Das fulminante Erwachen des Drachen

Burgdorf

250 Jugendliche brachten mit der Uraufführung eines Musicals die Markthalle zum Beben.

Mit dem erstmals aufgeführten Musical wurde das Jubiläum der Musikschule gefeiert.

Mit dem erstmals aufgeführten Musical wurde das Jubiläum der Musikschule gefeiert.

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Um es gleich vorwegzunehmen, die Uraufführung des Musicals «Erwachen des Drachen» in der Markthalle Burgdorf war in allen Belangen grossartig. Als krönenden Abschluss des Jubiläums­jahres «50 Jahre Musikschule Burgdorf» gab die Schule das Musical in Auftrag. Für das Li­bretto, die Musik und die Arrangements zeichnen Bernd Stromberger (Wien), Sami Hammi (München) sowie Balz Burch (Schweiz) verantwortlich. Die Regie und die Tanzchoreografie stammen von der Koppiger Tanzschaffenden Stefanie Bolzli.

Mitwirkende auf der Bühne sind insgesamt 250 Schülerinnen und Schüler der Musikschule Burgdorf und des Schulhauses Pestalozzi. Unterstützt werden sie vom stringent spielenden Jugendorchester der Region Burgdorf unter Leitung von Armin Bachmann. Was die verschiedenen Lehrpersonen der Musikschule und des Schulhauses Pestalozzi mit den Kindern und Jugendlichen unterschiedlichsten Alters einstudiert haben, ist schlichtweg bemerkenswert. Zugange sind die Jugendlichen auch hinter und neben der Bühne.

Die Drachen der Neuzeit

Im Bühnenbild von Matthias Egger prangt auf der einen Seite der Bühne ein grosses, multimedial bespieltes Smartphone. Gegenüber sind vor einem Gerüst Holzpaletten aufgestapelt. Vor dem Hintergrund der Gründungssaga der Stadt Burgdorf, der Drachentöter Sintram und Bertram, ist der Plot aufgebaut. Nur dass es hier um die beiden Freundinnen Cindy (Paloma Fankhauser, Burgdorf) und Bella (Eggimann Alessia, Lyssach) geht, welche durch die Irrwege der medialen und der omnipräsenten virtuellen Welt getrennt werden.

Die Kraft der Musik

Hin- und hergerissen zwischen einem Dragon-Game und der Musik ist auch Jonas (Ramon Aeberhard, Kirchberg), der gemeinsame Freund der beiden Mädchen. Weitere Ingredienzien der Geschichte sind Clicks, Likes und Followers der sozialen Medien. Und als Folge davon ein Shitstorm im Netz wegen Bellas inflationär genutzten Youtube-Konsums. Es kommt, wie es kommen muss, am Schluss siegt die (reale) Kraft der Musik. Und im grossen Finale, dem Wettbewerb der vielfältigen Sparten, fügt sich alles wieder zusammen.

Lustvoll, in nahezu perfektem Bühnenhochdeutsch und mit grossartigem Gesang agieren die jungen Protagonisten (-innen) auf der Musicalbühne, als hätten sie dies schon immer getan. Genauso beachtlich sind die Schwyzerörgeliklänge, die fantastisch gesungene Opernarie (Katja Schär, Rüegsbach) sowie die vielen Tanzszenen und Chorpartien. Alles in allem ist «Erwachen des Drachen» eine Gesamtleistung auf hohem Niveau mit topmotivierten Jugendlichen in mutlimedialer Umsetzung. Der tosende Applaus aus den voll besetzten Publikumsreihen ist denn auch mehr als verdient.

Langenthaler Tagblatt

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