So feierten die SCL Tigers ihren 70. Geburtstag

Langnau

Die SCL Tigers haben ein ­denkwürdiges Jubiläums­wochenende hinter sich: Das Stadion war vor dem Samstagabendspiel in Rot, Gelb und Gold getaucht. Viele Geschichten lieferte auch das Legendenspiel am Sonntagnach­mittag.

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Am Sonntag um 14 Uhr wurde die Geschichte des Emmentaler Eishockeys auf dem Eisfeld in der Ilfishalle lebendig. Die Schiedsrichter Willi Vögtlin und Roland Stalder gaben den Puck frei für das Jubiläumsspiel im Rahmen der Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag der SCL Tigers.

Einige Hochkaräter hatten sich die Schlittschuhe geschnürt. Auf dem Eis duellierten sich mehrfache Schweizer Meister. Sie alle haben Bezug zu den SCL Tigers oder zum SC Langnau, wie der Klub vor 1999 hiess. Einer von ihnen lief mit der Nummer 14 auf: Alfred Hutmacher, Stürmer der Langnauer Meistermannschaft von 1976.

Mit Jahrgang 1955 ist er gerade einmal neun Jahre jünger als der Club. «Ich freue mich sehr, nach langer Zeit in diesem Stadion aufzuspielen», sagte er vor dem Spiel. Hutmacher erinnerte sich gut an die Meistersaison: «Wir waren alle keine Profis und trainierten abends dreimal in der Woche.»

Geliehene Ausrüstung

Der erste Schweizer, der bei den Langnauern einen Profivertrag erhielt. war Gregor Horak. Auch er ist ein Schweizer Meister, allerdings nicht mit den Emmentalern, sondern mit dem SC Bern. Vor dem Jubiläumsspiel kam kurz Unruhe auf: Horaks Helm passte nicht. Glücklicherweise konnte der einstige Tigers-Verteidiger Pascal Stoller aushelfen.

Auf die Ausrüstung seines Sohnes zählen konnte derweil Tor­hüter Werner Eberle, heutiger Kommandant der Feuerwehr Region Langnau. Seine eigenen Utensilien mit dabei hatte Peter Bärtschi, Jahrgang 1967, zwölffacher Nationalspieler und dreifacher Schweizer Meister mit dem Kantonsrivalen aus der Bundeshauptstadt. «Der Achselschoner ist aus SCB-Zeiten, aber er passt mir noch», so der Eishockeycrack.

Für das Jubiläumsspiel unter Freunden gab es keine taktischen Marschroute. Schweiss floss trotzdem. «Die machen auch mal den einen oder andern Pass zu viel», meinte Moderator Peter Minder. Dem Publikum gefiels, zumal das Nostalgiespiel analog zum Match der Aktiven am Vortag im Penaltyschiessen mit 4:3 ausging.

6100 Papierblätter

Der Festreigen hatte schon am Samstagabend seinen Anfang genommen: Für das Spiel gegen den HC Lausanne hatte sich die Langnauer Fanszene etwas einfallen lassen: Sie sorgten mit 80 Kilogramm Farbe, 72 Quadratmeter Stoff, fast ebenso viel Plastikfolie und 6100 bemalten Papierblätter für die Geburtstagschoreografie. Zusätzlich waren alle Matchbesucher aufgefordert worden, ein rotes Kleidungsstück anzuziehen. Die Fans folgten dem Aufruf.

Beliebte Retrotrikots

Das Stadion leuchtete vor Spielbeginn am Samstag in den Farben Rot, Gelb und Gold. «Rund dreissig Leute aus der Fanszene haben bei den Vorbereitungen mitgewirkt», erklärte Martin Leuenberger. «Wir wollten zum Jubiläum etwas Besonderes machen.» Dabei konnten die Organisatoren auf den einen oder anderen Sponsor aus dem Emmentaler Gewerbe zählen. «Wir spüren dort viel Goodwill», sagte der Leiter der Fanszene Langnau.

Die Retrotrikots, in denen die SCL Tigers gegen Lausanne antraten, stiessen auf Zuspruch. Im Fanshop herrschte dichtes Gedränge. «Das Interesse an den Trikots war überdurchschnittlich gross», bilanzierte Fanshopleiterin Anne-Marie Rettenmund. Sechs Angestellte waren am Samstag aufgeboten worden, um den Ansturm zu bewältigen.

Für Fanvertreter Martin Leuenberger und sein Team war am Samstag nach Spielende noch lange nicht Schluss. Rund zwei Stunden dauerten die Aufräumarbeiten. Die meisten der Materialien wurden eingelagert – für das nächste Mal. «Aus Liebe zum Club eben», brachte es Martin Leuenberger am Sonntag auf den Punkt.

Berner Zeitung

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