Sunrise plant Mobilfunkantenne in Wohnquartier

Langenthal

Der Mobilfunkanbieter Sunrise plant, am Hinterbergweg eine Handyantenne aufzustellen. Zurzeit liegt ein Baugesuch öffentlich auf. Aus den Unterlagen geht hervor, dass Sunrise im Wohnquartier am Hinterberg seit Jahren einen geeigneten Standort gesucht hat.

Auf dem Dach dieses Mehrfamilienhauses am Hinterbergweg 8a in Langenthal will Sunrise eine Mobilfunkantenne installieren.

Auf dem Dach dieses Mehrfamilienhauses am Hinterbergweg 8a in Langenthal will Sunrise eine Mobilfunkantenne installieren.

(Bild: Thomas Peter)

Tobias Granwehr

Es ist ein unscheinbares Mehrfamilienhaus am Aufhabenweg, offizielle Adresse ist indes Hinterbergweg 8a. Dieses Haus könnte aber schon bald in den Fokus rücken. Auf dem Dach des Wohnblocks plant der Mobilfunkanbieter Sunrise nämlich eine Handyantenne. Solche Mobilfunkanlagen erhitzen nicht selten die Gemüter der Bevölkerung. Zumal sich diese mitten in einem dicht besiedelten Wohnquartier Langenthals befinden würde. Zurzeit liegt beim Stadtbauamt ein Baugesuch für die Handyantenne auf. Bis und mit 12.Mai können die Akten dort eingesehen werden. Ebenso lange können bei der Stadt Einsprachen eingereicht werden. Der maximale Abstand, bis zu dem Anwohner einspracheberechtigt sind, beträgt gemäss den Akten im Baugesuch 738 Meter.

Lange Standortsuche

Sunrise will mit der Mobilfunkanlage gemäss Mediensprecher Roger Schaller das Zentrum und das östliche Siedlungsgebiet Langenthals besser erschliessen, weil in diesem Gebiet die Versorgung ungenügend sei. Für einen kundengerechten Ausbau des Mobilfunknetzes werde dieses laufend aus- und umgebaut, um mit dem rasanten Wachstum Schritt zu halten, so Schaller.

Dass Sunrise am Hinterbergweg 8a nun einen Standort gefunden hat, ist nicht selbstverständlich, wie aus den Baugesuchsunterlagen hervorgeht. Es seien Alternativstandorte geprüft worden. Weiter östlich sei aber nicht mehr infrage gekommen, weil die Versorgung aufs Zentrum und das östliche Siedlungsgebiet ausgerichtet sei. Sunrise habe zudem seit 2003 intensiv nach einem Standort gesucht, heisst es weiter. Innerhalb der letzten zehn Jahre seien sicher zwei Dutzend erfolglose Anfragen gemacht worden. Nun wurde der Mobilfunkanbieter doch noch fündig.

Nähe zum Kunden ist wichtig

Dass eine Mobilfunkanlage in einem dicht besiedelten Wohngebiet auf Widerstand stossen könnte, dessen ist sich Sunrise bewusst. Aber Schaller entgegnet auch: «Wir können die Antenne nicht am Dorfrand bauen. Wir müssen dorthin, wo der Kunde den Dienst nutzt und wo die Nachfrage nach höherer Kapazität ständig steigt. Nähe zum Kunden ist wichtig.» Er sagt, die Strahlengrenzwerte in der Schweiz seien restriktiv – «zehnmal restriktiver als sonst in Europa». Zudem müsse man bedenken: «Je weiter weg von den Kunden wir eine Mobilfunkstation erstellen, umso höher müsste die Leistung sein. Diese ist aber wiederum durch die strengen Grenzwerte beschränkt.»

Widerstand sei bei einem solchen Vorhaben immer möglich. Es gebe aber auch Mobilfunkanlagen, die ohne Einsprachen gebaut werden könnten. «Viele Personen denken heute nutzerorientiert.» Gemäss Schaller gibt es bei der Standortsuche zudem aus bau- und umweltrechtlichen, technischen, statischen, ästhetischen oder privatrechtlichen Gründen nicht unbeschränkte Möglichkeiten.

In Buchsi vorerst abgeblitzt

Erst kürzlich hat Sunrise in Herzogenbuchsee Widerstand aus der Bevölkerung erfahren. Der Mobilfunkanbieter wollte an der Bettenhausenstrasse ebenfalls auf einem Mehrfamilienhaus eine Antenne erstellen. Dagegen wehrten sich zahlreiche Anwohner; es gingen bei der Gemeinde drei Einzel- und eine Kollektiveinsprache ein (wir berichteten). Die Buchser Baukommission hat Sunrise kürzlich einen Bauabschlag erteilt.

Weshalb die Baukommission die Mobilfunkanlage nicht bewilligte, war auf der Buchser Bauabteilung nicht zu erfahren. Klar ist, dass es nicht wegen der Strahlenbelastung ist. Denn Sunrise würde die Grenzwerte gemäss den Gesuchsakten hauchdünn einhalten. Somit dürfte es wohl aus Gründen des Ortsbildschutzes passiert sein. Denn die Anwohner kündigten Ende vergangenen Jahres an, sich mit dem Argument des Ortsbildschutzes gegen die Antenne zu wehren.

Nach dem Entscheid der Buchser Baukommission läuft zurzeit die Rechtsmittelfrist. Ob Sunrise den Bauabschlag an die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion weiterziehen wird, ist gemäss Mediensprecher Roger Schaller noch nicht entschieden.

Berner Zeitung

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