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SC Langnau wehrte sich für seine Fans beim Fernsehen

In der Berner Zeitung vom Freitag, 24. Juli 1998, war zu ­lesen: «SCL wollte nicht früher spielen». Worum ging es denn da?

Damals war noch vieles anders: 1998 spielte unter anderen Gaetano Orlando für die SCL Tigers.
Damals war noch vieles anders: 1998 spielte unter anderen Gaetano Orlando für die SCL Tigers.
Hans Wüthrich (Archiv)

«Mit aller Macht» hatten sich die Langnauer gewehrt – doch es nützte nichts. Die Eishockeyspiele sollten ab der Saison 1998/1999 bereits um 19.30 Uhr beginnen statt wie bisher erst um 20 Uhr. Daran hatten die Verantwortlichen der damals noch SC Langnau genannten Tigers keine Freude. Es ging ihnen nicht um die Spieler, sondern vielmehr um die Fans. Wenn der Spielbeginn eine halbe Stunde vorgezogen würde – so argumentierten die Emmentaler –, sei es vielen ihrer Anhänger nicht mehr möglich, rechtzeitig im Stadion zu sein. Gerade wer in der Landwirtschaft arbeite, werde es nicht mehr schaffen, so war man überzeugt.

Den Verband beeindruckte der Protest aus Langnau nicht im Geringsten. Schliesslich hatten sieben Nationalliga-A-Mannschaften dem neuen ­Regime zugestimmt, nur drei waren dagegen gewesen. «Schuld» am früheren Spielbeginn war das Schweizer Fernsehen. Leutschenbach wollte in den spätabendlichen Sportsendungen möglichst perfekte Beiträge über die Hockeyspiele des Abends zeigen. Und dafür war diese eine halbe Stunde offenbar, ja, matchentscheidend.

Klar, dass die Zeit der Fernsehleute dem Verband wichtiger war als jene der Langnau-Fans. Schliesslich ging es um nichts Geringeres als das Image des Schweizer Eishockeys – und auch um eine ganze Menge Geld. Wie viel das Schweizer Fernsehen für die Übertragungsrechte hinblätterte, wollte man damals nicht sagen. Auf jeden Fall aber stieg der Preis mit dem früheren Spielbeginn.

Und heute? Inzwischen beginnen die Spiele in der Regel um 19.45 Uhr – und wer es nicht rechtzeitig ins Stadion schafft, ist trotzdem nahezu live dabei. Internet sei Dank.

Was geschah vor 20 Jahren? In loser Folge werfen wir einen Blick zurück, erinnern an kleinere und grössere Geschichten, die in dieser Zeitung standen. Wir erzählen sie nach und schauen, was aus ihnen geworden ist.

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