Weiterer Abstimmungskrimi

Auswil

Hannes Flückiger, Initiant des Volksvorschlages für tiefere Motorfahrzeugsteuern, hatte am Wochenende in seiner Garage eine Ausstellung. Es kamen aber vor allem seine politischen Mitstreiter. Gefeiert wurde erst, als auch das Resultat der Stadt Bern vorlag.

Gespanntes Warten vor dem Bildschirm: Mitstreiter Manfred Schürch (sitzend), Hannes Flückiger (Mitte) und Grossrat Jürg Schürch (rechts).

Gespanntes Warten vor dem Bildschirm: Mitstreiter Manfred Schürch (sitzend), Hannes Flückiger (Mitte) und Grossrat Jürg Schürch (rechts).

(Bild: Hans Wüthrich)

Jürg Rettenmund

Um 17 Uhr hängt Hannes Flückiger über der Bar des Kundendienstes ein Plakat für seinen Motorfahrzeugsteuer-Volksvorschlag auf. Ist das nun, weil die Ausstellung offiziell zu Ende ist, oder aus Zuversicht, dass die Abstimmung gewonnen ist? «Es ist Zuversicht», sagt Flückiger. Von den Wahlresultaten aus den Verwaltungskreisen fehlt nur noch Bern-Mittelland mit der Stadt Bern.

Zuversicht hin oder her: Dem Anrufer von Radio 32 erklärt Flückiger kurz darauf, dass er erst ein Statement abgebe, wenn das offizielle Resultat bekannt sei. «Wir haben hier noch keine einzige Flasche Champagner entkorkt», hält er fest, «ganz bewusst nicht».

Zu gegenwärtig ist wohl noch der Krimi bei der ersten Abstimmung am 13.Februar 2011, als die Stadt Bern den Volksvorschlag im letzten Moment noch hinter die Vorlage des Grossen Rates zurückfallen liess, und schliesslich hauchdünne 134 Stimmen in der Stichfrage doch noch den Ausschlag zu seinen Gunsten gaben.

Deutlicheres Ja

Nun, bei der gerichtlich erzwungenen Wiederholung der Abstimmung hatte von Anfang an alles auf einen klareren Ausgang hingedeutet: Das Ja für den Volksvorschlag war diesmal deutlicher, während die Vorlage des Grossen Rates abgelehnt wurde. Trotzdem blieb Hannes Flückiger vorsichtig. Er hatte in seiner Garage über das Wochenende Ausstellung — im Inserat aber ausdrücklich zum Abstimmungssonntag eingeladen. Kommt man da überhaupt noch zum Autoverkaufen? «Die Ausstellung ist zum Glück nicht mehr so entscheidend», sagt er. «Hier schauen sich die Kunden um, machen eine Probefahrt und vereinbaren dann einen Termin für den Kauf.»

An einem der Festbänke sitzt Hans Minder, ein Nachbar Flückigers. «Wir wären auch sonst gekommen», erklärt er. Doch dann habe er nicht in Erfahrung bringen können, wie die Abstimmung stehe, und gedacht, vielleicht wisse «der Hannes» mehr. «Ich hoffe mit ihm auf einen Sieg.»

Langenthal für Flückiger

In der Garage weiss man allerdings lange auch nicht mehr. Auf besonderes Interesse stösst die Tabelle aus dem Oberaargau. «In Auswil haben wir immer noch33 Stimmberechtigte nicht überzeugt», stellt Hannes Flückiger fest. Hingegen wird mit Genugtuung registriert, dass nun auch Langenthal im eigenen Lager ist.

Kurz nach halb sechs dann Jubel: Es hat geklappt, auch mit der Stadt Bern bleibt das Ja. Jetzt knallen die Champagnerkorken «Herzlichen Dank allen, die mitgeholfen haben», erklärt Hannes Flückiger sichtlich gerührt in die Runde: «Ich freue mich, dass es doch noch eine Gerechtigkeit gibt.»

Berner Zeitung

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