Burgdorf

Wettersäule wurde restauriert

BurgdorfDie Wettersäule am Eingang der Burgdorfer Oberstadt wurde restauriert. Die filigranen Originalinstrumente der 1895 errichteten Wetterstation glänzen wie neu und zeigen Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit an.

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Wer heutzutage eine Skitour plant, schaut sich am Abend vorher eine Wettersendung im Fernsehen an oder klickt im Internet auf die entsprechenden Homepages. Doch früher sah dies oft anders aus. «Meine Eltern haben sich jeweils am Wochenende bei der Wettersäule getroffen und sich dann entschieden, ob es sich lohnt, in die Berge zu gehen», erzählte Peter van Laer.

Bei kaltem Nieselwetter hatte sich gestern eine Gruppe von Leuten an der Ecke Technikumstrasse/Oberstadtweg versammelt, um die restaurierte Wettersäule von Burgdorf einzuweihen. Dass die alten Instrumente nun in neuem Glanz erstrahlen, ist Peter van Laers Kindheitserinnerungen zu verdanken. Als der Burgdorfer nämlich vor einiger Zeit den desolaten Zustand der 1895 erbauten Wettersäule bemerkte, entschloss er sich, etwas dagegen zu tun.

Geräte nicht mehr erhältlich

Gemeinsam mit Rudolf Kräuchi vom Stadtbauamt, das für die Wettersäule zuständig ist, versuchte Van Laer einen Weg zu finden, die Geräte – einen Thermografen, einen Hygrografen und einen Barografen – zu er-setzen. «Ich musste dann aber erfahren, dass solche Instrumente gar nicht mehr erhältlich sind.» Kein Wunder, schliesslich wurde die Wettersäule vor über hundert Jahren vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Burgdorf erstellt. Doch dann wurde ihm Diego Martinaglia, ein Augenoptiker aus Grindelwald, empfohlen. Dieser hatte bereits die alte Wettersäule von Grindelwald restauriert und nahm die Herausforderung gerne an.

Mit blonden Haaren

«Die Geräte waren in einem schlechten Zustand – doch das ist normal, wenn sie so lange Wind und Wetter ausgesetzt waren», sagte der junge Mann. Besonders der Hygrograf sei ein sehr seltenes Gerät. Mit Hilfe von blonden Frauenhaaren misst das Instrument die Luftfeuchtigkeit und zeichnet die Daten auf einer rotierende Papiertrommel auf.

Er habe die Instrumente komplett zerlegt, den Lack abgeschliffen und das Messing lackiert, erläutert Martinaglia sein Vorgehen. Beim Hygrometer musste er zudem neue Haarstränge einspannen. Nicht ganz einfach sei die Beschaffung des Papiers gewesen. «Ich habe fast in ganz Europa danach gesucht.» Schliesslich habe sein Bruder – ein Industriedesigner – das Papier nach alten Vorlagen rekonstruiert und drucken lassen.

Seit gestern werden darauf die Daten für Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Temperatur aufgezeichnet. Nach einer Woche muss das Papier gewechselt werden. Dies erledigt Sebastian Voigtmann, der Leiter Haustechnik des Gertsch-Museums.

Sponsor Peter van Laer freute sich sichtlich über das gelungene Resultat. Eine kleine Gedenktafel erinnert an seine Eltern, die «Bergfreunde». Und Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch traute der Wettersäule gar übersinnliche Kräfte zu. «Ich hoffe, dass sie immer schönes Wetter bringt – vor allem an der Solätte.»

> (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.11.2009, 08:47 Uhr

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