Nur wenige Fernseher blieben schwarz

Langenthal

Die Umschaltung auf digitales Fernsehen hatte am Dienstag keine langen Schlangen im Quickline-Shop in Langenthal zur Folge. Die Verantwortlichen führen dies auf die minutiöse Vorbereitung zurück.

Ein hektischer Arbeitstag, aber dank guter Vorbereitung erträglich: Philipp Koschmann und Denise Christen gestern in der Quickline-Telefonzentrale.

Ein hektischer Arbeitstag, aber dank guter Vorbereitung erträglich: Philipp Koschmann und Denise Christen gestern in der Quickline-Telefonzentrale.

(Bild: Thomas Peter)

Bei Christian Zaugg in Wynau blieb am Dienstagmorgen der Fernseher schwarz. Deshalb stand er am Dienstag Nachmittag im Quickline-Shop an der Aarwangenstrasse in Langenthal – trotz fehlender bewegter Bilder zu Hause überhaupt nicht verärgert. «Ich wusste seit Tagen, dass die Umstellung bevorstand, doch plötzlich war der Tag da.»

Christian Zaugg war am Dienstageine Ausnahme, und zwar nicht wegen seiner guten Stimmung: Etwas hektischer als ein normaler Tag sei am Dienstag Dienstag schon gewesen, sagt Philipp Koschmann, der Leiter des Shops. Müssen die Mitarbeitenden im Shop gewöhnlich mit rund 50 Kunden pro Tag rechnen, so waren am Dienstag um 15 Uhr bereits rund 120 Kunden erreicht. Für diejenigen, die bereits am Morgen um 9.30 Uhr begonnen hatten, war der Tag deshalb schon vor dem normalen Ladenschluss zu Ende. Dann wurden sie von einer zweiten Schicht abgelöst. Denn der Laden ist diese Woche auch über Mittag geöffnet und schliesst erst um 20 Uhr.

«Damit hoffen wir, auch die Leute noch bedienen zu können, die ihren Fernseher erst am frühen Abend einschalten», sagt Matthias Grossenbacher, seit 1.März Geschäftsführer der Renet AG. Renet ist der Zusammenschluss von 13 Oberaargauer Kabelnetzbetreibern. Sie betreibt auch den Quickline-Shop.

Die längeren Ladenöffnungszeiten sind nicht die einzige Massnahme, mit der die Renet auf die Umstellung reagiert. Zusätzlich hat sie den Personalbestand in dieser Woche aufgestockt: Statt zweier Mitarbeiter stehen drei im Laden, und in der Telefonzentrale dahinter sind statt drei alle sechs Arbeitsplätze besetzt, und zwar bis um 20 Uhr. Im Normalbetrieb übergeben die Langenthaler um 17 Uhr an die Hotline des Programmanbieters Quickline in Biel.

Zudem, ergänzt Matthias Grossenbacher, habe die Renet ihre Kunden bereits seit Monaten auf die Umstellung vorbereitet. Die Informationskampagne begann vor rund einem Jahr, als die Reduktion der analogen Sender zum Anlass genommen wurde, das gestrige Datum bekannt zu geben. Zudem bot Renet ihren Kunden ein persönliches Beratungsgespräch zu Hause an. In diesem Zusammenhang führte sie zudem zusammen mit sechs Radio/TV-Fachhändlern im Oberaargau eine Aktion für 999 Franken durch, mit der für digitales Fernsehen nicht geeignete Geräte ersetzt werden konnten. In den letzten Wochen wies nun eine Laufschrift in den analogen Programmen auf den Tag der Umstellung hin. «Das war vermutlich die wirksamste Massnahme», vermutet Matthias Grossenbacher.

37 Jahre analog

Das analoge Fernsehzeitalter dauerte in Langenthal 37 Jahre: 1978 wurden in der Stadt die ersten Fernsehsignale über Kabel verbreitet. Und was schätzt eine, die am Dienstag den ganzen Tag über Kunden bei der Umstellung half, nach Feierabend am digitalen Fernsehen? Es sei vor allem das zeitversetzte Betrachten von Sendungen, das mit der Verte-Box möglich sei, sagt Kundenberaterin Denise Christen.

Heute Mittwoch erwartet Philipp Koschmann nochmals eine erhöhte Kundenfrequenz, weil doch viele Fernsehzuschauer ihr Gerät erst am Abend einschalten. Christian Zaugg aus Wynau braucht dies nicht mehr zu kümmern: Seit Dienstagnachmittag ist er für die digitale Fernsehzukunft gerüstet.

Berner Zeitung

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