Stämpfli holt nach Lidl auch Aldi

Langnau

Das Volk kann sich zum Bauvorhaben von Aldi äussern: Bauunternehmer Hannes Stämpfli ist mit dem Discounter ins Geschäft gekommen.

Das geplante Gebäude neben dem Ilfiskreisel soll bei der Zufahrt zum Dorfzentrum wie ein Tor wirken.<p class='credit'>(Bild: pd)</p>

Das geplante Gebäude neben dem Ilfiskreisel soll bei der Zufahrt zum Dorfzentrum wie ein Tor wirken.

(Bild: pd)

Also doch: Die Spatzen haben es schon länger von den Dächern ­gepfiffen, aber offiziell bestätigt wurde es bisher nicht. Jetzt steht es schwarz auf weiss, dass der deutsche Discounter Aldi in Langnau bauen will. Nachdem er im oberen Emmental jahrelang vergeblich nach einer geeigneten Parzelle Ausschau gehalten hatte, wurde er nun neben dem Ilfiskreisel fündig. Dort, wo bis Ende August 2016 die Ilfisgärtnerei betrieben worden war. Hannes Stämpfli hat das Areal vor ein paar Jahren gekauft.

Der gleiche Unternehmer, der vor gut zwei Jahren das ehemalige Areal seines Baugeschäfts an Lidl veräusserte, kam nun also auch mit Aldi ins Geschäft. Der Billiganbieter will somit unmittelbar neben der Coop-Tankstelle und kaum 50 Meter vom Coop-Supercenter entfernt eine Filiale eröffnen.

Am Eingang zum Dorfzentrum

Doch die Gemeinde Langnau hat früh klargemacht, dass ein eingeschossiger Bau mitten auf der grünen Wiese an dieser prominenten Stelle nicht infrage kommen werde. Sie wollte einen «ortsbaulich gelungenen Auftritt mit Torwirkung bei der Zufahrt zum Dorfzentrum» sicherstellen und bei der Planung von Anfang an mitreden. Es wurde dann ein «qualitätssicherndes» Gutachterverfahren durchgeführt.

Ein Gremium aus den Berner Architekten Silvio Ragaz und Hans­peter Bürgi sowie dem Solothurner Landschaftsarchitekten Toni Weber hat in sechs Workshops ein Richtprojekt erarbeitet. Dies ist den Unterlagen zu entnehmen, die nun öffentlich aufliegen. Das Volk kann sich in einem Mitwirkungsverfahren zur «Arealentwicklung mit Zonenplanänderung am Ilfiskreisel» äussern. Denn es ist vorgesehen, für das Gebiet der ehemaligen Gärtnerei eine Zone mit Planungspflicht auszuscheiden, was eine Überbauungsordnung nach sich ziehen wird.

Einkaufen, arbeiten, wohnen

Gemäss den zur Diskussion stehenden Plänen soll auf der Parzelle, die aktuell als Parkplatz genutzt wird, ein beinahe quadratisches Gebäude entstehen. Auf der dem Ilfiskreisel zugewandten Seite darf es viergeschossig werden, auf der Seite Richtung Burgdorfstrasse sind nur zwei Geschosse angedacht. Flachdächer sollen dazu beitragen, dass sich das Gebäude «gut in die bestehende Siedlungsstruktur» einfüge, steht in den Unterlagen. Das Ganze wird vom Ilfiskreisel her um gut zehn Meter zurückversetzt, damit dort ein Vorplatz entstehen könne.

Im vom Fachgremium erarbeiteten Richtprojekt ist vorgesehen, dass im Erdgeschoss eine Ladenfläche von rund 1500 Quadratmetern entstehen soll. Im ersten, ebenso grossen Obergeschoss sind «weitere Arbeitsnutzungen wie Dienstleistungen, Büros oder Praxisräume» angedacht. In den Etagen darüber könnten Wohnungen realisiert werden. «Die verschiedenen Arbeitsnutzungen und Wohnformen sowie deren Trägerschaft werden in den nächsten Planungsstufen weiter konkretisiert und festgelegt», steht im Mitwirkungsbericht. Denkbar sei auch, altersgerechte Wohnungen zu bauen, allenfalls sogar mit Pflegezimmern.

Die Parkplätze müssen unterirdisch, also in einer Einstellhalle, angeordnet werden. Es wird mit insgesamt 82 Plätzen auf zwei Geschossen gerechnet. Für den motorisierten Verkehr wird das Wohn- und Geschäftshaus von der Burgdorfstrasse aus erreichbar sein.

Die Unterlagen liegen bis und mit 11. April in der Bauverwaltung Langnau auf und können während der Öffnungszeiten eingesehen werden. Am Mittwoch, 21. März, um 19.30 Uhr findet im Saal des CBZ Ilfisbrücke, Langnau, eine ­öffentliche Informationsveranstaltung statt.

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