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Der Gemeinderat geht aufs Ganze

Wenn die Signauer Ja sagen zum überarbeiteten Schulreglement, heisst das auch, dass künftig sämtliche Schüler der Gemeinde im Dorf Signau unterrichtet werden.

Der Schulstandort Signau besteht schon jetzt aus mehreren Gebäuden. Geht es nach dem Gemeinderat, kommt dereinst ein neuer Pavillon hinzu.
Der Schulstandort Signau besteht schon jetzt aus mehreren Gebäuden. Geht es nach dem Gemeinderat, kommt dereinst ein neuer Pavillon hinzu.
Thomas Peter

Die Würfel sind gefallen: Am Montag hat sich der Gemeinderat für einen zentralen Schulstandort im Dorf Signau entschieden. Nicht nur die Schulhäuser auf Höhe, Mutten und Häleschwand sollen geschlossen werden, sondern auch jenes in Schüpbach. Jedenfalls dann, wenn das Volk dem vom Gemeinderat vorgezeichneten Weg folgen wird. Am 26. November stimmt es an der Urne über ein neues Schulreglement ab. Heissen die Stimmberechtigten dieses gut, sagen sie Ja dazu, dass der Schulunterricht künftig nur noch im Dorf Signau stattfinden wird.

Einstimmiger Entscheid

Am Ende einer sieben Jahre dauernden Phase, in der eine Arbeitsgruppe über die Schulstrukturen ab 2024 gebrütet hatte, musste sich der Rat auf eine von zwei ­Varianten festlegen: Entweder saniert die Gemeinde das Schulhaus Schüpbach, investiert zudem im Dorf Signau und fährt mit zwei Standorten weiter, oder sie zentralisiert die Schule.

Der Entscheid zugunsten der zentralen Lösung sei einstimmig gefallen, teilt der Gemeinderat mit. Das zu unterstreichen, ist dem Vizegemeindepräsidenten Arno Jutzi (SP), der die Arbeitsgruppe geleitet hat, wichtig. Er hält fest: «Es war eindeutig ein Kopfentscheid. Mit dem Bauch hätte der eine oder andere vielleicht anders entschieden.»

Es habe durchaus Argumente gegeben, die für zwei Standorte gesprochen hätten. «Aber der Gemeinderat darf nicht nur an die Schule denken, er muss die ganze Gemeinde im Auge behalten, und dazu gehören halt auch die Kosten.»

Zwei Standorte hätten Investitionen von rund 8,3 Millionen Franken bedingt, die zentrale Lösung kostet rund 4,5 Millionen. In Signau soll nicht nur eine neue Turnhalle entstehen, sondern auch ein weiterer Pavillon für Schulräume, das Kindergartengebäude soll für die Einrichtung eines Mittagstisches ausgebaut werden.

Wie sich an einer Informationsveranstaltung vor zwei Wochen zeigte, bereitet der Gedanke an 300 Schüler, die am gleichen Ort Pause machen werden, Sorgen. Gerade die Gestaltung des Aussenbereichs werde deshalb ein wichtiger Punkt sein, sagt Jutzi. Der Gemeinderat habe daher auch vor, für die Planung des «Campus Schulen Signau» dereinst einen Architektenwettbewerb durchzuführen. Am Platz wird es nicht fehlen, das Land unterhalb des Sekundarschulhauses und der Alterssiedlung ­gehört der Gemeinde.

Geld und «weiche» Faktoren

Doch vorläufig werden in Signau keine Bagger auffahren. Erst muss der Gemeinderat die Stimmberechtigten von seinen Gründen für den Entscheid überzeugen. Nicht nur die Finanzen und die einfachere Schulorganisation hätten für die Zentralisierung gesprochen, schreibt er in seiner Mitteilung, sondern auch «weiche Faktoren»: Dass sämtliche Kinder der Gemeinde gleich behandelt würden etwa. Oder dass alle vom Tagesschulangebot profitieren könnten, während es nicht möglich wäre, die dafür nötigen Strukturen auch in Schüpbach aufzubauen.

Und dass die örtliche Nähe zur Sekundarschule neue Schulmodelle ermöglichen könnte. Dagegen sprachen nebst der grösseren Anzahl Schüler an einem Ort die längeren Schulwege «sowie der Identitätsverlust für die Aussenstandorte», so der Gemeinderat.

Schritt für Schritt vors Volk

Am 26. November befindet das Signauer Stimmvolk erst dar­über, ob die vom Gemeinderat eingeschlagene Richtung stimmt. «Für alle weiteren Massnahmen, die sich daraus ergeben, sind weitere Entscheide der Stimmberechtigten erforderlich», so der Gemeinderat. Zuerst würde dem Volk ein Planungskredit vorgelegt, später würden die Signauer über Verpflichtungskredite befinden.

Und sollten dereinst leer stehende Schulhäuser verkauft werden, hätte wiederum das Volk das letzte Wort. Für drei der vier Schulhäuser, die es nach Ansicht des Gemeinderates ab 2024 nicht mehr braucht, stünden übrigens bereits Kaufinteressenten bereit, sagt Arno Jutzi.

Letzthin hat der Leiter der Arbeitsgruppe auch die gesamte Signauer Lehrerschaft über die beiden Varianten informiert. 45 Lehrkräfte seien anwesend ­gewesen. 9 hätten sich für eine Zentralisierung ausgesprochen, 14 für zwei Standorte, und 22 hätten sich nicht geäussert. Einer habe bloss gesagt: «Es ist nicht wichtig, ob einer oder zwei ­Standorte. Wichtig ist, wie wir unseren Job in den Klassenzimmern machen.»

Nachdem der Gemeinderat nun entschieden hat, spielt er den Ball dem Stimmvolk zu und hält fest: «So oder so ist es eine schwierige und mit weitreichenden Folgen verbundene Entscheidung.»

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