Wohnungen anstelle des Formenbaus

Rüdtligen-Alchenflüh

Kurt Jacquemai gibt seinen Feinmechanikerbetrieb aus Altersgründen auf. Aus dem Fabrikgebäude in Rüdtligen-Alchenflüh wird eine Domizilliegenschaft.

Die Zeit der Präzisionsarbeit ist hier bald vorbei. Die ansässige Firma wird geschlossen.

Die Zeit der Präzisionsarbeit ist hier bald vorbei. Die ansässige Firma wird geschlossen.

(Bild: Thomas Peter)

Bereits seit Mitte der 1960er-Jahre wird an der Hauptstrasse 52 in Rüdtligen-Alchenflüh Feinmechanik betrieben. Am Anfang noch unter dem Namen Feinmechanik Kirchberg AG. Bald ist jedoch Schluss mit dem Gewerbe. Denn künftig soll dort nicht mehr präzise gearbeitet, sondern gewohnt werden.

«Ich werde nächstens pensioniert und möchte daher den Betrieb aufgeben», sagt Kurt Jacquemai, der Inhaber des gleichnamigen Unternehmens, auf Anfrage. Auch für seine drei Angestellten ist Ende Monat Schluss. «Alle drei haben bereits eine neue Stelle gefunden, sagt er erfreut. Jacquemai selber wird noch restliche Aufträge erledigen und aufräumen. Teile der Produktion habe er bereits verkaufen können.

Der in Koppigen wohnhafte ­gebürtige Jurassier stiess im Jahr 1985 zur Firma. Fünf Jahre später übernahm er den Betrieb unter dem Namen Feinmechanik Jacquemai AG. Vor zehn Jahren hat der ausgebildete Feinmechaniker eine zusätzliche Fabrikationshalle gebaut. Wirtschaftlich sei es im Spritzformenbau immer gut gelaufen.

«Wir hatten seit Mitte der 1980er-Jahre nie Kurzarbeit», sagt er nicht ohne Stolz. Nun aber geht mit seiner Pensionierung im Herbst am Firmensitz an der Hauptstrasse die langjährige Ära der Feinmechanik zu Ende, das Firmengebäude soll in Wohnraum umgenutzt werden.

Da sein Gewerbebetrieb in der Wohnzone steht, dürfte die Umnutzung auch kein Problem sein, sagt Jacquemai. Ein Glück, habe es in der Gründungszeit des Unternehmens noch kaum Zonenpläne ­gegeben, ergänzt er. Die Projektverfasserin ist die A + W Architekten AG aus Kirchberg.

Zurzeit läuft die Baupublikation. Gemäss dieser wird der südöstliche Holzanbau abgerissen und neu aufgebaut. Der gesamte, rollstuhlgängige und mit einem Lift erschlossene Wohnkomplex wird 15 mal 20 Meter gross. Auf zwei Etagen entstehen je drei unterschiedlich grosse Wohnungen. Die meisten davon mit Balkon. Zusätzlich erhält das Gebäude ein 144 Quadratmeter grosses Attikageschoss.

Für die 114 Quadratmeter grossen 4½-Zimmer-Wohnungen seien Mietzinse in der Höhe von etwa 1550 Franken angedacht, so Jacquemai. Zusätzlich wird die bestehende Gasheizung mit einer thermischen Solaranlage auf dem Dach ergänzt. Da Jacquemai die Nachbarschaft vorgängig über seine Umnutzungsabsichten informiert hat, rechnet er kaum mit Einsprachen. Zu den Baukosten möchte er nichts sagen.

Wenn alles gut geht, soll bereits kommenden Winter gebaut werden und ein Jahr später die ersten Mieter einziehen.

Berner Zeitung

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