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Bekanntheit allein genügt nicht

Das Museum im Schloss Landshut, die Kulturmühle und das Gotthelf-Zentrum in Lützelflüh sowie das Gertsch-Museum in Burgdorf haben eines gemeinsam: Sie stehen nicht auf der Liste der regional bedeutenden Kulturinstitutionen.

Das Museum Franz Gertsch ist derzeit mehrheitlich privat finanziert. Noch ist offen, inwiefern das Museum subventionsberechtigt ist.
Das Museum Franz Gertsch ist derzeit mehrheitlich privat finanziert. Noch ist offen, inwiefern das Museum subventionsberechtigt ist.
Thomas Peter

Burgdorf ist mit dem Casino-Theater, der Stadtbibliothek und dem Kulturschloss in die Kränze gekommen. Langnau mit der Regionalbibliothek und dem Museum Chüechlihus. Diese fünf Emmentaler Kulturinstitutionen haben vom Kanton das Prädikat «regional bedeutend» erhalten und sind in die Liste der vom Kanton und von den Regionsgemeinden gemeinsam finanzierten Kulturinstitutionen aufgenommen worden.

Effektiv wird sich in der Emmentaler Kulturlandschaft damit vorderhand nichts Wesentliches ändern: Die gleichen Häuser, die schon heute Kantonsgelder erhalten, werden diese Unterstützung auch von 2017 bis 2020 bekommen.

Die einzige Verschiebung: Der kantonale Betriebsbeitrag beim Casino-Theater Burgdorf erhöht sich von gut 45000 auf über 90'000 Franken. Die Verpflichtung der Stadt Burgdorf und der Regionsgemeinden sinkt um den entsprechenden Betrag.

Enttäuschung in Lützelflüh

Andere Emmentaler Kulturhäuser, die zum Teil gar bekannter sind als die fünf unterstützten, fehlen auf der Liste regional bedeutender Kulturinstitutionen des Kantons:

das Museum Franz Gertsch in Burgdorf zum Beispiel, ebenso die Kulturmühle und das Gotthelf-Zentrum in Lützelflüh sowie das Schweizer Museum für Wild und Jagd im Schloss Landshut in Utzenstorf. Was sind die Gründe dafür?

Eine Antwort auf diese Frage zu finden, ist nicht einfach: Über den Auswahlprozess gibt das kantonale Amt für Kultur keine Auskunft. Es lässt lediglich verlauten, Voraussetzung für Kantonsbeiträge sei, dass bereits öffentliche Gelder fliessen würden.

Beim Gotthelf-Zentrum Lützelflüh ist man nicht besonders erfreut darüber, nicht auf der Liste zu stehen. Ihm sei nicht klar, nach welchen Kriterien vorgegangen worden sei, sagt der PR-Verantwortliche Heinrich Schütz auf Anfrage. Er verstehe zwar, dass das Zentrum auf die erste, im Gesetz verankerte Liste aus dem Jahr 2013 noch nicht aufgenommen worden sei, «wir eröffneten ja erst ein Jahr zuvor».

Nun aber sei das Haus etabliert und strahle weit über die Region hinaus. Er hoffe nun, dass das Gotthelf-Zentrum ab 2020 Unterschlupf finde und von kantonalen Betriebsbeiträgen profitieren könne.

Das Gleiche gelte ebenfalls für die zweite grosse Lützelflüher Kulturinstitution, die Kulturmühle. Dort amtet Schütz als Stiftungsratspräsident. «Auch für diese hat sich die Gemeinde stark eingesetzt – gereicht hat es auch nicht».

Verständnis in Utzenstorf

Aussen vor steht auch das Schweizer Museum für Wild und Jagd im Schloss Landshut. Stiftungsratspräsident Hans-Rudolf Saxer hat Verständnis dafür. Es falle insgesamt auf, dass mit Oberhofen, Thun, Spiez und Burgdorf nur die vier grossen Schlossmuseen Berücksichtigung gefunden hätten.

«Die mittleren wie Laupen, Thunstetten oder eben wir nicht», so Saxer weiter. Offenbar seien die Besucherzahlen ein Kriterium gewesen. Es sei das Ziel der Utzenstorfer Institution, künftig auf der Liste vertreten zu sein, «das wäre längerfristig aus finanzieller Sicht wichtig».

Um das zu erreichen, müsse man zuerst den geplanten Saal für Wechselausstellungen realisieren, zudem müsse auch die Dauerausstellung weiter entwickelt werden. Zudem: «Der Kanton lässt uns schon jetzt nicht im Stich: Da das Schloss ein Gebäude von nationaler Bedeutung ist, haben wir bereits eine Leistungsvereinbarung.»

Wiederum anders sieht die Situation beim Museum Franz Gertsch in Burgdorf aus. Dieses ist derzeit mehrheitlich privat finanziert. «Es ist immer noch Gegenstand von Verhandlungen zwischen uns und der öffentlichen Hand, inwiefern unser Museum subventionsberechtigt ist», erklärt der geschäftsführende Direktor Arno Stein. Deshalb habe man sich gar nicht erst um einen Platz auf der Liste beworben.

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