Neuer Besitzer für Zebra-Haus gesucht

Schwanden

Zebras aussen, Zebras innen, Zebras überall: Das Haus des verstorbenen Grosswildjägers Erich Fankhauser steht zum Verkauf.

Das Zebra-Haus bei Schwanden zeugt unübersehbar von der Leidenschaft seines ehemaligen Bewohners.

Das Zebra-Haus bei Schwanden zeugt unübersehbar von der Leidenschaft seines ehemaligen Bewohners.

(Bild: zvg)

Stephan Künzi

Er hat zwar ein paar «interessante Besichtigungen» vor Ort hinter sich, doch zugreifen mochte noch niemand. Dabei hatte sicher ein halbes Dutzend potenzieller Käufer mit ernsthafteren Absichten auf das Inserat reagiert – aber eben: Diese Liegenschaft, sagt Immobilienmakler Daniel Ogg, sei halt sehr speziell. Und entsprechend schwierig zu vermarkten.

«Butz», das Zebra-Baby

In der Tat hat das Gebäude, das im Oberbach bei Schwanden steht, schon vermehrt für Aufsehen gesorgt. Zebras aussen, Zebras innen, ja Zebramuster überall zeugen von der Leidenschaft ihres einstigen Bewohners: Seit Erich Fankhauser in der zweiten Hälfte der 1960-Jahre auf Grosswildjagd in Afrika gewesen und dabei auf seinen «Butz», ein von der Herde verlassenes und damit so gut wie dem Tod geweihtes Zebra-Baby, gestossen war, schlug sein Herz für die schwarz-weissen Steppentiere.

Hantel im Zebra-Look

Im letzten Sommer ist Erich Fankhauser kurz vor seinem 74. Geburtstag bei einem schweren Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Und hat im Hügelland südlich von Rüderswil sein Haus zurückgelassen – sein Zebra-Haus, wie er es selber liebevoll zu nennen pflegte. Seine Erben wollen es nun verkaufen.

Mit all den Erinnerungen an den früheren Hausherrn. Daniel Ogg verweist ins Innere, wo über den Fenstern Zebras und neben den Festern Zebra-Vorhänge die Blicke auf sich ziehen. Decke, Schränke und Buffet sind, natürlich, in Weiss mit schwarzen Strichen gehalten, und sogar vor Küche und WC machen die Exoten nicht Halt. Kochherd und Toilettendeckel sind in ihren Farben gehalten – unvergesslich ist Daniel Ogg der Augenblick, als er sogar auf eine Hantel im Zebra-Outfit stiess.

Ein solches Interieur, wiederholt der Makler, sei nicht jedermanns Sache. Genauso, wie die Lage im Oberbach, wo der Laden, die Schule und wohl auch die Arbeit nicht gleich vor der Haustür zu finden seien, ebenfalls nicht einem durchschnittlichen Bedürfnis entspreche – wobei: Er sei schon einmal mit einem Kunden über das Emmental geflogen, um eine abgeschiedene Liegenschaft zu finden. «Man soll niemals nie sagen.»

Auch ohne Zebras

Laut Daniel Ogg bewegt sich der Richtpreis für das Zebra-Haus bei 250'000 Franken. Dafür bekommt der Käufer ein Gebäude mit 7 Zimmern und ein Grundstück von gegen 500 Quadratmetern. Natürlich könne der künftige Besitzer den Zebra-Look entfernen und das Gebäude seinen Wünschen entsprechend umgestalten, betont er. Und kommt nochmals auf den Umschwung zu reden: Für spielende Kinder sei diese Fläche ein wahres Paradies.

Berner Zeitung

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