Koppigen

Wally Schneider singt jetzt solo

KoppigenSchlagersängerin Wally Schneider schlägt den Solopfad ein. Eben hat sie eine CD herausgegeben. In Zukunft will die 52-Jährige aber mehr Zeit für die Familie haben.

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Ja, Wally Schneider wollte kürzertreten. Mehr für die Familie und ihre 11-jährige Tochter Wanda da sein. Immerhin ist ihr Mann Urs Schneider selbstständiger Bauunternehmer und sitzt unter anderem im Gemeinderat von Koppigen. Und die Hausfrau hat mit Einfamilienhaus und Garten in Koppigen eigentlich genug zu tun. Ja, Wally Schneider wollte zurückschrauben. An kleinen Veranstaltungen auftreten, in Altersheimen, an Geburtstagen. Sich mehr auf das Singen konzentrieren. Das ist auch der Grund, warum die Schwyzerörgeli-Spielerin und Sängerin nach 13 Jahren im Dezember die Musikgruppe Bumerang verlässt und ihre Karriere als aktive Ländlermusikantin beendet.

Aber eines, das weiss Wally Schneider, von der Musik kommt sie nie ganz los. Zur Erinnerung an jene intensive Zeit mit Bumerang hat sie soeben eine Solo-CD herausgegeben. Auf der CD befinden sich 20 Stücke, 8 davon hat sie neu aufgenommen. Es ist eine Reise querbeet durch die Welt des Schlagers und volkstümlichen Schlagers. So sind bekannte Titel wie «Capri-Fischer» und «Immer wieder sonntags» ebenso zu hören wie eigene Kompositionen wie «Nach bi dir» oder «Wenn ig e Ängu wär», welche dem neuen Album seinen Namen gab.

Der Schlager und der Sport

Doch der Solopfad entpuppt sich jetzt schon als nicht minder intensiv. Am 2. und 16.Mai tritt sie bereits in der Musig-Stubete auf TeleBärn auf und am 26.Juni wird der Volksmusik-Brunch mit Wally Schneider auf DRS Musikwelle ausgestrahlt. «Die ganze Sache ist grösser geworden, als geplant», gibt Schneider zu. Die 52-Jährige nimmts, wies kommt. Aus dem Abschluss wird ein Neubeginn.

Aufgewachsen ist Wally Schneider in Koppigen. Angefangen hat alles, wie so oft, als sie noch klein war. «Wir haben zu Hause all die Schlager und Volkslieder gesungen», erzählt sie bei einer Tasse Kaffee am Küchentisch in ihrem Haus. Doch erst mit 27 Jahren griff sie zum Schwyzerörgeli. In der Musikschule Burgdorf lernte sie ab Noten die ersten Melodien spielen. Mit dem Unterricht hörte sie aber bald wieder auf. «Schwyzerörgeli ist ein typisches Instrument für das Stegreifspiel», meint Wally Schneider. Sie übte mit Hansruedi und dessen Bruder Ernst Wittwer im Trio weiter. Später war sie vier Jahre lang mit Hans Dysli in einem Quartett.

Doch legte sie das Instrument wieder beiseite, um sich ihrer sportlichen Laufbahn zu widmen. Denn die junge Frau machte erfolgreich an Gymnastik-Wettkämpfen mit, war viermal sogar Schweizer Meister. Bis Martin Schütz 1996 auf sie zukam. Er hatte soeben bei den Ländlerbuebe Biel aufgehört. «Wir haben viel zusammen gespielt, Martin ist ein Vollblutmusiker.» Wally Schneider packte es wieder. 1998 gründeten die beiden das Schwyzerörgeli-Quintett Bumerang. Das in einer für Schneider schwierigen Zeit. Sie hatte gerade die Scheidung hinter sich, war gesundheitlich angeschlagen, und völlig unerwartet starb ihr Vater. In dieser Zeit fanden aber auch sie und ihr heutiger Ehemann Urs Schneider zusammen, der ihr wieder Halt gab. 1999 heirateten sie, 2000 kam Tochter Wanda zur Welt.

Vom Erfolg zum Ausstieg

Wally Schneider wurde definitiv zur Schlagermusikerin, sang und spielte. Auftritt folgte auf Auftritt – in Radio und Fernsehen, an diversen Events und auf Kreuzfahrten. Das Highlight sei der Alpen-Grand-Prix 2009 gewesen, wo sie mit «Omama und Opapa» die Schweizer Vorausscheidung gewannen und im internationalen Wettbewerb in Meran den 6.Platz belegten, blickt die kaufmännische Angestellte zurück. «Mit so etwas hätten wir nie gerechnet.»

Sechs Tonträger sind in den 13 Jahren entstanden. Und jetzt der Ausstieg. Das sei ihr nicht leicht gefallen, lange habe sie mit sich gehadert. «Die vier Männer haben noch Potenzial», ist Wally Schneider überzeugt. «Und so können sie alle Engagements annehmen und müssen auf mich nicht mehr Rücksicht nehmen.» Die Bumerang-Örgeler machen weiter, eine neue CD ist schon in Planung.

Zudem habe sie in den letzten zwei Jahren einfach gespürt, wie viel ihr das Singen bedeute. Seit Jahren nimmt die Koppigerin Gesangsunterricht bei Natalia Lehmann in Langenthal. «Wir haben einen guten Draht zueinander», sagt die Schlagersängerin. «Ich denke, dass wir auch Auftritte gemeinsam bestreiten werden.» Und eigentlich wollte Wally Schneider ja etwas zur Ruhe kommen. Wenn man sie so sprechen hört, wird sie sich aber mit dem Kürzertreten wohl noch gedulden müssen.

Die CD «Wenn ig e Ängu wär» kann bei Wally Schneider, Winkelstr. 7, Koppigen, Tel. 034 413 25 01, bestellt werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2011, 10:07 Uhr

Strahlende Sängerin: Wally Schneider hat ihre erste Solo-CD produziert. (Bild: Walter Pfäffli)

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