Das Schutzprojekt ist einen Schritt weiter

Grünenmatt

Der Hochwasserschutz an der Grüene biegt nach langjähriger Planung auf die Zielgerade ein. Ob tatsächlich 16,5 Millionen Franken investiert werden, darüber entscheidet die Schwellenkorporation im März.

Der Flusslauf soll gesenkt, Schutzmauern bis zur Markierung links erhöht werden. Dafür muss die Brücke im Hintergrund angehoben werden.

Der Flusslauf soll gesenkt, Schutzmauern bis zur Markierung links erhöht werden. Dafür muss die Brücke im Hintergrund angehoben werden.

(Bild: top)

Die öffentliche Planauflage für das Hochwasserschutzprojekt an der Grüene sei abgeschlossen: Das bestätigt Alfred Bärtschi, Präsident der Schwellenkorporation Lützelflüh. Damit biegt ein Projekt auf die Zielgerade ein, das in der Gemeinde seit gut zehn Jahren planerisch ein Thema ist (siehe Kasten). Ob die Ziellinie wirklich erreicht wird, entscheidet sich an der ordentlichen Mitgliederversammlung der zuständigen Schwellenkorporation Lützelflüh am 26. März.

Noch sind Einsprachen hängig

Dabei werden die Mitglieder über einen Baukredit von 13,35 Millionen Franken befinden. Mit dem im Projekt vorgesehenen Ausbau von zwei Kantonsstrassenbrücken in Grünenmatt und in Ramsei sind für das Vorhaben derzeit insgesamt 16,5 Millionen Franken budgetiert. Ob die Ziellinie tatsächlich überschritten werden kann, bleibt offen.

Obwohl die Planauflage abgeschlossen ist, sind dennoch nicht alle Einsprachen bereinigt. 36 Einsprachen waren gegen das ambitionierte Projekt eingegangen. Darunter auch eine Kollektiveinsprache von 68 Grundeigentümern aus Grünenmatt (wir berichteten). «32 Einsprachen konnten bereinigt werden», erklärt Alfred Bärtschi. Die Kollektiveinsprache und drei weitere seien hängig. Wie der Präsident weiter ausführt, sei es erst nach dem Kreditbeschluss durch die Mitgliederversammlung möglich, über die verbleibenden Einsprachen zu befinden.

«Wo es möglich war, haben wir deren Anliegen aufgenommen, die Kollektiveinsprecher haben offene Türen eingerannt», sagt Bärtschi. So wurden etwa die ökologischen Anliegen aufgenommen. «Wir werden deshalb einen Landschaftsarchitekten beiziehen.» Nicht möglich sei es indes, die Fussgängerbrücke über die Grüene beim Bahnhof Grünenmatt zu verschieben, weil mit den Landbesitzern keine Einigung habe gefunden werden können. Alfred Bärtschi räumt ein, dass das Vorhaben kein einfaches Projekt sei: «Wir wollen es so gestalten, dass die Leute nicht übermässig betroffen sind.»

Ablehnung als letztes Mittel

«Wir wissen derzeit nicht, wie unsere Einsprache gelöst wird», sagt derweil Hans Flückiger. Der ehemalige Lehrer und Heimleiter aus Grünenmatt ist Initiant und Sprecher der 68-köpfigen Kollektiveinsprechergruppe.

Flückiger ist überzeugt, dass dieses Riesenprojekt aus Kostengründen für die Schwellenkorporation nur schwer zu stemmen ist. «Das Einzige, was wir jetzt wohl noch tun können, ist, das Projekt an der Mitgliederversammlung abzulehnen.» Schwellenkorporationspräsident Bärtschi indes macht sich keine Sorgen wegen der Finanzierung. 75 Prozent der Kosten werden Bund und Kanton übernehmen. Zudem habe auch die Gebäudeversicherung einen Beitrag von 300 000 Franken in Aussicht gestellt. Der Korporation blieben damit Restkosten von rund 2,8 Millionen Franken. «Dies können wir uns leisten, weil sie auf mehrere Jahre verteilt sind», betont der Präsident.

Stimmen die Mitglieder am 26. März dem Kredit zu, möchten die Verantwortlichen zuerst die restlichen Einsprachen bereinigen. Zudem rechnet Alfred Bärtschi im 2018 mit einem entsprechenden Grossratsbeschluss. Läuft alles rund, dürften die Bauarbeiten an der Grüene frühestens im Jahr 2020 beginnen und fünf bis sechs Jahre dauern.

Berner Zeitung

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