Langnau

Sutter überraschend im ersten Wahlgang gewählt

LangnauDass die Wahl des Gemeindepräsidenten auf den SVP- Gemeinderat und Grossrat ­fallen würde, damit hatte man in Langnau gerechnet. Aber nicht damit, dass Walter Sutter schon im ersten Wahlgang ­alles klarmacht.

Der Alte gratuliert dem Neuen: Bernhard Antener (SP, links) nimmt überrascht zur Kenntnis, dass Walter Sutter (SVP) bereits definitiv als Gemeindepräsident ab dem 1. Januar 2018 feststeht.

Der Alte gratuliert dem Neuen: Bernhard Antener (SP, links) nimmt überrascht zur Kenntnis, dass Walter Sutter (SVP) bereits definitiv als Gemeindepräsident ab dem 1. Januar 2018 feststeht. Bild: Olaf Nörrenberg

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Gespannte Gesichter am frühen Sonntagnachmittag im Kulturraum des Heimatmuseums Chüech­lihus. Mitglieder des Langnauer Gemeinderats, Parteipräsidenten und natürlich die Kandidaten, die sich für das Amt des Gemeindepräsidenten zur Wahl stellen, warten auf die Bekanntgabe der Auszählung.

Kurz bevor Gemeindeschreiber Samuel Buri das Resultat bekannt gibt, tritt auch noch Walter Sutter durch die Tür und setzt sich in die hinterste Reihe. Ab nächstem Jahr ist sein Platz ganz vorne. Der SVP-Gemeinderat und Grossrat Walter Sutter wurde am Wochenende zum neuen Gemeindepräsidenten von Langnau gewählt.

45,8 Prozenten wählten

Das hat nicht nur ihn, sondern die meisten im Raum überrascht. Allgemein ist man in Langnau davon ausgegangen, dass der Nachfolger von Langzeitgemeindepräsident Bernhard Antener (SP) in einem zweiten Wahlgang am 10. Dezember definitiv bestimmt würde. Sutter galt allerdings von Beginn an als Favorit. Aber dass er seine Konkurrenten so klar abhängen würde, kam unerwartet.

Bei 3093 gültigen Stimmzetteln lag das absolute Mehr, das er erreichen musste, bei 1547 Stimmen. Auf Walter Sutter entfielen sogar deren 1604. Sein stärkster Konkurrent, Niklaus Müller von der SP, erreichte 737 Stimmen, Thomas Gerber von der BDP 472 und EVP-Kandidat Christoph Utiger 280. 45,8 Prozent der Stimmberechtigten haben sich an der Wahl des Langnauer Gemeindepräsidenten beteiligt.

«Fast etwas erschlagen»

Bemüht, seine Rührung zu verbergen, nimmt Walter Sutter die ersten Gratulationen entgegen. «Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet», sagt er. Viele hätten ihm zwar gesagt, dass er es auf Anhieb schaffen würde, aber selber habe er es nicht für möglich gehalten, gleich im ersten Wahlgang genügend Stimmen zu holen.

«Ich bin wirklich fast etwas erschlagen», sagt er, wiederholt dann aber, was er bereits an der Nominationsversammlung gesagt hatte: dass er halt in der ­Gemeinde «über einen gewissen Bekanntheitsgrad» verfüge.

Müller zeigt sich pragmatisch

Auch Niklaus Müller ist in Langnau kein Unbekannter. Aber der SP-Mann weiss, «dass ich für ­viele Leute aus der Mitte nicht wählbar bin». Ihm hafte halt immer noch der gewerkschaftliche Stallgeruch an. «Aber als Gemeindepräsident hätte ich eine andere Rolle gespielt», sagt er nach verlorener Schlacht.

Für ihn sei Walter Sutter immer der klare Favorit gewesen. Aber Müller hat sich darauf eingestellt, mit ihm einen zweiten Wahlgang zu bestreiten. Daraus wird nun nichts: «Irgendwie ist es gut, dass das Resultat so eindeutig ist, das gibt Walter Sutter den nötigen Rückhalt für sein Amt», gibt Müller noch zu bedenken und zeigt sich pragmatisch: «Das erspart uns beiden sechs Wochen einer intensiven Zeit, die wir auch anders nutzen können.»

Thomas Gerber von der BDP hatte sich ebenfalls eine Chance ausgerechnet, allenfalls einen zweiten Wahlgang zu erreichen. «Aber es ist, wie es ist, ich kann gut damit leben», kommentiert er das Resultat. Mit seiner Kandidatur habe er den Stimmberechtigten eine Wahl ermöglichen wollen.

Christoph Utiger stritt eine ­gewisse Enttäuschung nicht ab. Doch dem EVP-Kandidaten war immer klar: «Es wäre ein Wunder gewesen, wenn es mir gereicht hätte.» Für ihn persönlich ist es eine Genugtuung, dass das Gemeindepräsidium nun nach 24 Jahren von der SP in bürgerliche Hände übergeht. «Das war auch mir ein Anliegen», sagt Utiger.

Überrascht von der Klarheit des Resultates zeigt sich ausserdem Noch-Gemeindepräsident Bernhard Antener. Sorge bereitet ihm am frühen Nachmittag, was das für das Abschneiden seiner Partei, der SP, im Gemeinderat bedeuten würde. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.10.2017, 15:08 Uhr

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