Applaus für den kribbeligen Feuz

Schangnau Grosser Bahnhof in Bumbach: Der Fanclub von Beat Feuz, Freunde, Gäste, die Dorfbevölkerung und Österreicher feierten am Samstagabend den gegenwärtig weltbesten Abfahrer.

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Auf dem Vorplatz der Mehrzweckhalle in Bumbach backen fleissige Hände Apfelchüechli, andere belegen den Grill mit duftenden Bratwürsten. Während gleich daneben ein Chäsbrätel nach dem anderen über die Theke gereicht wird, intoniert die Guggenmusik Schonbachgusler aus dem luzernischen Marbach schon mal das eine oder andere Stück.

Bereits zwei Stunden vor dem offiziellen Empfang des zweifachen Olympiamedaillengewinners von Pyeongchang und Gesamtsiegers des diesjährigen Abfahrtsweltcups Beat Feuz herrscht vor und in der Turnhalle reger Betrieb. Während sich einige dem Apéro zuwenden, sichern sich andere einen guten Platz ­nahe der Bühne. «Hoffentlich kommt er auch», meint eine junge Mutter, die mit ihren Kindern extra aus dem Berner Oberland angereist ist, um den derzeit wohl weltbesten Abfahrer in seiner Heimat zu feiern. Die beiden Olympiamedaillen und die Kristallkugel für den Abfahrtsgesamtsieg sind jedenfalls schon mal auf der nahen Bühne in Szene gesetzt.

Mehr Fans als Einwohner

Gekommen sind Jung und Alt, Frauen und Männer. Und schon bald stehen Fans, Gäste und die Dorfbevölkerung in der Turnhalle dicht an dicht. «Rund tausend sind es bestimmt», schätzt Daniel Haldimann, Präsident des organisierenden Fanclubs. Das sind mehr Leute, als die Gemeinde Schangnau Einwohner hat.

Angereist ist auch eine Gruppe Fans aus Österreich. Der Präsident des Beat-Feuz-Fanclubs Österreich ist mit seinen Kollegen um acht Uhr in der Früh im Tirol losgefahren, um am Empfang teilzunehmen. «Es ist komisch, aber es ist einfach so: Wir drücken Beat Feuz stärker die Daumen als unseren Skifahrern, weil wir ihn persönlich gut kennen», sagt Mario Larl aus Oberperfel in markigem Tiroler Dialekt und schmunzelt. Das Geschenk für Beat ist allerdings in Österreich geblieben. «Es hatte keinen Platz im Car», erklärt Larl. Deshalb wird es ihm erst im Sommer übergeben, wenn der Emmentaler Kugelblitz dort traditionellerweise am lokalen Fussballturnier teilnehmen wird.

Zum fünften Mal

Dann ist der Abfahrtsweltcupgesamtsieger da. Durch eine enge Gasse schreitet «Beätu», wie sie ihn im Dorf nennen, begleitet von einer Treichlergruppe, auf die Bühne. Die Menge jubelt und applaudiert. Der zweifache Olympiamedaillengewinner lächelt, winkt und grüsst links und rechts.

Auf die Frage von Moderator Ruedi Zesiger, dem ehemaligen Geschäftsführer der SCL Tigers, wie es ihm denn jetzt gehe, meint Beat Feuz: «Jetzt bin ich schon etwas kribbelig.» Auch wenn es nun schon die fünfte solche Feier im Dorf sei, «ist es wieder sehr speziell, herzlichen Dank für den schönen Empfang». Die Fans antworten mit lautem Jubel und kräftigem Applaus. Dafür lieben sie ihn, für seine Bodenständigkeit, auch in Zeiten der grossen Erfolge.

Die zahlreichen Redner sind sich einig: «Beat ist ein Kämpfer und ebenso ein fairer Sportsmann», hält zum Beispiel Markus Wolf, Geschäftsführer von Swiss-Ski, fest. Und der ehemalige Bobfahrer und Silbermedaillengewinner der Olympischen Winterspielen 1994 Reto Götschi löst am Abend gleich ein Versprechen ein: «Als ich ‹Beätu› 2007 zum Juniorenweltmeistertitel gratulierte, versprach ich ihm eine Bobfahrt, falls er Weltmeister bei der Elite wird.» Dies war ja bereits im letzten Jahr der Fall.

Botschafter fürs Emmental

«Wir sind sehr stolz auf dich, du trägst den Namen unserer Gemeinde in die ganze Welt hinaus», betont wenig später Schangnaus Gemeindepräsident Beat Gerber. Und in der Tat: Dieses Jahr wird Beat Feuz im Auftrag von Emmental Tourismus als Botschafter wirken. «Es freut mich sehr, dass so viele Leute gekommen sind. Dies ist eine grosse Wertschätzung», hält Beat Feuz schliesslich gegenüber dieser Zeitung fest. Bald steht für «Beätu» indes eine ganz andere Rolle an. Er und seine Partnerin Kathrin Triendel erwarten im Juli ihr erstes Kind. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2018, 16:28 Uhr

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