Wynigen/Seeberg

Nun sind die Schulen vereint

Wynigen/Seeberg392 Schülerinnen und Schüler werden seit Anfang der Woche in neuen Strukturen unterrichtet. Grosse Veränderungen bekommen sie nicht zu spüren – die Organisation hinter den Kulissen allerdings ist nicht ohne.

Sie hissten die Flagge auf dem freien Feld: Schülerinnen und Schüler trugen die Fahnen und Holzfiguren nach Ansprachen und Zvieri zurück in die jeweiligen Schulhäuser.

Sie hissten die Flagge auf dem freien Feld: Schülerinnen und Schüler trugen die Fahnen und Holzfiguren nach Ansprachen und Zvieri zurück in die jeweiligen Schulhäuser. Bild: Olaf Nörrenberger

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In einem symbolischen Akt haben gestern Kinder, Eltern, Lehrpersonen und Bildungskommissionsmitglieder aus den Gemeinden Hermiswil, Seeberg, Wynigen und Rumendingen ihre neue gemeinsame Schule gefeiert: Sie trafen sich auf dem freien Feld ziemlich genau in der Mitte zwischen Wynigen und Seeberg.

Je Schulhaus erhielten die 392 Schülerinnen und Schüler – unter ihnen 80 Kindergartenkinder – eine Fahne mit dem neuen Logo der Schule Wynigen-Seeberg. Es vereint die fünf Farben der fünf Standorte in sich.

Grenze wirkt sich aus

Vier Gemeinden schliessen ihre beiden Schulen in fünf Schulhäusern zusammen: So ist die Schule Wynigen-Seeberg entstanden. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht, zumal Seeberg und Hermiswil im einen, Wynigen und Rumendingen im anderen Verwaltungskreis liegen. Aus der Fusion über die Verwaltungskreisgrenzen Oberaargau und Emmental hinweg ergeben sich einige Knacknüsse, wie Beat Jufer sagt.

Der Seeberger Gemeinderat und Vizepräsident der Bildungskommission nennt Beispiele wie die Musikschule, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde oder die Verkehrserziehung: Diesbezüglich sind die vier Gemeinden in entgegengesetzte Richtungen angegliedert. «Es verbleiben noch Schnittstellen», sagt Jufer. «Viele Fragen sind noch offen, auf die sich die Antworten nach und nach ergeben werden.»

Eine bewährte Partnerschaft

Viele andere sind indes geklärt, vorab die unmittelbar organisatorischen und strukturellen. Die neue Schule hat ihren Sitz in Wynigen und wird von da aus geführt; Seeberg, Hermiswil und Rumendingen sind über Verträge angeschlossen. Die rechtlichen Grundlagen sind im Organisations- respektive im Schulreglement und der Schulverordnung der Gemeinde Wynigen enthalten.

Dass Schulkinder aus den Anschlussgemeinden in Wynigen unterrichtet werden, ist alles andere als neu: Seit der Gründung der Sekundarschule in Wynigen anno 1835 gingen Sekundarschüler hier zur Schule. Seit 2007 gehen alle Oberstufenschüler der Gemeinden Seeberg und Hermiswil in Wynigen zur Schule.

Die Zeichen der Zeit – unter anderem rückläufige Schülerzahlen, die Anforderungen des Kantons und die darauf folgende Schliessung von Schulhäusern in Riedtwil (2007), Mistelberg (2007) und Rüedisbach (2010) – brachten die Gemeinden dazu, die bestehende Zusammenarbeit zu vertiefen.

«Die Konsequenzen aus dem Zusammenschluss sind im Moment noch gering», sagt Jufer. Er spricht vielmehr von einer «Investition in die Zukunft, wenn Schülerzahlen noch mehr schwanken und die Bandagen des Kantons noch enger werden».

Der Zusammenschluss der Schule Wynigen und der Schule Seeberg, welche die beiden «Satelliten» Rumendingen und Hermiswil mit sich brachten, werde denn auch für die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern im Alltag kaum spürbar, so Jufer. Die Ausnahme machen sieben Wyniger Kinder, die ab diesem Jahr den Kindergarten am Standort Grasswil besuchen, wo ohnehin eine zweite Klasse eröffnet werden musste.

Primarklasse bleibt vorerst

Von einer anderen Massnahme ist man bereits wieder abgerückt: davon, eine von vier Primarklassen in Grasswil auf das Schuljahr 15/16 zu schliessen und einige Primarschüler aus der Gemeinde Seeberg früher nach Wynigen zu schicken. «Das ist derzeit im Sinne stabiler Strukturen nicht nötig», sagt Jufer.

Einerseits seien die Schülerzahlen wieder angestiegen, andererseits sei ihnen das Schulinspektorat entgegengekommen. Auch habe sich der Wyniger Gemeinderat entschieden, die vorübergehenden Mehrkosten von 30000 Franken pro Jahr zu tragen.

Rund 2,85 Millionen Budget

Apropos Kosten: Pro externes Kind wird ein Infrastrukturbeitrag fällig. Die übrigen Kosten werden je nach Einwohner und Schülern verteilt. Gerechnet wird mit einem Gesamtbudget aller Gemeinden von rund 2,85 Millionen Franken.

Die Schulhäuser bleiben im Besitz der Gemeinden; die beiden Wyniger Schulhäuser (Kindergarten, Prim und Oberstufe), Kappelen (Kindergarten und Prim), Grasswil (Prim und neu Kindergarten) sowie Seeberg (Kindergarten) bleiben laut Jufer bis auf weiteres bestehen.

Um die Klassengrössen zu verbessern und Konstanz zu sichern, werden auf das nächste Schuljahr hin in der Primarschule Wynigen Mehrjahrgangsklassen eingeführt. An den Standorten Grasswil und Kappelen werden die Kinder heute schon in diesem Modus unterrichtet.

Die neue Internetseite ist online: www.schule-wynigen-seeberg.ch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.08.2014, 06:13 Uhr

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Organisation

Ein Dreiergremium leitet die Schule Wynigen-Seeberg
operativ:
Monika Niklaus, Gaby Liechti und Fritz Stalder. Das Schulsekretariat führt Ines Fankhauser. Die Strategie obliegt der Bildungskommission, in der die Gemeinden Wynigen mit vier, Seeberg mit drei sowie Hermiswil und Rumendingen mit je einem Sitz vertreten sind: Roland Kohler (Präsidium, Wynigen), Beat Jufer (Vize, Grasswil), Verena Brunner (Hermiswil), Martina Brühlmeier (Riedtwil), Hans Peter Friedli (Wynigen), Mirjam Jost (Wynigen), Irene Stalder (Rumendingen), Katrin Stalder (Rüedisbach), Monika Suter (Grasswil). pd

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