Lützelflüh

Mysteriöse Baustellen in der Schule Lützelflüh

LützelflühDer Abgang der letzten Schulleiterin hat womöglich ein Nachspiel. Im Mittelpunkt stehen Versäumnisse rund um den Medien- und Informatikunterricht.

Peter Bärtschi, Vizegemeinde- und Schulkommissionspräsident von Lützelflüh: «Die letzte Schulleiterin hat eine Baustelle hinterlassen».

Peter Bärtschi, Vizegemeinde- und Schulkommissionspräsident von Lützelflüh: «Die letzte Schulleiterin hat eine Baustelle hinterlassen».

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Peter Bärtschi, Vizegemeinde- und Schulkommissionspräsident von Lützelflüh, besitzt ein Baustellensignal. Es hängt in seinem Büro und repräsentiert nach eigenem Bekunden seine Gemütslage. In seinen Worten: «Es wurde von einigen überfahren, von anderen wieder aufgestellt, von einigen demoliert, von vielen ausgebeult, von jemandem hin­geworfen, von anderen aufgefrischt.»

Seit dem neuen Schuljahr hat die Gemeinde eine neue Schulleitung. Als geschäftsführende Schulleiterin amtet Rebekka Ammann aus Utzigen, stellvertretende geschäftsführende Schulleiterinnen sind Gabriella Huber aus Burgdorf und Therese Spreng aus Grünenmatt. Offenbar hat sich auch dieses neue Leitungsteam ein Baustellensignal angeschafft und es als Motivationsspritze an die Wand gehängt. Das sei aber ein Zufall, erklärt Peter Bärtschi.

Die Jahresziele

Vielleicht ist es aber auch nicht ganz so zufällig gewählt. Zumindest, wenn man Bärtschis Bericht im Gemeindeblatt «Lützelflüh aktuell» liest. Es könnte dabei durchaus der Gedanke aufkommen, dass das Signal tatsächlich auf eine Baustelle verweist.

So ganz klar ist auf den ersten Blick nicht, was Peter Bärtschi mit seinem Artikel aussagen will. Er schreibt, dass die Schulkommission mit der alten Schulleitung Jahresziele vereinbart habe, die jedoch nicht ganz alles zur Zufriedenheit der Schulkommission erfüllt habe.

Durchaus erfreut zeigt sich der Präsident über die erfolgreiche Einführung von Mehrjahrgangsklassen in der Primarschule und den Atelierunterricht für Neuntklässler. Weniger erfreut ist Bärtschi über die Entwicklungen bei den Informations-, Kommunikations- und ICT-Konzepten. Und hier wird es etwas undurchsichtig. Daran ändert auch ein Telefonanruf beim Schulkommissionspräsidenten nichts.

Im Frühjahr 2016 hatte die Schule 230 neue Computer für den Unterricht angeschafft. Sie folgte damit den Empfehlungen der Berner Erziehungsdirektion im Hinblick auf den Lehrplan 21. Darin ist festgehalten, dass jeder Schüler zumindest während gewisser Unterrichtszeiten ein eigenes Gerät zur Verfügung haben sollte.

Längst nicht jede Gemeinde kann das heute bieten. Lützelflüh schon. Es gilt in dieser Hinsicht also als vorbildlich. Der Kanton verlangt jedoch von der Schulkommission, dass diese mit einem Qualitätsmanagement schriftlich ausweist, dass die Vorgaben in Sachen ICT eingehalten werden.

Die Schulen sollen ein pädagogisches Konzept erarbeiten. Es beantwortet die Frage: Was muss, will und kann eine Schule im Bereich Informatik und Medien umsetzen? Und es bildet das Fundament für die Bildungsstrategie der Schule im Bereich Medien und Informatik.

Keine Ergebnisse geliefert

Nun fand die Schulkommission offenbar, dass die letzte Schulleitung dieses Ziel etwas aus den Augen verloren hatte, und versuchte entsprechend Gegensteuer zu geben. Wie genau, will Peter Bärtschi nicht sagen. Nur, dass die Schulleiterin, anstatt Ergebnisse zu liefern, sprich die Konzepte zu erarbeiten, die Möglichkeit ergriffen habe, eine neue Stelle anzutreten, und somit eben eine Baustelle hinterlassen habe.

Von solchen und anderen Versäumnissen spricht Bärtschi. Und davon, dass sie für alle Beteiligten auch rechtliche Konsequenzen haben könnten. Jedenfalls seien Verfahren bei der Erziehungsdirektion hängig, die die Arbeit der letzten Schulleitung sowie die der Schulkommission genauer unter die Lupe nehmen sollten. In seinem Bericht im Gemeindeblatt nennt es Bärtschi «andauernde Rechtshändel rund um den Wechsel in der Schulleitung». Mehr dürfe er dazu wegen des laufenden Verfahrens nicht sagen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.11.2017, 21:37 Uhr

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