Zollbrück

Als hätten die Emmentaler darauf gewartet

ZollbrückAm Wochenende fand erstmals das Bier- und Foodfestival statt. Einheimische Kleinbrauereien luden zur Degustation.

Die Betreiber der Foodtrucks hatten alle Hände voll zu tun. Mit ihrem Festival trafen die Organisatoren offenbar den Nerv der Zeit.

Die Betreiber der Foodtrucks hatten alle Hände voll zu tun. Mit ihrem Festival trafen die Organisatoren offenbar den Nerv der Zeit. Bild: Olaf Nörrenberg

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Mit knurrendem Magen und durstiger Kehle freut sich der Bierliebhaber am Freitagabend auf das Bier- und Foodfestival in Zollbrück. Der Parkplatz bei der Sekundarschule vis-à-vis dem Restaurant zur Brücke scheint perfekt zu liegen für ungeduldige Gäste. Doch man hat sich getäuscht: «Wollen Sie das ‹Song­line› besuchen?», fragt der Autoeinweiser. Im Schulhaus wird am selben Abend ein christliches Musical aufgeführt, für welches diese Parkplätze reserviert sind.

Es ist also ausserordentlich viel los in Zollbrück, und die Bierfreunde müssen sich die Degustation erst mit einem zehnminütigen Fussmarsch ab dem für sie vorgesehenen Parkplatz in Lauperswil verdienen.

Ein Glas zum Mitnehmen

Das Festival findet auf dem grossen Parkplatz des Restaurants Brücke statt, wo sich um halb acht Uhr bereits viele Menschen tummeln: Von Jung bis Alt, vom langhaarigen Lederjackenträger bis zur Mutter mit Kinderwagen sind alle anzutreffen.

Es scheint, als ob die Emmentaler nur auf einen solchen Anlass in ihrer Heimat gewartet hätten. Nach der Eintrittskontrolle erhält man vom Wirteehepaar des Restaurants zur Brücke, Monika und Markus Roth, ein eigens für das Festival beschriftetes Bierglas. «Das Glas kostet zehn Franken, wobei fünf Franken als Depot dienen und die erste Füllung gratis ist», erklärt die Organisatorin. Der durstige Besucher freut sich nun vor allem darüber, dass alle Biere gratis degustiert werden dürfen.

«Es ist nicht aus­geschlossen, dass wir bald auch ein Hanfbier brauen werden.»Patrick Vaucher
Kleinbrauer aus Thun

Mit dem leeren Glas macht sich der Gast deshalb schleunigst auf den Weg zu den Kleinbrauereien im Untergeschoss des Restaurants. Man testet sich schluckweise durch verschiedene Sorten – von English Pale Ale bis Sauerbier, das unter anderem Koriander enthält. Bei Üelus Homebrew aus Burgdorf wird man dann fündig und lässt sein Glas mit dem süffigen Honey Bee füllen. Sein Name klingt harmlos. Aber das Honigbier mit seinem über neun prozentigen Alkoholgehalt ist nicht zu unterschätzen.

Andere entscheiden sich etwa für ein «Degustationsbrättli» der Brauerei Hohgant aus Schangnau; ein Holzbrettchen, auf dem vier ­kleine Becher, gefüllt mit Räb­loch dunkel, Hohgant hell, Red Ale und Furgge-Bock, serviert ­werden.

Obwohl das eigene Glas immer noch gut gefüllt ist, möchte man nicht darauf verzichten, auch beim dritten Kleinbrauer, Mousse de Thoune, ein Bier zu probieren. Patrick Vaucher reicht einen Plastikbecher. Vom Thuner erfährt man Interessantes: «Ich habe mich heute mit CBD Emmental ausgetauscht, und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir bald auch ein Hanfbier brauen werden.» Die ortsansässige Firma, die das als «legales Gras» bekannte Cannabidiol verkauft, ist selbst mit einem Stand am Bier- und Foodfestival in Zollbrück vertreten.

Es bilden sich Schlangen

Insgesamt beherbergt das Festival neun Bierstände: Nebst den Kleinbrauereien nehmen auch grosse Namen wie Burgdorfer Bier und Feldschlösschen am Festival teil. «Bis auf drei Stände sind jedoch alles Einheimische», sagt Monika Roth.

Die Initiantin hat zuvor an ähnlichen Festivals in Thun oder Huttwil das Angebot von Foodtrucks getestet. «Neun Food­stände konnten wir für Zollbrück gewinnen, obwohl sich einige nicht sicher waren, ob bei uns genügend Besucher kommen würden.» Das kulinarische Angebot reicht nun von Currywurst über Hähnchen bis zum Flammkuchen und zu afghanischen Spezialitäten, wobei sich vor einigen Ständen zeitweilig eine Schlange bildet.

Das sechsköpfige Organisationskomitee, in dem auch der Biersommelier Patrick Rettenmund (der ehemalige Truber Sternenwirt) mitwirkt, ist deshalb schon am ersten Abend überzeugt: Das Festival wird auch im nächsten Jahr wieder statt­finden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2018, 16:59 Uhr

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