Nur der Lastwagen war spannender als Kasimirs Abenteuer

Langnau

Das Munikalb Kasimir geht wieder auf Reisen, diesmal zu den Wisenten im Tierpark. Was sagen zwei Vertreter der Zielgruppe zum neuen Kinderbuch? Ein Besuch bei Emilia und Andrin Beutler.

Was Kasimir wohl alles erlebt? Andrin und Emilia schauen ganz genau, während Mami Annina Beutler erzählt.

Was Kasimir wohl alles erlebt? Andrin und Emilia schauen ganz genau, während Mami Annina Beutler erzählt.

(Bild: Thomas Peter)

Cornelia Leuenberger

Kasimir erlebt sein zweites Abenteuer. Nachdem er im vergangenen Jahr nach Burgdorf ans Schwingfest reiste, um dort dem Siegermuni zu begegnen, macht er sich nun auf, die Wisente im Zoo zu besuchen. Die Langnauer Adrian Gebhard und Carlo Schneider legen ihr zweites Kinderbuch rund um das braunweisse Kalb vor (siehe Kasten).

Wir haben das Buch zwei Kritikern vorgelegt, die besser als jeder Erwachsene darüber befinden können: Emilia und Andrin Beutler, sie bald fünf, er drei Jahre alt.

Emilia und Andrin haben es sich mit ihrem Mami Annina Beutler im Wohnzimmer gemütlich gemacht. Emilia hört aufmerksam zu, was die Erwachsene erzählt. «Schau, eine Maus», ruft ihr Bruder dazwischen. Er hat das kleine Bild auf der Textseite entdeckt und bald herausgefunden, dass die Maus auch auf der grossen Illustration gegenüber zu finden ist. «Weiterblättern, Mami», fordert er nach erfolgreicher Bildersuche.

Kasimir erfährt von Hofhündin Trix, dass im Tierpark Kühe leben, «gross wie Berge – und mit einem zotteligen braunen Fell». Kurzerhand beschliesst er, seine Verwandten zu besuchen. Die Reise in den Zoo absolviert er gut versteckt in einem Fuder Stroh, das – welch ein Zufall – von seinem Hof an den Tierpark geliefert wird. Am Ziel angekommen, trifft Kasimir die unterschiedlichsten Tiere. Andrin entdeckt ein Reh, das sich bei genauerem Hinsehen als Elch entpuppt. Seiner Freude tut das aber keinen Abbruch. Er sieht immer wieder Dinge, auf die er Mami und Schwester hinweist.

Emilia sitzt immer noch ruhig da. Die Geschichte fesselt sie, kein Zweifel. Sie lässt sich auch vom Anruf des BZ-Fotografen nicht stören. Der teilt mit, dass er sich verspäte, weil er einem Lastwagen folgen müsse, der nur im Schritttempo vorankomme. So langsam sei das Fahrzeug, «dass ich die Kamera einer Schnecke mitgeben könnte und sie wäre eher am Ziel als ich». Doch der Fotograf ist näher, als er denkt. Der Lastwagen ist auf dem Strässchen unterwegs, das an Emilias und Andrins Daheim vorbeiführt. Es wird gerade neu gemacht.

Kasimir hat unterdessen seine Verwandten gefunden.Es sind Wisente, europäische Büffel. Sie fühlen sich im Zoo nicht recht wohl, viel lieber würden sie in Freiheit leben. Kasimir weiss selbstverständlich Rat: Ruckzuck sind zwei Biber dazu angestiftet, das Holzgehege der Wisente durchzubeissen. Bei der wilden Flucht durch den Tierpark hat das Kalb Zeit, über die Ähnlichkeit des Wolfs zu Hofhund Trix zu staunen. Und es bemerkt, dass der Luchs aussieht wie Hofkater Caruso.

Draussen nähert sich das Brummen des Lastwagens.Dieser Konkurrenz ist das Buch nicht gewachsen – wenigstens in Andrins Fall. Flugs ist er weg und am Fenster, um zu sehen, was auf der Strasse vor sich geht. Emilia lässt sich auch davon nicht von Kasimir abbringen.

Eine Dreiviertelstunde dauert es, bis Annina Beutler ihren Kindern die Geschichte von Kasimir erzählt hat. Andrin ist für kurze Zeit dem Reiz des Lastwagens erlegen, Emilia hat die ganze Zeit ruhig zugehört. Besser kann die Kritik nicht ausfallen.

Berner Zeitung

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