Der Barren weicht den Gitarren

Burgdorf

Nach einer Durststrecke ist das Ziel in Sicht: Die Stadt baut für 1,8 Millionen Franken die alte, denkmalgeschützte Sägegasse-Turnhalle zu einer Kulturhalle für Junge um. Die Eröffnung ist für nächsten Frühsommer geplant.

Noch stehen auf der Baustelle Turngeräte herum, doch bald sollen in dieser Halle Bands spielen, DJs auflegen und eine Bar betrieben werden.

Noch stehen auf der Baustelle Turngeräte herum, doch bald sollen in dieser Halle Bands spielen, DJs auflegen und eine Bar betrieben werden.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Die gefüllten Schuttmulden vor dem seitlichen Eingang der Burgdorfer Sägegasse-Turnhalle verdeutlichen es eindrücklich: Hier wird umgebaut. Nach langem Kampf, der Durchhaltwille erforderte, ist die Ziellinie nah. Vergangenen September gab die ­Regierungsstatthalterin grünes Licht zum Umbau des 1896 erbauten Gebäudes.

Künftig soll die alte Turnhalle Jungen aus der Stadt und der Region Burgdorf als Kulturhalle Raum für ihre kulturellen Veranstaltungen bieten. Der Betrieb wird von Jugendlichen geführt und soll selbsttragend sein.Die Stadt finanziert den Umbau mit 1,8 Millionen Franken.

Mit Eigenleistungen im Wert von rund 160 000 Franken tragen auch junge Erwachsene aus dem Umfeld des Trägervereins zum Gelingen des künftigen Event­lokals bei. Bereits haben Jugendliche des Trägervereins Teile des Garderobenbereiches zurückgebaut. Wenn alles rundläuft, wird der neue Kulturtempel an der Sägestrasse nächsten Frühsommer bereit sein.

Freiräume für Jugendliche

Wie Burgdorfs Stadtpräsident Stefan Berger sowie der zustän­dige Gemeinderat Christoph Grimm am Informationsanlass erläuterten, habe schon 2001 eine Interessengemeinschaft Sägegasse mittels einer Petition Freiräume für Jugendliche gefordert.

«Damals noch unter Stapi Franz Haldimann», führte Berger an. Jedoch ohne Erfolg. Bis letztes Jahr eine Machbarkeitsstudie den Durchbruch erzielte. Die Pläne seien fertig. Jetzt gehe es nur noch um Leistungsvereinbarungen mit dem Trägerverein Kulturhalle Sägegasse, welcher aus der erwähnten IG herauswuchs.

Alt und denkmalgeschützt: Dieses Bild zeigt den Eingang und den Zuschauerbalkon der ehemaligen Turnhalle.

Fränzi Schwander (32) und Michael Aeschbacher (24) aus dem Vereinsvorstand setzen auf Dialog, Transparenz sowie auf eine gute Zusammenarbeit mit den Behörden und den Nachbarn. Der Betrieb soll im Nonprofitsinn selbsttragend und basisdemo­kratisch geführt werden.

In Sachen Unterhaltung sollen dereinst am Wochenende bekannte wie auch unbekannte Bands aufspielen oder DJs auflegen. Da­neben gebe es von Donnerstag bis Samstag einen Café-Bar-Betrieb, sagte Schwander. Aber auch Theatervorstellungen oder Flohmärkte seien denkbar. Darüber hinaus angedacht ist die Vermietung an Vereine.

Auf eine gute Nachbarschaft setzt auch Michael Kropf, Geschäftsführer der Markthalle, die sich nebenan befindet. Sowohl im positiven wie auch im negativen Sinn könnte das neue Angebot Einfluss auf den Betrieb der Markthalle haben.

Isolationskappe gegen Lärm

Beim Rundgang durch die Baustelle erklärte Michael Häusler von der ausführenden Team-K Architekten AG aus Burgdorf den Anwesenden die Bauabläufe sowie die Geschichte hinter dem denkmalgeschützten Gebäude.

Die Gemeinde- und Stadträte, die Kommissionsmitglieder sowie die Vertreter des Träger­vereins erfuhren, dass die Turnhalle ursprünglich als Vereinshalle konzipiert worden war. Das erkläre auch das «Gigerläubli», das etwas sonderbar in den Hallenraum hineinragt. Erst in den 1930er-Jahren sei der Bau zur Turnhalle mit nur einer Män­nergarderobe erweitert worden. Später wurde die Laube als Damengarderobe genutzt.

Einer der Kernpunkte in der Machbarkeitsstudie sei wegen der Lärmemissionen die Schallisolation gewesen, so Häusler. Daher habe das vormals unisolierte Dach einen Aufbau mit einer Art Isolationskappe erhalten. Die nicht denkmalgeschützten, später angebauten Seitenflügel sollen nach dem Umbau als Technikraum und Künstlergarderoben dienen.

Künftig soll der Haupteingang am Seitentrakt zu stehen kommen. Das ist aus Sicherheitsgründen nötig, da ein Veloweg direkt vor dem jetzigen Haupteingang vorbeiführt. Die 500 Leute fassende Halle wird mit einer Bühne und mobilen Raumteilern ergänzt.

Mit der geplanten Eröffnung im nächsten Frühsommer dürfte ein Meilenstein in der langen ­Geschichte der Umnutzung der Turnhalle Sägegasse erreicht sein.

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