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Motocross: Den Standort leichtfertig verspielt

Das beliebte Motocrossrennen in Rüegsau musste abgesagt werden. Denn OK-Chef Erich Utz hat die Landbesitzer nicht ins Boot geholt.

Zum zweiten und letzten Mal fand das Internationale Motocrossrennen Emmental im Gebiet Dicki in Hasle vor zwei Jahren statt. Eine Weiterführung des zuschauerträchtigen Anlasses heuer in Rüegsau wurde abgesagt.
Zum zweiten und letzten Mal fand das Internationale Motocrossrennen Emmental im Gebiet Dicki in Hasle vor zwei Jahren statt. Eine Weiterführung des zuschauerträchtigen Anlasses heuer in Rüegsau wurde abgesagt.
Andreas Marbot

Als im August letzten Jahres bekannt wurde, dass das Internationale Motocrossrennen Emmental neu in Rüegsau stattfinden wird, erfuhren das die ansässigen Landwirte aus der Zeitung. Just jene also, deren Grund und Boden Voraussetzung für eine Durchführung ist, waren bis dahin nicht einbezogen worden.

Alle bis auf einen: Matthias Schär, ein ehemaliger Militärdienstkollege des OK-Präsidenten Erich Utz, der sein Land für den Anlass ange­boten hatte. Und damit dem zuschauerträchtigen Rennen mit rund 300 Fahrern und 2500 ­Zuschauern wieder eine Heimat bieten wollte, zumal dem veranstaltenden Motocrossteam Hasle-Rüegsau der Austragungsort in der Dicki abhanden gekommen war. Anrainer hatten sich dort erfolgreich mit einer Unterschriftensammlung gegen den Lärm und weitere Motocrossrennen gewehrt.

Nicht verhandelt

Doch nun hat sich auch die Hoffnung auf einen erneuten Rennanlass im Frühsommer am Dorfausgang von Rüegsau in Richtung ­Affoltern zerschlagen. Es sei ihm aus gesundheitlichen Gründen nicht ausreichend Zeit für die Verhandlungen mit den Landbesitzern geblieben, begründete Erich Utz die Absage am Dienstag.

Fakt ist jedoch, dass er mit diesen – seinen Kameraden Schär ausgenommen – gar nicht verhandelt hat, was Utz selbst auch nicht in Abrede stellt. Den Fehler sieht er aber nicht bei sich selbst. Es habe sich «überhaupt als schwieriger erwiesen als gedacht», begründet Utz. Zwar habe die Gemeinde die Landwirte zum Gespräch geladen und zu vermitteln versucht – doch zu diesem Zeitpunkt habe er den Entscheid, das Rennen abzusagen, ohnehin längst getroffen gehabt, so Utz. Dieser Entscheid sei ihm nicht sonderlich schwergefallen; habe er doch auch so genug zu tun. Seinen Aufwand für den Rennanlass gibt er mit rund 400 Arbeitsstunden an. «Riesig», sagt Utz.

Es sollte für alle stimmen

Rüegsaus Gemeindepräsident Fritz Rüfenacht bedauert die Absage. «Für uns wäre es schön, wenn wir einen solchen Anlass durchführen könnten», sagt er, der im Motocrossteam Hasle-Rüegsau auch für die Finanzen zuständig ist. Gleichzeitig müsse eine Durchführung aber für alle Beteiligten stimmen, stellt der Gemeindepräsident fest. «Man muss sie frühzeitig miteinbe­ziehen.»

Nichtsdestotrotz ist Rüfenacht hoffnungsvoll: Er glaubt an eine Zukunft des Rennanlasses an diesem Standort in Rüegsau.

«Man muss die Beteiligten frühzeitig miteinbeziehen.»

Fritz RüfenachtGemeindepräsident

Erich Utz selber ist weniger ­optimistisch. Angesprochen auf spätere Austragungen unweit des Mättenhofs ausgangs Rüegsau zögert er. Und sagt dann: «Ich bin nicht scharf darauf.» Nicht nur sei der Standort nicht ganz ideal, weil ein wenig eng. Andererseits habe die Gemeinde bereits im Vorfeld Konzepte verlangt – in Hasle sei das jeweils viel einfacher gewesen.

An einem anderen Ort jedoch könnte sich Erich Utz vorstellen, neu durchzustarten. «Dann ist die Motivation auch höher.» Bleibt zu hoffen, dass er dann frühzeitig die richtigen Leute ins Boot holt.

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