Bei der Feuerwehr brennts langsam

Utzenstorf

Nur zögerlich geht es voran, aber jetzt ist klar: Das neue Feuerwehrmagazin in Utzenstorf kostet 2,7 Millionen Franken. Ein Bauprojekt liegt vor.

So könnte es dereinst aussehen. Das Feuerwehrdepot im Industrieviertel.

So könnte es dereinst aussehen. Das Feuerwehrdepot im Industrieviertel.

(Bild: Nadja Noldin)

Wenn ein Alarm eingeht, hat die Feuerwehr vor allem eines nicht: Zeit.

Zeit ist aber genau das, was es offenbar braucht, um ein neues Magazin für die Rettungskräfte zu planen. Im unteren Emmental geht es diesbezüglich jedenfalls nur schrittchenweise voran. Lange herrschte Funkstille. Eigentlich hätte die Mannschaft längst schon vom neuen Gebäude an der Fabrikstrasse nahe der ehemaligen Papierfabrik Utzenstorf ausrücken sollen.

Bereits 2013 wurden eine Machbarkeitsstudie und eine Standortanalyse durchgeführt. Doch das Neubauprojekt wurde zunächst wegen der Fusionsverhandlungen zwischen den Gemeinden Utzenstorf, Bätterkinden, Wiler und Zielebach auf Eis gelegt. Nachdem der Zusammenschluss 2015 an der Urne Schiffbruch erlitt, wurden die Pläne wieder aufgetaut.

Die Utzenstorfer Behörden arbeiteten ein Vorprojekt aus und trugen es in die Exekutiven der Verbandsgemeinden. Denn die Feuerwehr gehört zum Verband öffentliche Sicherheit untere Emme, zu dem auch die anderen drei oben erwähnten Kommunen zählen. Sie zahlen schon heute Mietzins für die bestehenden Feuerwehrgebäude und müssten nach dem Bau des neuen Magazins noch mehr beisteuern. Das schrie nach Abklärungen, kritische Fragen zur Finanzierung tauchten auf. Gewisse Varianten habe man drei-, viermal überprüfen müssen, sagt die zuständige Utzenstorfer Gemeinderätin Heidi Heierli. 

Und noch etwas anderes benötigte Zeit und Abklärungen: weitere Umzugspläne. Falls das neue Feuerwehrgebäude realisiert wird, würde der Werkhof den bisherigen Feuerwehrteil im Lindenpark mitbenützen und seine Aktivitäten am dortigen Standort mitten im Dorf zentralisieren. Das Areal der ehemaligen Abfallsammelstelle an der Unterdorfstrasse würde damit frei und soll von einer Zone für öffentliche Nutzung in eine Wohn- und Gewerbezone überführt werden, erklärt Heidi Heierli. «Diese Umzonung ist Bestandteil der laufenden Ortsplanungsrevision.»

Ein Platzproblem

Inzwischen sind Gemeinderat und Arbeitsgruppe einen Schritt weiter. Nun liegt das konkrete Bauprojekt vor. Dieses wurde vom Utzenstorfer Rat genehmigt. Auch die Kosten sind errechnet: 2,7 Millionen Franken muss Utzenstorf für ein neues Magazin zahlen, die Kostenungenauigkeit liegt bei 10 Prozent. Der Entscheid für diesen Kredit wird das Volk an der Urne fällen. Das dürfte frühstens in einem Jahr der Fall sein. Für den Neubau ausserhalb des Dorfes im Industriegebiet hatte die Gemeinde schon vor ein paar Jahren eine Parzelle als Planungsreserve gesichert.

«Alles ist eng. Die Fahrzeuge sind nahe aufeinander und hintereinander parkiert, die Unfallgefahr ist nicht gering.»Thomas Binz?Feuerwehrkommandantuntere Emme

Aber bei der Feuerwehr brennts, die heutigen Gebäude nämlich platzen aus allen Nähten. Kommandant Thomas Binz erklärte unlängst an der Gemeindeversammlung von Utzenstorf, warum die Feuerwehr «unbedingt» einen Neubau brauche. Ein zentrales Magazin an einem Standort bringe für die ganze Region etwas und gewährleiste Sicherheit, sagte er. Es ermögliche eine effizientere Retablierung, also das Warten und Bereitstellen von Ausrüstung, Fahrzeugen und Geräten. Momentan ist die Feuerwehr auf zwei Standorte verteilt: Lindenpark und Gotthelfstrasse. Beidenorts sei der Platz knapp. «Alles ist eng. Die Fahrzeuge sind nahe aufeinander und hintereinander parkiert, die Unfallgefahr ist nicht gering.» Die sanitären Anlagen seien veraltet, nicht geschlechtergetrennt, Duschen fehlten.

Aber eben, bis es ein neues Magazin steht, braucht es Zeit.

Berner Zeitung

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