Röthenbach

Vereine stossen happiges Projekt an

RöthenbachEine Arbeitsgruppe trägt sich mit dem Gedanken, in Röthenbach einen Saalbau zu realisieren. Denn für grössere Anlässe steht im Dorf kein Lokal mehr zur Verfügung.

Knapp 1200 Einwohner zählt das beschauliche Röthenbach: Fast die Hälfte würde im Saal Platz finden.

Knapp 1200 Einwohner zählt das beschauliche Röthenbach: Fast die Hälfte würde im Saal Platz finden. Bild: Marcel Bieri

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Es ist nicht so, dass in Röthenbach der Grössenwahn ausgebrochen wäre. Unbescheiden klingt das Vorhaben aber nicht, das eine Arbeitsgruppe am 9. Februar an einer Informationsveranstaltung präsentieren will: Saalbau Röthenbach nennen die Vertreter aus Gemeinderat, Vereinen und Gewerbe das Projekt. «Wir sind weit davon entfernt zu sagen, ob die Realisierung drinliegt», ­betont Gemeindepräsident Matthias Sommer. Vieles basiere erst auf Schätzungen, viele Fragen seien noch nicht geklärt. «Aber wir müssen es jetzt einfach einmal probieren», sagt er.

Platz für bis zu 600 Personen

So hat sich in Röthenbach nun ­also eine Arbeitsgruppe gebildet, die ein Vorprojekt für einen Saalbau entworfen hat. Als Standort haben die Mitglieder das ehe­malige Rössliareal im Visier. Ihnen schwebt ein Gebäude vor, in dem bei Konsumationsbestuhlung 265 Personen Platz fänden. Ohne Bestuhlung könnte der Saal 600 Personen fassen. Der Plan enthält eine 60 Quadratmeter grosse Bühne. Zudem sind eine Gastroküche und im Obergeschoss ein 80 Quadrat­meter grosser Mehrzweckraum vorgesehen.

Auch der Einbau von sechs Zimmern «mit einfacher Übernachtungsmöglichkeit für bis zu 30 Personen» ist angedacht. Denn ausser im Bären gebe es in Röthenbach keine Übernachtungsmöglichkeiten mehr, sagt Sommer. «Und dort weiss man auch nie, wie lange die noch angeboten werden», fügt er hinzu (siehe Kasten).

Über 30 aktive Vereine

Nachdem das Rössli im September 2006 bei einem Brand zerstört wurde, fehlt den Röthenbachern ein Lokal, in dem sie grössere Veranstaltungen durchführen können. Selbst wer bei einer Abdankung zu einem gemeinsamen Essen einladen wolle, habe Probleme, da keines der bestehenden Restaurants in der Lage sei, eine Gesellschaft mit mehr als 60 Personen zu bewirten, nennt Matthias Sommer einen weiteren Grund, der für den Bau eines grösseren Lokals spricht.

Vor allem aber seien es die ­Vereine gewesen, die das Thema angestossen hätten. Sommer erwähnt den Aufwand, den etwa die Jodler oder die Musikgesellschaft betreiben müssten, um in der Turnhalle ihre Konzerte durchführen zu können: Sie müssen Bodenplatten verlegen, eine Bühne aufbauen, Beleuchtung und Lautsprecheranlagen installieren etc.

Das sei nicht nur teuer, sondern erfordere jedes Mal viel Freiwilligenarbeit. «In Röthenbach gibt es über 30 aktive Vereine», steht im Informationsblatt zum Projekt Saalbau. «Sie sind wichtig für die Lebensqualität und die Atmosphäre in der Gemeinde.» Es sei daher von allgemeinem Interesse, dass die Vereine auf eine intakte Infrastruktur zählen könnten.

Kostenpunkt noch offen

Die Frage ist nur, ob sich die Gemeinde Röthenbach dies leisten kann. Im Informationsschreiben gehen die Initianten davon aus, dass der Saalbau für rund 2,7 Millionen Franken zu realisieren wäre. Diese Zahl gelte nicht mehr, betont Gemeindepräsident Matthias Sommer gegenüber dieser Zeitung.

Bis zum Informationsanlass wird er Genaueres sagen können – auch zur Frage, ob der Grundeigentümer der Gemeinde das Land verkaufen oder im Baurecht abgeben wird. So oder so zählt die Arbeitsgruppe auch auf Schenkungen und Spenden und rechnet damit, dass Stiftungen mithelfen werden, einen Teil der Investitionen zu finanzieren.

In der Sportwoche

«Ein Saalbau täte der Gemeinde Röthenbach extrem gut», sagt Gemeindepräsident Sommer. Die Arbeitsgruppe weiss, wie schwierig die Finanzierung sein dürfte. «Sie ist nur möglich, wenn alle ihre Netzwerke nutzen», schreibt sie – und hofft auf einen Grossandrang, wenn sie am 9. Februar genauer über ihre Pläne informieren will.

Der Anlass findet übrigens in der Turnhalle statt. Denn bis dahin wird die Musikgesellschaft diese für ihr Konzert eingerichtet haben. Allerdings kommt es den Initianten ungelegen, dass sie ihre Veranstaltung ausgerechnet in der Sportwoche durchführen müssen. Aber während der Schulwochen sei die Turnhalle jeweils «mehr als ausgelastet» – noch ein Grund, weshalb sich die Röthenbacher hinter ein solches grosses Projekt wagen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.01.2018, 20:33 Uhr

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