Das zweite Eisfeld wird geblockt, aber...

Langnau

Der Verband Markthalle Oberes Emmental wehrt sich mit einer Einsprache gegen den Bau eines zweiten Eisfeldes in Langnau. Dessen Initiant Peter Jakob hätte generell mehr Unterstützung erwartet. Doch jetzt tut sich etwas.

Noch ist es bloss eine Vision, noch hält sich die Euphorie für den Neubau mit dem zweiten Eisfeld in Grenzen. Doch Einsprachen dagegen gab es ausser jener von den Bauern keine einzige.

Noch ist es bloss eine Vision, noch hält sich die Euphorie für den Neubau mit dem zweiten Eisfeld in Grenzen. Doch Einsprachen dagegen gab es ausser jener von den Bauern keine einzige.

(Bild: zvg)

Susanne Graf

Hinter den Kulissen brodelt es in Langnau. Dass die Landwirte beim Regierungsstatthalteramt eine Einsprache deponiert haben gegen sein Bauprojekt, kann Peter Jakob nicht verstehen. Seine Ilfishalle Sport und Event AG will zwar an der Stelle der bestehenden Markthalle neben dem Ilfisstadion einen dreigeschossigen Bau mitsamt einem zweiten Eisfeld realisieren.

Dies, obwohl die Landwirte, respektive der Verband Markthalle Oberes Emmental, die Halle im Baurecht aufgestellt haben und ihr Vertrag mit der Gemeinde noch bis 2055 läuft. «Sobald wir einen gleichwertigen anderen Standort haben, ziehen wir die Einsprache zurück», versichert Verbandspräsident Hansueli Lüthi.

Sicherer als sicher

Die Einsprache diene bloss der Absicherung wegen des Baurechts, sagt der Landwirt. Doch genau dies wäre nicht nötig. Im publizierten Baugesuch ging es lediglich um den Hochbau, nicht aber um den Abriss der Markthalle. Dazu wird es ohne die Einwilligung der Bauern nie kommen.

Bewusst habe man in Absprache mit der Bewilligungsbehörde, dem Regierungsstatthalteramt, ein zweistufiges Vorgehen gewählt, sagt Peter Jakob. Sinn und Zweck des ersten Teils des Verfahrens war es, abzuklären, ob der Neubau überhaupt bewilligungsfähig sei.

Tatsächlich ist bis auf jene der Bauern bis am Dienstag keine einzige Einsprache gegen das fast 20 Millionen Franken teure Projekt eingegangen. Entsprechend enttäuscht ist Jakob, dass die Bauern nun für eine Verzögerung sorgen. Denn ohne bewilligtes Projekt könne er keine Gespräche führen mit möglichen Investoren und die Finanzierung nicht sicherstellen.

Max Gerber, Bauinspektor im Regierungsstatthalteramt Emmental, geht allerdings davon aus, dass der Einsprache des Verbands Markthalle die Bedeutung einer Rechtsverwahrung zukommen werde.

Peter Jakob ist nicht nur von den Bauern enttäuscht, sondern generell: «Ich hätte erwartet, dass unser Projekt eine gewisse Euphorie auslösen würde.» Aber davon sei bisher in Langnau wenig spürbar, im Gegenteil: «Bei gewissen Behördenmitgliedern und beispielsweise auch in der Baukommission stelle ich eine Passivität fest, die mir zu denken gibt.»

Man ist nervös

Die Baukommission hat dem Projekt in der Antwort auf eine Voranfrage gegenüber dem Statthalteramt nicht gerade den roten Teppich ausgerollt. Sie schrieb, für die Markthalle müsse ein neuer Standort gefunden werden und durch die Ablösung des Baurechts dürften der Gemeinde keine Kosten entstehen.

Falls zudem beim Bau der geplanten unter­irdischen Einstellhalle Altlasten im Erdreich saniert werden müssten, seien die Kosten von der Bauherrschaft zu tragen. Seine Kommission habe damit bloss auf heikle Punkte hingewiesen, sagt Präsident Walter Sutter.

Und dann betont er: «Ich habe von der ersten Minute an gesagt, dass ich eine faire Behandlung der Bauern verlange, hatte aber keine Sekunde ein Problem mit der Idee eines zweiten Eisfeldes.»

Hinter vorgehaltener Hand spricht man von einer explosiven Stimmung unter den verschiedenen Akteuren. Das Vorhaben, das wirtschaftlichen Schwung ins obere Emmental bringen soll, steht und fällt mit der Frage, ob die Bauern Ja sagen zu einem ­alternativen Standort für die Markthalle.

Zwar sähen Jakobs Pläne ein Nebeneinander am bisherigen Platz vor, doch von diesem Szenario haben sich die Bauern entgegen ersten Äusserungen verabschiedet.

Jetzt aber

Früh schon hatte die Gemeinde Signau ihr Zeughaus als Standort für Viehmärkte zur Diskussion gestellt. Daraus wurde nichts. Dann bot sich die Reithalle Grossmatt – zwischen Signau und Bowil – an. Diese ist inzwischen anderweitig verkauft. Doch auf Signauer Boden steht noch eine andere Reithalle zum Verkauf, jene im Hübelischachen bei Schüpbach.

Jetzt ist laut Gemeindeschreiber Rudolf Wolf tatsächlich eine Voranfrage eingegangen, die geklärt haben möchte, ob sich dort eine Markthalle realisieren liesse. Noch hat der Gemeinderat nicht darüber diskutiert.

Kreative Ideen sind gefragt

Gern würde auch Simon Langen­egger Hand bieten. Der Landwirt, der in der Langnauer Ey das Burestübli betreibt, wäre bereit, etwas aufzustellen, das der zentralen Viehvermarktung dienen würde.

Doch im Weiler Ey stünden die Häuser mit zum Teil vermieteten Wohnungen relativ eng, weshalb das Vorhaben hier wohl nicht realisiert werden könne, sagt der Bauer, der seine Pläne noch nicht ganz begraben hat.

«Aber was es jetzt braucht, ist Euphorie, Hartnäckigkeit und Kreativität», sagt Simon Langen­egger. Denn das obere Emmental brauche beides: die Möglichkeit der regionalen direkten Viehvermarktung und ein zweites Eisfeld.

«Jetzt müssen wir mit Hochdruck und maximaler Transparenz eine Lösung suchen, damit die Entflechtung zwischen Eishockey und Markthalle stattfinden kann.»Simon Langenegger, Landwirt

Es müsse doch möglich sein, an einer Hauptachse im oberen Emmental eine Halle zu finden oder aufzustellen, die – vielleicht nicht nur, aber auch – der Viehvermarktung dienen könne. «Jetzt müssen wir mit Hochdruck und maximaler Transparenz eine Lösung suchen, damit die Entflechtung zwischen Eishockey und Markthalle stattfinden kann», appelliert er an seine Berufskollegen.

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