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Der Bau ist fertig, die Sorgen bleiben

Auf Anfang März sind endlich die ersten Mieter eingezogen. Aber zwei Maisonettewohnungen im Gemeindehaus Rüderswil stehen seit November leer.

Die Renovation wurde letzten Herbst abgeschlossen, doch der Wohnraum vermietet sich nicht wie erhofft.
Die Renovation wurde letzten Herbst abgeschlossen, doch der Wohnraum vermietet sich nicht wie erhofft.
Thomas Peter

Zuerst waren sie für 1845 Franken ausgeschrieben. Jetzt könnten die zwei 3,5-Zimmer-Wohnungen im Gemeindehaus Rüderswil für monatlich 1645 ­Franken gemietet werden. Und im ersten Monat wäre der Aufenthalt in den beiden Maiso­nettelogis im Dachgeschoss erst noch gratis.

Trotz des Entgegenkommens der Gemeinde bleiben die Räume leer. Nur die 4,5-Zimmer-Wohnung im zweiten Dachgeschoss wird seit dem 1. März bewohnt. Endlich fliesst dadurch etwas von dem Geld in die Gemeindekasse, mit dem der damalige Gemeinderat gerechnet hatte, als er sich für den Einbau der Wohnungen starkmachte.

Es war ein hart umkämpfter Abstimmungskampf, der 2010 in Rüderswil ausgefochten wurde. Eine Gruppe Bürger wehrte sich vehement dagegen, dass die Gemeinde in den Wohnungsbau investiere. Doch der Gemeinderat vertrat die Ansicht, es diene der Entwicklung des Dorfes Rüderswil und insbesondere auch der Gemeindekasse, wenn das denkmalgeschützte Haus mitten im Dorf nicht bloss saniert werde. Vielmehr wollte er das Gebäude hinfort bis unters Dach nutzen. Deshalb schlug er vor, nebst Schulräumen im Untergeschoss und Büros für die Gemeindeverwaltung im Erdgeschoss auf den beiden Stockwerken darüber insgesamt fünf Wohnungen einzubauen.

Für die teurere Variante

Zwei Varianten standen damals zur Abstimmung, eine mit und eine ohne Wohnungseinbau. Das Volk sprach sich für die teurere aus. Dies wohl auch deshalb, weil der Gemeinderat in der Botschaft mit Mieterträgen gerechnet hatte. Seit November 2017 wären die Wohnungen bezugsbereit – zwei stehen immer noch leer. Rüderswils Gemeindeschreiber erklärt sich das mit der aktuellen Situation auf dem gesättigten Wohnungsmarkt und ist zuversichtlich: «Das wird sich wieder ­ändern.»

Trotzdem hat die Gemeinde gut daran getan, nicht alle fünf Wohnungen zu realisieren, sondern im ersten Obergeschoss mit dem Endausbau zu warten. Denn nachdem das Volk der Exekutive die Erweiterung des Than-Schulhauses verwehrt hatte, wurden die Schulräume in Rüderswil knapp. Nun werden im Gemeindehaus Schulzimmer eingebaut. Allerdings nicht definitiv, wie es einige Rüderswiler gerne sähen, sondern bloss provisorisch.

Nur eine Zwischenlösung

Das gab an der Gemeindeversammlung im Dezember 2017 zu reden, weil das Geschäft nicht als «provisorische» Schulraumerweiterung traktandiert worden war. Doch der Gemeinderat erklärte, dass die Räume nicht für immer zu Schulzwecken genutzt werden könnten, weil dem Kanton sonst Subventionen zurückerstattet werden müssten.

Die Minergiebeiträge von 105'000 Franken, um die es ging, seien zwar inzwischen eingetroffen und für den Kanton sei das Geschäft abgeschlossen, sagt Gemeindeschreiber Patrick Schwab. Doch die Zertifizierungsstelle habe dieser Auszahlung nur deshalb zugestimmt, weil die Gemeinde versichert habe, dass es sich um eine provisorische Lösung handle. Würde das erste Obergeschoss definitiv zu einem Schulstandort umfunktioniert, wären laut Schwab eine andere Lüftung und weitere bauliche Massnahmen nötig.

Doch so oder so geht der Gemeinderat davon aus, dass auch diese Etage dereinst dem Wohnen dienen wird. Für ihn sind die vergangenes Jahr bewilligten zusätzlichen Schulzimmer nur eine Zwischenlösung. Denn aktuell arbeiten die Gemeinden Rüderswil und Lauperswil an Plänen für ein gemeinsames Oberstufenzentrum in Zollbrück. Kommen diese zustande, würde der Platz im Schulhaus Rüderswil wohl wieder genügen.

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