Zu wenige Kinder – Schulhaus geht zu

Eggiwil

Die Gemeinde Eggiwil ist bekannt für ihre vielen Gesamtschulen. Jetzt aber kommt sie nicht umhin, eine davon zu schliessen: Auf dem Kapf fehlt es an Kindern.

Im und ums Schulhaus Kapf in der Gemeinde Eggiwil kehrt ab Sommer 2015 Ruhe ein.

Im und ums Schulhaus Kapf in der Gemeinde Eggiwil kehrt ab Sommer 2015 Ruhe ein.

(Bild: Thomas Peter)

Zurzeit seien es noch zehn Schülerinnen und Schüler, die auf dem Kapf unterrichtet würden, sagt Eggiwils Schulleiter Ruedi Wyss. Damit befinde sich die Klasse, die dort als Gesamtschule geführt werde, bereits jetzt im unteren Überprüfungsbereich, schreibt der Gemeinderat in einer Medienmitteilung. «Im kommenden Jahr sind die Zahlen so tief, dass die gesetzlichen Bestimmungen über die Minimalgrösse einer Klasse nicht mehr eingehalten werden können.»

Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, die Gesamtschule Kapf auf den 31.Juli 2015 zu schliessen. Er habe gar keine andere Wahl gehabt, sagt die für das Schulwesen zuständige Gemeinderätin Barbara Egli. Das würden auch die Eltern der betroffenen Schülerinnen und Schüler einsehen. «Sie haben ja selber gemerkt, dass der Chor an den Schülerexamen von Jahr zu Jahr kleiner geworden ist», fügt sie hinzu.

Ein grosser Jahrgang

In Eggiwil ist also nicht mit Opposition zu rechnen, wenn die Siebt- bis Neuntklässler aus dem Gebiet Kapf ab dem nächsten Schuljahr im Dorf zur Schule gehen müssen. Die Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Klasse werden im Schulhaus Horben Platz finden. Für sie ist die Umstellung nicht gewaltig, haben sie doch schon den Kindergarten in diesem Schulhaus besucht.

Während auf dem Kapf eine Klasse geschlossen wird, muss im Schulhaus Dorf zu den bestehenden vier eine zusätzliche eröffnet werden. Hier hätten die Klassengrössen bereits im laufenden Schuljahr den oberen Überprüfungsbereich erreicht und teilweise gar überschritten. «Ab dem kommenden Schuljahr verschärft sich die Situation nochmals, da erneut ein grosser Jahrgang eingeschult wird», schreibt der Gemeinderat. Die kantonalen Richtlinien und auch pädagogische Überlegungen führten dazu, dass im Dorf auf den 1.August eine zusätzliche Realklasse eröffnet werden müsse. Das sei ohne bauliche Anpassungen machbar, sagt Ruedi Wyss.

Nach der Schliessung derjenigen auf dem Kapf bleiben in der Gemeinde Eggiwil immer noch vier Gesamtschulen in Betrieb: jene für die Bezirke Hindten, Leber, Neuenschwand und Siehen. Der Gesamtgemeinderat halte an seiner bisherigen Strategie fest, betont Barbara Egli. Er wolle, dass die Eggiwiler Schülerinnen und Schüler auch weiterhin dezentral unterrichtet werden – künftig in sechs statt wie bisher sieben Schulhäusern.

Was mit dem ab dem nächsten Sommer leer stehenden Schulhaus auf dem Kapf passieren wird, steht noch in den Sternen. Dazu habe sich der Gemeinderat noch keine Gedanken gemacht, sagt Barbara Egli.

Berner Zeitung

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