Trockene Füsse ab 2020

Ein Damm im Lauterbachtal soll Oberburg vor Hochwasser schützen. Budgetiert sind Kosten von 14,8 Millionen Franken. Ende 2020 soll das Dorf vor Überschwemmungen sicher sein.

Im Normalfall ein ruhiges Gewässer: Der Luterbach richtete in der Vergangenheit aber beträchtliche Schäden an.

Im Normalfall ein ruhiges Gewässer: Der Luterbach richtete in der Vergangenheit aber beträchtliche Schäden an. Bild: Thomas Peter

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Schäden in Höhe von 7,5 Millionen Franken und sogar ein Todesopfer gab es 1987 nach einem Unwetter in Oberburg zu beklagen. Dreizehn Jahre später resultierten nach der Überschwemmung des Dorfes und des Burgdorfer Schlossquartiers Schäden von 20 Millionen Franken. ­Solche Negativereignisse sollen ab Ende 2020 endgültig der Vergangenheit angehören. Ein Damm soll Schutz bieten, wenn das Wasser kommt. Der Baustart steht bevor.

Die Schwellenkorporation Oberburg – sie wird von allen Landeigentümern und der Einwohnergemeinde gebildet – hat das Bau­gesuch für den Installationsplatz und das Materiallager eingereicht. Gibt es bis zum 26. Februar keine Einsprachen, beginnen im Mai die Bauarbeiten. Das Projekt Hochwasserschutz und Gewässerrevitalisierung selbst wurde im Rahmen eines Wasserbauplans bereits 2016 bewilligt.

Hausbewohner umgesiedelt

Bevor die schweren Baumaschinen auffahren, werden der Installationsplatz Mattenhof, Baupisten für die Zwischenlagerung des Dammschüttmaterials und Ausstellbuchten erstellt. Bereits aus­geführt wird im Bereich des künftigen Damms eine sogenannten Sicherheitsholzung. Abgebrochen wird in den nächsten Wochen zudem das ehemalige Haus von Kurt Schaffer, zumal dieses im Fall eines grossen Hochwassers in den Fluten des Sees hinter dem Damm versinken würde.

Schaffer konnte bereits in eine von der Schwellenkorporation erworbene und umgebaute Liegenschaft umgesiedelt werden. Martin Zurflüh, Gemeindeverwalter und Geschäftsführer der Schwellenkorporation, ist erleichtert, dass das Hochwasserschutzprojekt nach rund vierzigjähriger Diskussion und Planung endlich realisiert werden kann. Positiv wertet er auch, dass das verantwortliche Ingenieurbüro bereits den Hochwasserdamm in Wynigen realisiert hat. Auch in dieser Emmen­taler Gemeinde wurde der Damm nicht betoniert, sondern geschüttet. Speziell, aber teuer ist, dass die Oberburger Bauherren nachweisen müssen, dass der «volle» Damm im Lauterbachtal auch dann standhalten würde, wenn es zu einem Erdbeben käme.

Restkosten sind tragbar

Erfreulich ist für die Oberburger, dass sich Bund und Kanton Bern mit 95 Prozent an den anrechenbaren Kosten beteiligen werden. Bereits zugesichert sind zudem Beträge von Dritten im Umfang von rund einer Million Franken. Total sind 14,8 Millionen Franken (inklusive Landerwerb und Landumlegung) für den Bau budgetiert. «Wir rechnen mit Restkosten von maximal 2,5 bis 3 Millionen Franken», erklärt Zurflüh. Positiv wirke sich das Harmonisierte Rechnungslegungsmodell 2 aus, weil der Restbetrag über eine Dauer von fünfzig Jahren ab­geschrieben werden könne. «Die Restkosten sind definitiv tiefer als der Schaden, der nach einer Überschwemmung auf die Gemeinde und die Schwellen­korporation zukommen würde», ist Zurflüh überzeugt. Tatsächlich erwuchsen den beiden Körperschaften beim Hochwasser im Jahr 2000 Schäden von 3,6 Millionen Franken.

Ein temporärer See

Zentrales Bauwerk ist das Hochwasserrückhaltebecken Luterbach im Gebiet Sandspach. An der engsten Stelle des Tals wird ein 11,5 Meter hoher und 80 Meter breiter Damm gebaut. Dieser sorgt dafür, dass der Bach bei Hochwasser nicht ungebremst talwärts fliesst und Oberburg und Burgdorf verwüstet.

Ein Beispiel: Bei 17 Kubikmetern Wasser pro Sekunde sorgt eine Drosselklappe im Damm dafür, dass die Wassermenge auf 1,5 Kubikmeter reduziert wird. Jene 15,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, welche zurückgehalten werden, füllen das 163 000 Kubikmeter grosse Volumen des Rückhaltebeckens in knapp drei Stunden. Der entstehende See würde jedoch dazu führen, dass nicht nur das Tal auf einer Länge von einigen Hundert Metern, sondern auch das Haus von Kurt Schaffer unter Wasser gesetzt würde. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.02.2018, 08:43 Uhr

Artikel zum Thema

Hochwasserschutz: Weitere Hürde gemeistert

Oberburg Die Gemeindeversammlung Oberburg sagt Ja zu einem Beitrag an die geplanten Hochwasserschutzmassnahmen im Gebiet Luterbach. Jetzt sind der Kanton und der Grosse Rat gefordert. Das Vorhaben wird fast 13 Millionen Franken kosten. Mehr...

35'000 Kubikmeter Kies wird aus Aare gebaggert

Bern Beim Schwellenmätteli in Bern wird ab Januar Kies aus der Aare gebaggert. Dadurch sollen die angrenzenden Quartiere besser vor Hochwasser geschützt werden. Mehr...

Paid Post

Freizeit und Reisen

Viele Ausflugsziele für den «goldenen Herbst» finden Sie in der aktuellen SBB Zeitungsbeilage «Freizeit und Reisen».

Kommentare

Blogs

History Reloaded Es geht um Respect, Mann!

Sweet Home Es bleibt noch eine Weile grün

Die Welt in Bildern

Dicht an dicht: Was aussieht wie die Nahaufnahme eines Blütenstandes sind tatsächlich Rasierpinsel.Sie stehen bei einem Pinselhersteller im bayerischen Bechhofen. (25. September 2018)
(Bild: Daniel Karmann/dpa) Mehr...