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Dead Riders suchen erneut ein Clublokal

Die Mitglieder des Motorradclubs Dead Riders haben ihr Clublokal neben dem Restaurant Hirschen gekündigt, einen Ersatz haben sie nicht in Aussicht. Bevor der Vertrag ausläuft, finden noch zwei Anlässe statt.

Billard spielen ist zwar möglich im Clublokal der Dead Riders, doch für Konzerte fehlt der Platz. Nun haben Hansueli Eggimann (l.) und sein Bruder Urs Eggimann den Mietvertrag aufgelöst.
Billard spielen ist zwar möglich im Clublokal der Dead Riders, doch für Konzerte fehlt der Platz. Nun haben Hansueli Eggimann (l.) und sein Bruder Urs Eggimann den Mietvertrag aufgelöst.
Christian Pfander

Und wieder haben die Dead Riders kein Clublokal mehr. Doch anders als vor fünf Jahren haben die Mitglieder des Motorradclubs den Vertrag selbst gekündigt. «Wir haben den Raum viel zu wenig genutzt», sagt Präsident Urs Eggimann. Ein Grund ist gerade im Winter gut spürbar: Das Lokal hat keine Heizung. «Um einigermassen angenehme Temperaturen zu erzielen, müsste man Gasöfen benutzen, und das ist uns zu gefährlich.»

Doch es sind nicht primär die fehlenden Heizkörper, die den Vorstand zum Schritt bewogen haben – es sind die Mietkosten. Denn nebst dem Clublokal, dass sich in Grünen neben dem Restaurant Hirschen befindet, haben die Dead Riders noch einen zweiten Raum im Dorf: bei der Emil Leibundgut AG. «An zwei Orten Mietzins zu bezahlen, macht in diesem Fall keinen Sinn», so Urs Eggimann.

Das Lokal bei der Firma Leibundgut ist quasi das Privatdomizil der Biker. Jeden Mittwochabend versammelt sich hier ein Teil der 22 Mitglieder der Geselligkeit wegen und um an ihren Motorrädern herumzuschrauben. In diesem Lokal ist auch das Inventar gelagert, das die Männer jeweils für die Bikerparty benötigen, die alle zwei Jahre in Sumiswald durchgeführt wird.

Der Platz fehlt

Beide Lokalitäten mieteten die Biker an, nachdem sie 2014 ihre damalige Bleibe, den Engelberg, verlassen mussten. Das ehemalige Restaurant wurde verkauft und zu einem Wohnhaus umgebaut. «Dem Engelberg trauere ich immer noch nach», gibt Urs Eggimann offen zu. In den Räumlichkeiten wurden oft Feste durchgeführt und Konzerte veranstaltet. Dinge, die in der Höhle, wie die Biker das Clublokal neben dem Hirschen nennen, nur sehr begrenzt möglich sind. «Uns fehlt schlichtweg der Platz, zudem ist die Nähe zu den Wohnhäusern und einem Altersheim suboptimal», sagt Hansueli Eggimann, Urs’ Bruder und ebenfalls Clubmitglied.

Und so ist der einzige Anlass, den die Dead Riders in den letzten Jahren im Clubhaus durchführten, ein Open-Air-Fondueplausch. «Weil wir das Lokal bis Ende April noch gemietet haben, findet der Anlass am 9. März noch einmal statt», so Urs Eggimann.

Geld gespendet

Doch seit dem Wegzug aus dem Engelberg sind es nicht nur die Geselligkeit und die Treffen mit Gleichgesinnten, die Urs und Hansueli Eggimann fehlen. Es sind auch die Einnahmen. Denn die Männer mit den schwarzen Ledergilets und schweren Töffstiefeln haben einen weichen Kern: Der Grossteil der Einnahmen, die sie jeweils mit ihren Anlässen erzielten, wurde gespendet.

Hansueli Eggimann schätzt den Betrag auf weit über 30000 Franken. Geld überwiesen wurde unter anderem an Tsunamiopfer, an die Unwettergeschädigten im Entlebuch, das Paraplegikerzentrum Basel und die Behindertenwerkstätte Oberburg.

Die soziale Ader der Dead Riders bekam auch Bruno Röthlisberger zu spüren. Das ehemalige Clubmitglied fragte an, ob sie ein Benefizkonzert durchführen würden. Röthlisberger ist Vorstandsmitglied vom Verein Zeitraum. Die Institution bietet Menschen in Krisensituationen vorübergehenden Wohnraum an. Der Verein hat ein Crowdfunding gestartet und freut sich über jede Form von finanzieller Unterstützung. Nun findet am kommenden Samstagein Konzert mit Risottoessen im Clublokal statt. Der Erlös fliesst vollumfänglich in das Projekt Zeitraum.

Seit der ersten Stunde

Obwohl die meisten Mitglieder der Dead Riders die 40 überschritten und leicht ergraute Schläfen haben, wollen sie nicht kürzertreten. Im Gegenteil: «Wir hoffen immer noch, ein geeignetes Lokal zu finden», sagt Urs Eggimann. «Ob ein ehemaliger Gasthof oder ein altes Schulhaus, wir sind offen.»

Einzige Bedingung: Die Liegenschaft sollte sich in Sumiswald oder in einer angrenzenden Gemeinde befinden. Wenn die Dead Riders heuer einen neuen Mietvertrag unterschreiben könnten, wäre das ein schönes Geburtstagsgeschenk. Denn der Club feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen – mit dabei seit der ersten Stunde sind auch die Brüder Urs und Hansueli Eggimann.

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