Das Beseitigen von Altlasten ist Sache der Papierfabrik

Utzenstorf

Das «Papieri»-Areal weist stellenweise einen belasteten Boden auf. Für die Entsorgung ist die alte Besitzerin zuständig, nicht die Migros Aare als Käuferin. Auf die künftige Nutzung wirkt sich die Belastung nicht aus.

Die Migros Aare hat das Industrieareal der Papierfabrik gekauft. Für die Altlasten im Boden ist sie jedoch nicht zuständig.<p class='credit'>(Bild: Thomas Peter)</p>

Die Migros Aare hat das Industrieareal der Papierfabrik gekauft. Für die Altlasten im Boden ist sie jedoch nicht zuständig.

(Bild: Thomas Peter)

Über 120 Jahre lang wurde in Utzenstorf Papier hergestellt. Die technische Entwicklung in der Papierproduktion war in dieser Zeit enorm, heute spielen zudem Umweltaspekte eine viel wichtigere Rolle als noch in den Anfangszeiten der Firma.

Damals sind auch Stoffe in den Boden des Industrieareals gelangt, die heute nicht mehr versickern dürften. Bernhard Ludwig, Verwaltungsratspräsident der Papierfabrik Utzenstorf AG, sagt denn auch: «Nach einer solch langen Zeit weiss man nicht alles über die Bodenbelastung. Früher wurde anders dokumentiert als heute.»

Die «Papieri» stellte Ende 2017 ihren Betrieb ein, vergangene Woche wurde bekannt, dass das Industrieareal an die Genossenschaft Migros Aare verkauft worden ist (wir berichteten).

Bernhard Ludwig sagt, der Kanton sei über mögliche Be­lastungen auf dem «Papieri»-Areal im Bild. Derzeit werde eine technische Untersuchung des Bodens durchgeführt.

Im Frühjahr abschliessen

Das kantonale Amt für Wasser und Abfall (AWA) bestätigt Ludwigs Aussage. Das Areal der Pa­pierfabrik Utzenstorf sei seit dem Jahr 2009 im Kataster der be­lasteten Standorte des Kantons Bern eingetragen, teilt die Medienstelle des Amtes mit. Es müsse nun untersucht werden, ob der Standort gemäss der eidgenössischen Altlastenverordnung überwachungs- oder sanierungsbedürftig sei – oder weder noch.

Eine historische Untersuchung wurde laut dem AWA bereits abgeschlossen. Das daraus resultierende Pflichtenheft für eine technische Untersuchung ist vom AWA genehmigt worden. Die entsprechenden Arbeiten werden im Frühjahr 2018 be­endet. Ob überhaupt weitere Massnahmen erforderlich seien oder ob die Untersuchungen damit abgeschlossen werden könnten, entscheide das AWA aufgrund der Resultate.

Migros wusste, was sie kauft

Der Migros als Käuferin des Grundstücks sei bekannt gewesen, dass es sich um einen be­lasteten Standort handle, erklärt Mediensprecherin Nadine Barcos. Der Rückbau des Areals ­werde bis 2023 komplett durch die Papierfabrik Utzenstorf AG erfolgen, «sodass die Grund­stücke dann saniert sind und die Genossenschaft Migros Aare ihre Entwicklung auf schadstofffreiem Boden umsetzen kann».

Die Papierfabrik Utzenstorf AG werde das Areal in Absprache mit der Migros rückbauen, sagt Verwaltungsratspräsident Ludwig. Dazu gehöre eben auch ei­ne allfällige Sanierung von be­lastetem Boden, ist sich Ludwig bewusst.

Berner Zeitung

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