Rumhängen mit «Groombridge»

Die Band «Groombridge» aus Burgdorf tauft am Samstag ihre dritte Studio-CD im ISC Bern.

Das Cover der dritten CD «Panic: We are hanging here».<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Das Cover der dritten CD «Panic: We are hanging here».

(Bild: zvg)

Irgendwo im Südosten Englands liegt ein Kaff namens Groombridge. Wer dazu Wikipedia bemüht, findet: eine Beiz. Ein christliches Krankenhaus. Eine geschlossene Bahnlinie. Die Vorfahren eines gewissen Tim Waller, Mitgründer der Hausplünderer von East Grinstead Hash, die hier residiert haben. Rock’n’Roll? Ganz gehörige Fehlanzeige. Wären da nicht fünf junge Männer, 850 Kilometer von Groombridge entfernt. In Burgdorf. Kurzerhand stibitzten sie den Namen, nachdem Sänger Dyle einst just in Groombridge beschlossen hatte, die Band zu gründen. Ein weiser Entscheid. Damit beschert das Emmentaler Quintett nicht nur einem englischen Kaff eine Portion Glamour. Dyle und Co. sorgten auch mit zwei Alben, einer Wohnwagentour quer durch Europa und Auftritten in China für Aufsehen.

«Panic: We Are Hanging Here» nennen Groombridge ihre dritte Studio-CD, die sie am Samstag im ISC Bern aus der Taufe heben. Doch keine Panik: Im Gegensatz zu gewissen Hausplünderern mit Bezug zur namensgebenden Ortschaft haben die Burgdorfer keinerlei Übeltaten im Sinn. Sogar die Dame, die auf dem Plattencover, an den Füssen aufgeknüpft, kopfüber in einem Wald hängt, wirkt entspannt, ja beinahe verträumt. Was für den Sound nur bedingt gilt. Selbst die stilleren Passagen verströmen ein Gefühl der latenten Unruhe. Anleihen an die psychedelischen frühen Pink Floyd treffen auf grungige Elemente. Das ist mutige, unkonventionelle Rockmusik, die nicht auf Hitparaden schielt und sich einer simplen Kategorisierung konsequent entzieht.

«Panic: We Are Hanging Here»: Mit dieser Nachricht auf dem Display begrüsste der Bandcomputer eines Tages die fünf Burgdorfer und machte keine Anstalten, das Betriebssystem zu starten. So holte er die Band aus der Routine, liess sie neue Inspiration suchen – und ermöglichte ein facettenreiches, hypnotisches Album. Nun, vielleicht war die erwähnte Nachricht ja eine Message aus dem All. «Groombridge 1618» ist nämlich der Name eines Gestirns im Sternbild Grosser Bär, 16 Lichtjahre von der Erde entfernt. Das hat doch jede Menge Rock-’n’-Roll-«Star»-Qualität.

Thuner Tagblatt

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