Das Therapiebad wirft keine Wellen mehr

Burgdorf

Weil es teuer saniert werden müsste, diese Erneuerung aber nicht über die Nutzer abgerechnet werden kann, geht das Becken im Regionalspital auf Anfang März zu.

<b>Die Tage des Trainings sind gezählt:</b> Auf 1. März schliesst das Therapiebad im Regionalspital.

Die Tage des Trainings sind gezählt: Auf 1. März schliesst das Therapiebad im Regionalspital.

(Bild: Thomas Peter)

Wer sich im Wasser bewegt, lindert Schmerzen an Gelenken und Knochen. Rheumapatienten und solche, die beispielsweise nach einem Unfall wieder beweglicher werden sollen, wissen um die Vorzüge eines Therapiebads. Es zeichnet sich dadurch aus, dass das Wasser über 30 Grad Celsius warm und das Becken nicht sehr tief ist.

Nun sind aber die Zeiten, als ­jede Gemeinde ein eigenes Schwimmbad als Selbstverständlichkeit ansah, vorbei. Das gilt auch für die Therapiebäder, die einen schweren Stand haben, wenn auch nicht aus denselben Gründen. Gemeinsam ist den Bädern, dass ihre Kosten und Nutzen sich nicht die Waage halten. Das wiegt noch schwerer, wenn Investitionen anstehen.

Das ist auch die Ausgangslage für das 33-Grad-Becken aus den 80er-Jahren, das die Regionalspital Emmental AG in Burgdorf unterhält: Es müsste umfangreich saniert werden. «Die Amortisation ist bei den heutigen Physiotherapie-Tarifen nicht mehr möglich», stellt Kommunikationsleiter Markus Hächler fest. Ausserdem habe der medizinische Nutzen des Therapiebads wissenschaftlich nie geprüft und nachgewiesen werden können. Hächler: «Die Krankenkassen sind daher nicht verpflichtet, diese Therapieform zu vergüten und verlangen immer öfter umfangreiche, administrativ aufwendige Begründungen.»

Kostenpunkt: 800 000 Franken

Die Sanierungskosten für den Weiterbetrieb als Bad wären laut Hächler auf etwa 800'000 Franken zu stehen gekommen. Zu viel für das Spital, das die Kosten alleine trägt und nicht wie beispielsweise die Klinik SGM in Langenthal auf einen Leistungsvertrag mit der Stadt abstützen kann. Ein Umbau für andere Therapien kostet laut Hächler «deutlich weniger». Eine genaue Zahl könne er allerdings noch nicht nennen. Die Einnahmen müssen an dieser Stelle auch offen bleiben, weil sie sich nicht auf die Schnelle eruieren liessen.

Hallenbad als Alternative

27 Patientinnen und Patienten nutzten das Angebot während der letzten Januarwoche. Ausserdem Eltern, die hier das Babyschwimmen eines externen Anbieters besuchten. Für Aussenstehende ist das Angebot ansonsten nicht zugänglich.

Über die Schliessung wurden die Therapieschwimmer durch ihre Physiotherapeutinnen und -therapeuten informiert. Im Trockenen stehen lässt das Spital die Patienten, die eine Therapie im Wasser verordnet bekommen, nicht: Sie würden von der Physiotherapie in Zusammenarbeit mit dem Therapiebad im Hallenbad Burgdorf betreut, so Hächler. Auch stünden genügend Alter­nativen «mit nachgewiesenem medizinischem Nutzen» zur Verfügung: Gymnastik und Krafttraining nach modernen sportwissenschaftlichen Aspekten, manuelle Therapien mit Triggerpunkt und Dry-Needling oder die apparative Physiotherapie mit Simultantherapie und Stosswelle oder das interdisziplinäre Bewegungsgruppentraining.

Für künftige neue Therapie­angebote soll denn auch der frei werdende Raum genutzt werden.

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