Wiler

Der Schulhausumbau gibt zu reden

WilerAn der Informationsveranstaltung über den Schulhausumbau und den -neubau in Wiler hagelte es Wortmeldungen. Das Vorhaben ist teuer – mehr Steuern will keiner bezahlen.

Der Schulraum des Schulhauses in Wiler genügt nicht.

«Wir möchten etwas Licht hinter wilde Gerüchte bringen», sagt Gemeinderatspräsident Christoph Jutzi zu Beginn des Informationsanlasses über die Schulhaussanierung in Wiler. Die Aula ist gut besetzt, unter den Gästen ist auch der Gemeinderatspräsident von Zielebach, Hansueli Käser. Grundsätzlich gehe es darum, so Jutzi, Wiler als eigenständigen Schulstandort zu erhalten.

Eine letztjährige Schulraumanalyse habe ergeben, dass der bestehende Schulraum zu knapp sei. Daher müssten bereits ab nächstem Sommer rund dreissig Schülerinnen und Schüler ins nahe gelegene Zielebach zur Schule gehen. Dafür wird die vor acht Jahren geschlossene Schule reak­tiviert werden – was die Gemeinde Wiler pro Jahr 100'000 Franken kosten wird.

In Wiler zur Schule gehen Kinder vom Kindergarten und Schülerinnen und Schüler von der ersten bis zur sechsten Klasse. Dies betrifft auch jene von Zielebach. Da in den vergangenen Jahren junge Familien ins beschauliche Dorf gezogen seien, brauche es künftig auch mehr Schulraum, sagt Jutzi. Konkret dürfte es sich dabei um zusätzlichen Raum für ein bis zwei Klassen handeln.

Individuelles Lernen

Der in Wiler wohnhafte, mit der Machbarkeitsstudie beauftragte Architekt Fabian Vögeli, von den Rollimarchini Architekten AG Bern, erläutert die Pläne. Die beiden Schulgebäude würden aus dem Jahr 1930, beziehungsweise 1970, stammen. Letzgenanntes sei im Skelettbau erstellt und sei bereits einmal saniert worden.

Nicht zuletzt brauche es auch mehr Platz wegen des Lehrplans 21, sagt Vögeli. Für ein individuelles, flexibles Lernen empfehle der Kanton Bern unter anderem sogenannte Lernateliers. Den zusätzlichen Raumbedarf dafür beziffert Vögeli mit gut 300 Quadratmetern. Was ein Raunen unter den Anwesenden hervorruft.

Verschiedene Varianten

Insgesamt sieben Sanierungsvarianten seien angeschaut worden, heisst es. Am Schluss blieben die Umbau- und die Neubauvariante. Bei der Umbauvariante würde das alte Schulhaus aus dem Jahr 1930 mit den aktuell drei Wohnungen energetisch und rollstuhlgängig saniert und der ehemaligen Nutzung zugeführt.

Den neueren Teil betreffe nur eine sanfte Sanierung. Der Bezug des umfassend sanierten Umbaus ist für den Frühsommer 2020 vorgesehen. Die Kostenschätzung für die Sanierung liege bei knapp 5,7 Millionen Franken.

Derweil wird die Variante Neubau mit 13,7 Millionen beziffert. Ein Neubau würde laut Finanzchef Hugo Tobler mit vier Steuerzehnteln eine happige Steuererhöhung nach sich ziehen. Bei der konsultativen Abstimmung wählte dann die Mehrheit auch die Umbauvariante.

Weiterhin Einfachturnhalle

In der Diskussionsrunde hagelte es dann Wortmeldungen. Dabei ging es unter anderem um das ­nötige Provisorium während der Bauzeit, den Lifteinbau, um eine eventuelle Kostenteilung mit Zielebach, die Möglichkeit eines zentraler gelegenen Neubaus, den grossen Raumbedarf sowie eine mögliche Lösung mit Zielebach. Einige Stimmen gab es wegen der happigen Steuererhöhung bei der Neubauvariante und der Kosten ganz generell.

Weiter wurde über die Turnhalle diskutiert, die auch künftig nur eine Einfachturnhalle bleiben wird. Immerhin habe man doch mit dem heimischen und siegesverwöhnten Unihockeyteam Wiler-Ersigen ein gewichtiges Aushängeschild.

Dies würde den Kostenrahmen sprengen, lautete die Antwort aus dem Gemeinderat. Am Ende sind alle Fragen beantwortet. Über den Verpflichtungskredit wird in der Gemeindeversammlung im Winter abgestimmt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.09.2018, 10:22 Uhr

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