstand, wird es Ende Juli in Bütikofen bei Kirchberg zu- und hergehen.

Laut, wild, dreckig: Wie 2014 in Hasle, wo unser Bild entstand, wird es Ende Juli in Bütikofen bei Kirchberg zu- und hergehen. Bild: Andreas Marbot

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Ende Juli dröhnen im Emmental wieder die Motoren von Motocrossmaschinen. Zum 14. Mal findet das Internationale Motocross Emmental statt. Zum ersten Mal aber in der Gemeinde Kirchberg, genauer im kleinen Weiler Bütikofen.

Die letzten beiden Ausgaben des Rennens waren 2014 und 2015 in Hasle. Doch dort konnten danach ebenso keine Rennen mehr stattfinden wie im benachbarten Rüegsau (siehe Infobox).

Es braucht etwa 9 Hektaren

Nun kehren die Motocrossfahrer und -fans also zurück in die Region. Der Verein Motocrossteam Hasle-Rüegsau hat einen neuen Standort für die Veranstaltung gefunden. Beim Luderhof in Bütikofen finden die Organisatoren genügend Land vor, um die Rennen durchzuführen.

Vereinspräsident Erich Utz erklärt: «Ich kenne den Besitzer des Luderhofs. Er ist solchen Events gegenüber offen. Den Hof hat er verpachtet. Er sagte mir, ich müsse mit dem Pächter klären, ob wir das Rennen dort durchführen können.» Und Pächter Tobias Steffen habe sich einverstanden erklärt.

Laut Utz braucht es für das ­Motocross selbst etwa 3 Hektaren Land und für den Parkplatz nochmals ungefähr deren 6 bis 7. Zudem sollten die Abstellplätze nicht an einem Hang sein. Diese Anforderungen seien in Büti­kofen alle erfüllt. Das ­Motocross­team Hasle-Rüegsau erwartet vom 27. bis 29. Juli etwa 400 ­Fahrerinnen und Fahrer und rechnet mit etwa 5000 Zu­schauern.

Dass ein solches Besucheraufkommen – verbunden mit dem Motorenlärm – nicht allen gefällt, hat Utz schon in Hasle erfahren müssen. In Kirchberg hofft er auf das Verständnis der Bevölkerung. «Es gibt ja sonst keine solchen Anlässe im Dorf.» Zudem sei es nur ein Wochen­ende im Jahr.

«Es gibt vom Motocrossverband ein Reglement, wie laut ein Töff sein darf.» Erich Utz, Organisator

Im Ort werde der Anlass zwar zu hören sein. Doch Utz versucht, die Gemüter gleich zu beruhigen: «Es gibt vom Motocrossverband ein Reglement, wie laut ein Töff sein darf. Und auch vom Strassenverkehrsamt gibt es Vorschriften.» Im Zielraum würden diesbezüglich Messungen gemacht. Wenn ein Motorrad zu laut sei, werde es aus dem Rennen genommen, sagt der Vereinspräsident.

Der Aufbau beginnt

Das Motocrossteam will den Zuschauern ein Spektakel bieten und hat sich einiges vorgenommen. Neben der etwa 1500 Meter langen Rennstrecke wird auch eine Zuschauertribüne aufgestellt. Dazu kommen eine Bar und ein Festzelt.

«Die Motocross­fahrer sind Frühaufsteher. »Erich Utz, Organisator

Am Mittwoch, 25. Juli, können die Motocrossfahrer am Nachmittag bereits auf der Strecke trainieren, am Freitagabend gebe es dann ein Unterhaltungsprogramm, und am Wochenende fänden die Wettkämpfe statt, so Utz. Jeweils bereits um 7 Uhr morgens werden die Rennen gestartet. «Die Motocrossfahrer sind Frühaufsteher», sagt er lachend.

Bereits diesen Freitag werde das Material für die Infrastruktur angeliefert, am Wochenende beginne dann der Aufbau.

Ein Verkehrskonzept erstellt

Mindestens 50'000 Franken kostet laut Utz die Organisation des Events. Landgebühren, Infrastruktur, Aufbau und Sicherheit erwähnt er bei den Ausgabenposten. Auf der Einnahmenseite stünden die Sponsorenbeiträge, das Startgeld der Fahrer, die Zuschauereintritte und die Konsumation. Damit hofft er, dass die Rechnung am Schluss aufgeht oder sogar noch ein Gewinn rausschaut. 20 Franken kostet der Eintritt für beide Renntage zusammen.

Nicht nur die Finanzen muss das Motocrossteam Hasle-Rüegsau im Griff haben, auch sonst gilt es allerlei Anforderungen zu erfüllen. So musste zum Beispiel für den Verkehr ein Konzept erstellt werden. Die Zufahrt zum Renngelände erfolgt über die Eystrasse von Kirchberg her. Die Wegfahrt dann Richtung Kirchberg über die Bütikofenstrasse oder Richtung Grafenscheuren.

Die Gemeinde erteilte dem Verein eine gastgewerbliche ­Bewilligung für den Festbetrieb während der Veranstaltung. Für die Genehmigung der Rennen sei aber der Kanton zuständig, erklärt Gemeindeschreiber Hans­peter Keller (siehe Infobox).

Da noch nie ein solcher Anlass im Dorf stattgefunden habe, sei im Gemeinderat eine Ansprechperson definiert worden. Diese Funktion nimmt nun Beat Schürch (SVP) wahr. Er ist in der Exekutive zuständig für das Ressort Liegenschaften und kennt die Verhältnisse in Bütikofen bestens – wohnt er doch selbst im Weiler. (Berner Zeitung)

Erstellt: 12.07.2018, 06:21 Uhr

Bisherige Standorte

Das internationale Motocross fand ursprünglich auf der Neuenegg statt. Später dann in Rohrbachgraben. 2014 und 2015 fuhren die Maschinen dann im Dicki in Hasle über die Motocrosspiste. Doch dann sammelten Anwohner Unterschriften gegen den Event.

Erich Utz, Präsident des organisierenden Vereins Motocrossteam Hasle-Rüegsau, konnte sich mit den Gegnern schliesslich nicht einigen. Er wollte anschliessend nach Rüegsau ausweichen. Doch dort hatte er die Landbesitzer nicht ausreichend über die Pläne informiert. Utz sagte das geplante Rennen wieder ab (wir berichteten). Nun folgt also ein neuer Anlauf im unteren Emmental. tg

Bewilligung

Wer im Kanton Bern eine motorsportliche Veranstaltung durchführen will, muss beim kantonalen Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt ein Gesuch stellen. Dafür kann man ein schriftliches Formular ein­reichen.

Es müssen umfassende Anforderungen erfüllt werden. Beispielsweise braucht es ein Veranstaltungsreglement, die Zustimmung der Gemeinde, eine Bewilligung der betroffenen Grundeigentümer, einen Zeitplan der Fahrzeiten in Trainings und Rennen, einen Versicherungsnachweis, einen Nachweis über das Bestehen einer Sanitätsdienstorganisation, einen Nachweis, dass genügend Parkplätze vorhanden sind, sowie ein Sicherheitskonzept mit den vorgesehenen Massnahmen zum Schutz der Zuschauer, der Teilnehmer und des übrigen Verkehrs.

«Wir prüfen das Gesuch und ziehen auch Sicherheitsexperten der Kantonspolizei bei», ­erklärt Hanspeter Bütler, Abteilungsvorsteher Verkehrszulassung beim Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt. Auch die betroffene Gemeinde werde angefragt, ob es begründete Argumente gegen die Veranstaltung gebe. «Wir erteilen dann die Bewilligung, wenn alles geprüft ist und alle Anforderungen erfüllt sind», sagt Bütler.

Im Fall des Motocross Emmental sei dies am 6. Juli geschehen. tg

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