Schule wird zum Asylzentrum

Schafhausen

Der Kanton Bern kann Ende Oktober im leer stehenden Schulhaus von Schafhausen eine oberirdische Asylunterkunft eröffnen.

Im leerstehenden Schulhaus wird der Kanton Bern eine oberirdische Asylunterkunft eröffnen.

Im leerstehenden Schulhaus wird der Kanton Bern eine oberirdische Asylunterkunft eröffnen.

(Bild: Thomas Peter)

Urs Egli

«Der Gemeinderat steht hinter dem Entscheid, das Schulhaus Schafhausen dem Kanton für die Unterbringung von maximal 150 Asylsuchenden zur Verfügung zu stellen», sagte Walter Scheidegger, Gemeindepräsident von Hasle, gestern auf Anfrage. Für deren Betreuung ist die Heilsarmee-Flüchtlingshilfe verantwortlich. Die Direktbetroffenen – im Ortsteil Schafhausen wohnen 293 Personen – seien vom Gemeinderat angeschrieben und orientiert worden. Die restlichen Einwohner der 3300-Seelen-Gemeinde würden heute Freitag mit einem Flugblatt ins Bild gesetzt.

Nicht alle sind begeistert

Ganz ohne Misstöne wird die Unterbringung von bis zu 150 Flüchtlingen nicht bleiben. «Es gibt natürlich Widerstand, denn die Anwohner haben keine Freude am Asylzentrum», erklärte Scheidegger. Allerdings versichert er, dass noch ein Orientierungsabend stattfinden werde, an welchem detailliert Auskunft gegeben werde und Fragen gestellt werden könnten. Zudem werde es, wie in den anderen bernischen Gemeinden, in welchen Asylzentren betrieben würden, einen runden Tisch geben, zu welchem neben den Projektverantwortlichen, der Gemeinde, dem Kanton und der Polizei auch die Anwohner miteinbezogen würden.

Der Gemeinderat Hasle hat mit dem Kanton Bern einen Mietvertrag über eineinhalb Jahre abgeschlossen. Danach kann der Vertrag um sechs Monate verlängert oder gekündigt werden. Wie hoch die Mieteinnahmen von Hasle sein werden, wollte Scheidegger nicht sagen. Klar ist jedoch: Durch den Deal mit dem Kanton ist die Gemeinde mindestens bis im Frühjahr 2016 die Sorge los, was mit dem alten Schulhaus in Zukunft passiert. Seit einem Jahr steht es leer, und die Verkaufsabsichten liefen ins Leere. Niemand zeigte sich bislang bereit, für das Gebäude mit drei Klassen- und einem Musikzimmer sowie drei 4-Zimmer-Wohnungen 1,4 Millionen Franken zu bezahlen.

Berner Zeitung

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