Burgdorf

Schuldenberg steigt auf 119 Millionen

BurgdorfBei einem Gesamtumsatz von 99 Millionen sieht das Budget 2019 der Stadt Burgdorf einen Überschuss von 666'000 Franken vor. Weil investiert wird, erhöhen sich die Schulden erneut.

Der geplante Busbahnhof fällt bei den Investitionen 2019 am meisten ins Gewicht. Visualisierung: PD

Der geplante Busbahnhof fällt bei den Investitionen 2019 am meisten ins Gewicht. Visualisierung: PD

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Die Vorgabe des Stadtrates wird auch im nächsten Jahr erreicht: Das Budget 2019 sieht im Gesamthaushalt nicht nur ein ausgeglichenes Ergebnis vor, sondern gar ein Plus von 666'000 Franken vor Gewinnverteilung. Doch statt den Gewinn als zusätzliche Abschreibungen zu verbuchen, wird dieser als Einlage in die Vorfinanzierung Schulanlagen und Verwaltungsgebäude gesteckt.

Nach Gewinnverteilung aus dem allgemeinen Haushalt von 405'000 Franken resultiert noch ein Überschuss von 260'000 Franken. Gemeinderätin Beatrice Kuster Müller (EVP) machte am Montag jedoch klar: «Der Spielraum dafür, das Budget zu beeinflussen, ist an einem kleinen Ort. Wenn wir von 30 Prozent ausgehen, haben wir den Mund schon sehr voll genommen.»

Investitionen über 10 Millionen

Spricht die Burgdorfer Finanzchefin von einem angestrebten Selbstfinanzierungsgrad von 50 Prozent, ist damit auch gesagt, dass für die im nächsten Jahr geplanten Nettoinvestitionen von 10,6 Millionen Franken nicht aus eigenen Mitteln getätigt werden können. Der Gemeinderat geht von einer Neuverschuldung von etwa 4 Millionen Franken aus.

Konkret bedeutet dies: Der Schuldenberg wächst gemäss dem Budget auf 119 Millionen Franken. Dadurch steigen die Nettoschulden pro Einwohner weiter an. Mit einem durchschnittlichen Wert von 1367 Franken ist diese Schuld zwar leicht höher als vom Gemeinderat vorgegeben. Er liegt jedoch deutlich unter dem vom Kanton genannten Richtwert von 2500 Franken. Ganz so düster ist die Situation also offenbar nicht.

Zum vorgesehenen Schuldenwachstum auf fast 120 Millionen Franken sagte Peter Hofer, Leiter der Finanzdirektion: «Ich bin überzeugt, dass dieser Betrag deutlich geringer ausfallen wird.» Fakt sei nämlich, dass von den für das laufende Jahr vorgesehenen neuen Schulden von 10,5 Millionen bis Ende Oktober noch kein Franken finanziert werden musste.

Mit 4 Millionen Franken wird die Finanzierung des Bushofs den grössten Teil der Investitionen 2019 beanspruchen. Hofer beurteilt die Situation auch darum nicht so dramatisch, weil Investitionen einen Gegenwert zur Folge hätten. Er denkt beispielsweise an die Sanierung der Markthalle und des Casino-Theaters.

Nach wie vor wirkt sich der tiefe Zinssatz positiv auf die Schuldenlast aus: Musste die Stadt im Jahr 2001 bei Schulden von etwa 70 Millionen Franken jährliche Zinsen von 3,3 Millionen Franken aufwenden, werden es 2019 bei mehr als 100 Millionen nur gerade 1,4 Millionen Franken sein. Erfreulich ist zudem, dass sich die Schuldzinsen nicht rasch erhöhen können, zumal die Stadt die Zinsen auf niedriger Höhe langfristig abgesichert hat.

Das Wichtigste im Finanzhaushalt sei, betonte Peter Hofer, dass dieser ausgeglichen sei und nicht mit neuen Schulden finanziert werden müsse. Die Kosten können mit Einnahmen gedeckt werden. Sein Fazit: «Weil wir keine Verluste generieren, ist der Finanzhaushalt der Stadt Burgdorf auf einer gesunden Basis.»

2 Prozent für Löhne

Freuen können sich auch die Angestellten der Stadt. Für Lohnmassnahmen hat der Gemeinderat im kommenden Jahr 2 Prozent eingeplant. Diese setzen sich zusammen aus 0,5 Prozent Erfahrungsaufstieg und, weil im allgemeinen Haushalt ein Gewinn resultiert, 1,5 Prozent Leistungsanteil. Die dickeren Lohntüten werden sich mit etwa 450'000 Franken zu Buche schlagen.

Noch einmal 360'000 Franken kommen zu den Personalkosten hinzu, weil die Arbeitgeberbeiträge für Pensionskasse und Versicherungen höher ausfallen werden. Gegenüber dem Budget 2018 resultiert in diesem Kostenbereich eine Zunahme von 650'000 Franken.

Am nächsten Montag wird das Stadtparlament das vorgelegte Budget diskutieren. (Berner Zeitung)

Erstellt: 29.10.2018, 21:31 Uhr

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