Burgdorf

Seit Donnerstag wird im Kornhaus Bier gebraut

BurgdorfDie Gasthausbrauerei AG hat sich an ihrem neuen Standort im Burgdorfer Kornhaus eingerichtet. Am Donnerstag ging es mit der Produktion los.

Braumeister Oliver Honsel vor dem grossen Moment: In wenigen Minuten wird er die Anlage im Kornhaus erstmals in Betrieb nehmen.

Braumeister Oliver Honsel vor dem grossen Moment: In wenigen Minuten wird er die Anlage im Kornhaus erstmals in Betrieb nehmen. Bild: Thomas Peter

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Knarrend öffnet sich der hohe Torflügel, der ins Burgdorfer Kornhaus führt. Im Erdgeschoss herrscht ein emsiges Treiben, Handwerker verpassen der zu einer Bierbrauerei umgebauten Halle den letzten Schliff. Parallel dazu haben die Brauer gerade einen Sud angesetzt – den allerersten am neuen Standort. Die dazu nötige Apparatur, das sogenannte Sudhaus, ist im Herbst unter einigen Schwierigkeiten eingebaut worden. Nun stehen die imposanten Chromstahlkessel im Einsatz; im ganzen Raum riecht es kräftig nach Malz. Oliver Honsel drückt am Steuerungskasten auf einen Knopf; das Brauprogramm startet.

Die rettende Idee

Honsel ist der Braumeister und Geschäftsführer der Burgdorfer Gasthausbrauerei AG. Die Kleinbrauerei, die 1999 den Betrieb aufnahm, wuchs in Lauf der Jahre stetig, sodass die ursprüngliche Produktionsstätte im Schützenhaus zu eng wurde. Im Jahr 2010 zum Beispiel war die Nachfrage so gross, dass man mit der auf 1500 Hektoliter ausgelegten Anlage im Schichtbetrieb insgesamt 4000 Hektoliter produzierte. Kein Wunder, hielten die Verantwortlichen nach mehr Platz Ausschau. Bei ihren Sondierungen nahmen sie verschiedene Objekte zum Teil auf der grünen Wiese in Augenschein, doch da vernahm Stadtpräsidentin Elisabeth Zäch von den Expansionsplänen der Bierbrauer und machte ihnen den Vorschlag, den Blick doch einmal auf das Kornhaus mitten in der Altstadt zu richten. Dieses stand seit der Schliessung des nationalen Zentrums für Volkskultur im Jahr 2005 weitgehend leer; die Stadt als Besitzerin suchte nach einer Neunutzung und kam dabei nicht vom Fleck. Zächs Anregung, als neue Bleibe doch das Kornhaus ins Auge zu fassen, stiess bei den Brauern auf Interesse. In grossen Schritten trieb man das Projekt voran, und im Mai 2011 hiess der Stadtrat einen Bruttokredit von 3,9 Millionen Franken für den eigens auf die Bedürfnisse der Brauerei abgestimmten Umbau des historischen Gemäuers gut. Im Spätsommer desselben Jahres wurde der Spatenstich gefeiert, und jetzt, anderthalb Jahre später, steht die Anlage erstmals in Betrieb. Im Kornhaus befindet sich nun auch die Abfüllmaschinerie; deren Montage ist demnächst beendet. Der Umzug ins Kornhaus bedeutet jedoch nicht, dass die Gasthausbrauerei ihre Zelte im Schützenhaus vollständig abgebrochen hat. Nach wie vor soll am alten Standort weitergebraut werden. In welchem Umfang, ist derzeit noch nicht bekannt. «Jetzt schauen wir mal, wie sich der Betrieb im Kornhaus anlässt, erst dann können wir das Weitere sinnvoll planen», sagt Braumeister Oliver Honsel namens des siebenköpfigen Teams.

Er selber ist vor dem ersten Braugang gespannt, wie die neue Apparatur reagiert und was es beim Handhaben besonders zu beachten gilt. «Jedes Sudhaus ist anders, es kennen zu lernen, ist immer ein spannender Prozess», sagt er.

Bier mit Bernsteinfarbe

Die beiden ganzjährigen Klassiker der Gasthausbrauerei sind das frisch-würzige Helle und das dunkel-kräftige Aemme-Bier. Dazu gesellen sich das sommerliche Weizenbier sowie eine wechselnde Winterspezialität. Ein Sud des neuen Winterbiers ist in der Würzepfanne soeben angesetzt worden, zu Beginn der Festtage wird der Trank genussreif sein. Er wolle noch nicht zu viel über diese Kreation verraten, sagt Honsel. Nur so viel: «Es wird ein bernsteinfarbenes Bier aus verschiedenen Getreidesorten zu Ehren des Kornhauses.»

Der öffentliche Schaubetrieb in der Brauerei wird erst im Frühjahr im Rahmen eines Fests starten; noch ähnelt die Lokalität mehr einer Baustelle denn einer Brauerei. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2012, 07:35 Uhr

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