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Auf welches Pferd setzt die SP?

Am Donnerstagabend entscheidet sich, wen die Genossen losschicken, um Walter Sutter von der SVP das Langnauer Gemeindepräsidium streitig zu machen. Renate Strahm und Niklaus Müller ­stellen sich der parteiinternen Vorentscheidung.

Susanne Graf
Renate Strahm und Niklaus Müller ­stellen sich der parteiinternen Vorentscheidung.
Renate Strahm und Niklaus Müller ­stellen sich der parteiinternen Vorentscheidung.
zvg

Renate Strahm und Niklaus Müller betonen es beide: Es wird in Langnau ab 2018 nicht weitergehen wie bisher. Auch dann nicht, wenn mit ihr oder ihm weiterhin ein SP-Mitglied das Gemeindeschiff steuern sollte. «Ich bilde mir nicht ein, dass ich Bernhard Antener eins zu eins ersetzen könnte», sagt Renate Strahm. Niklaus Müller spricht von «einer neuen Ära», die anbrechen werde, und sagt: «Wir müssen uns von Übervater Bernhard Antener lösen.»

24 Jahre hat dieser die Geschicke Langnaus als Gemeindepräsident geprägt. Jetzt tritt er ab, und seine Partei muss morgen Abend entscheiden, wer aus ihren Reihen die grösseren Chancen hat, das Amt zu verteidigen. Sowohl Renate Strahm als auch Niklaus Müller wären bereit, es mit dem SVP-Kandidaten Walter Sutter aufzunehmen.

«Neue Herausforderung»

Renate Strahm begründet ihre Kandidatur zuerst einmal mit ihrer langjährigen Mitarbeit im Gemeinderat. Sie gehört der Exekutive seit 2006 an und betreut dort das Departement Bildung. «Es wäre schön, jetzt eine neue Herausforderung anzunehmen», sagt die 54-Jährige. Zudem findet sie, dass die SP durchaus Anspruch erheben dürfe, das Amt weiterhin auszuüben. «Es hat sich bewährt», sagt Renate Strahm.

Sie meint die Tatsache, dass die SVP im Grossen Gemeinderat zwar die Mehrheit hat, die Gemeinde aber von einem SP-Mitglied präsidiert werde. «Denn Langnau ist ja kein typisches SVP-Dorf», sagt Renate Strahm. So habe Bernhard Antener zwar seine eigene Meinung jeweils hintanstellen müssen, aber dennoch im Sinne guter Lösungen ausgleichend wirken können. Und eben darin würde Renate Strahm auch ihre Aufgabe sehen, so sie denn gewählt würde.

Beruflich müsste sie als Gemeindepräsidentin «wohl etwas jonglieren». Renate Strahm ist Geschäftsleiterin Tagesfamilien Region Langnau, ein Amt, das sie zu 40 bis 50 Prozent auslastet. Daneben ist sie Vizepräsidentin des Verbands Kinderbetreuung Schweiz. Dieses Amt würde sie wohl abgeben, denkt sie, da die Sitzungen jeweils in Zürich stattfinden. Aber sonst sähe die ­Mutter dreier erwachsener Kinder als Gemeindepräsidentin keine grösseren organisatorischen Änderungen auf sich zukommen. «Ausser dass mein Partner im Haushalt mehr Aufgaben über nehmen müsste», fügt sie hinzu.

«Nicht kampflos»

Niklaus Müller tritt aus zwei Gründen an: Einerseits weil er überzeugt ist, über die «menschliche und fachliche Qualifikation» zu verfügen, obwohl er «einen grossen Respekt vor dem Amt» habe. Andererseits findet er: «Wir dürfen der politischen Rechten das Präsidium nicht kampflos überlassen.» Das Volk müsse wählen können. Denn Langnau habe sich in den letzten Jahren stark entwickelt, sei familiär, jugendlich und weltoffen geworden.

Mit einem Präsidenten aus der politischen Mitte oder links davon, wäre die Gemeinde gut vertreten, denkt Müller. Persönlich reizt ihn die Aussicht auf ein Exekutivamt. Schon zweimal hat er für den Gemeinderat kandidiert, ohne den Sprung zu schaffen. Politisch unerfahren ist der 51-Jährige aber nicht. Von 2000 bis 2011 sass er im Grossen Gemeinderat, 2010 präsidierte er das Parlament. Nun hat der zweifache Vater erwachsener Töchter eine sechsjährige Politabstinenz hinter sich, die er mit der Wahl in die Baukommission letzten Mai jedoch beendete.

Beruflich müsste Müller zurückstecken, wenn er zum Gemeindepräsidenten gewählt würde. «Ich müsste mein Pensum reduzieren», sagt der Klassenlehrer an einer Integrationsklasse im berufsvorbereitenden Schuljahr Langnau.

Morgen Abend nominiert die SP an ihrer Hauptversammlung nun also den Kandidaten oder die Kandidatin für das Gemeindepräsidium. Am 10. März wird sich entscheiden, ob und wenn ja mit wem auch die EVP Ende Jahr ins Rennen steigen will. Die SVP ihrerseits hat bereits Ende Januar Nägel mit Köpfen gemacht, als sie Walter Sutter nominierte.

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