Ösi-Bankräuber sorgen für Grossaufmarsch

Wegen Banküberfällen in Dürrenroth, Marly, Deitingen und Kestenholz sitzen ab Montag zwei Männer vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau in Burgdorf. Ihnen blühen Freiheitsstrafen von mindestens fünf Jahren.

Die Filiale der Bernerlandbank wurde im Frühling 2015 überfallen. Nächste Woche kommt der Fall vor Gericht.

Die Filiale der Bernerlandbank wurde im Frühling 2015 überfallen. Nächste Woche kommt der Fall vor Gericht. Bild: Olaf Nörrenberg

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Fünf Richterinnen und Richter, eine Gerichtsschreiberin, acht Straf- und Zivilklägerinnen und -kläger, mehrere Anwälte, Polizisten und Medienschaffende: Wenn vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau am nächsten Montag das Strafverfahren mit der Nummer PEN 17 197f beginnt, dürfte der Saal 1 im Haus 3 des Verwaltungszentrums in der Burgdorfer Neumatt beinahe voll sein.

Vor der Justiz zu verantworten haben sich dann zwei Männer, die im Mai 2015 die Filiale der Bernerlandbank in Dürrenroth überfielen. Ungefähr ein Jahr später raubten der 50- und der 59-jährige Österreicher weitere Banken im freiburgischen Marly sowie in Deitingen und Kestenholz im Kanton Solothurn aus.

Dabei erbeuteten sie laut den Untersuchungsbehörden mehrere Hunderttausend Franken. Dann wurden sie im Rahmen einer Grossfahndung im Kanton Luzern geschnappt.

Kein Unbekannter

In der Untersuchungshaft gestand der jüngere Räuber die Verbrechen. Er ist für die Justiz in seiner Heimat kein Unbekannter: Am 5. November 2015 berichtete die österreichische «Kronenzeitung», der Mann aus Graz habe mit seinem Zwillingsbruder «Kriminalgeschichte» geschrieben, als er zwischen 1998 und 2001 je sieben Raubzüge in Österreich und der Schweiz unternahm.

Laut den Untersuchungsbehörden erbeuteten die Beschuldigten mehrere Hunderttausend Franken.

Im Oktober 2001 sei das Duo verhaftet worden. Einer der Männer habe das Gefängnis 2013 verlassen dürfen. Über die wiedergewonnene Freiheit konnte er sich nicht lange freuen: Seit dem Coup in Kestenholz sitzt er erneut hinter Gittern. Von seinem Bruder fehlt jede Spur.

Christof Scheurer, der Informationsbeauftragte der Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern, bestätigte gegenüber dieser Zeitung, dass es sich bei einem der Männer, die demnächst in Burgdorf vor Gericht sitzen, «um einen der fraglichen Zwillingsbrüder» handle. Wer der andere Angeklagte ist, wird sich beim Prozessauftakt zeigen.

Eine Woche für den Prozess

Die Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau wirft den Beschuldigten mehrfachen und eventuell bandenmässigen Raub, strafbare Vorbereitungshandlungen, Drohung, Sachbeschädigung, Fälschung von Ausweisen sowie Widerhandlungen gegen das Ausländer-, das Waffen- und das Abfallgesetz vor.

Für den Prozess hat das Regionalgericht eine ganze Arbeitswoche reserviert. Laut Gerichtspräsidentin Nicole Fankhauser werden zunächst zwei Zeugen, eine Auskunftsperson und die Beschuldigten einvernommen. Anschliessend stehen die Plädoyers und die geheime Urteilsberatung auf dem Programm. Die Urteile sollen nach Angaben der Verfahrensleiterin am 13. April um 10 Uhr eröffnet werden.

Die Tatsache, dass das Gericht den Fall in der grösstmöglichen Besetzung verhandelt, lässt darauf schliessen, dass die Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafen von mindestens fünf Jahren fordern wird. (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.04.2018, 14:30 Uhr

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