Luders Weihnachtsbäume werden mit GPS aufgespürt

Kirchberg

Bei sommerlichen Temperaturen verkaufte der Luderhof in Bütikofen am Wochenende bereits Weihnachtsbäume. Bei warmer Witterung und ohne Schnee lässt sichs besser auswählen; eine neuartige GPS-Plakette stellt sicher, dass der Kunde später seinen Baum wieder findet.

Lorenz Luder (l.) mit GPS und Thomas Luder kennzeichnen einen Baum, damit dieser später dem richtigen Kunden zugeordnet werden kann.

Lorenz Luder (l.) mit GPS und Thomas Luder kennzeichnen einen Baum, damit dieser später dem richtigen Kunden zugeordnet werden kann.

(Bild: Marcel Bieri)

«Weihnachtsbaumverkauf» steht auf einer Hinweistafel am Rande der Strasse nach Bütikofen. Das irritiert erst einmal. Weit und breit ist kein Schnee zu sehen. Vielmehr klettern die Temperaturen an diesem sommerlichen Frühherbsttag auf 27 Grad Celsius. Dafür sind die rund 20'000 unterschiedlich grossen Tannenbäume, die auf einem grossen Feld nahe des Luderhofes in Bütikofen stehen, in ihrer ganzen grünen Nadelpracht zu sehen. Einige Exemplare tragen bereits eine blaue Namensbanderole mitsamt rotem Barcode-Chip.

«Naturerlebnis statt Weihnachtsstress» – mit diesem Slogan wirbt der Luderhof für eine Neuheit. Dabei versprechen die Verantwortlichen gleich dreifache Weihnachtsfreude: «Auswählen, abholen, feiern». Für jeden verkauften Baum gibt es eine Gratisbratwurst. Indes: Die herrschenden sommerlichen Temperaturen sind dem Weihnachtsbaumverkauf nicht unbedingt förderlich. Trotz Festwirtschaft und Märitstand mit Selbstgebranntem.

Immerhin, am Samstagnachmittag hat Landwirt Hanspeter Luder bereits 23 Bäume verkauft. Einer der Käufer ist der junge Stammkunde Patrick Haueter aus Willadingen. Bislang holte er seinen Baum jeweils kurz vor Weihnachten. Nicht selten sei dieser schneebedeckt gewesen, was das Auswahlverfahren erschwert habe, sagt er. Dank dem GPS-System sind ihm Vorfreude sowie der richtige Baum sicher. Denn manchmal hätten sich gleich mehrere Personen um den gleichen Baum gestritten, führt der junge diplomierte Landwirt Thomas Luder aus, der die Software ausgeklügelt hat.

Erfreuter Kunde

Nachdem der Kunde Haueter seine Personalien in den Computer getippt hat, geht es ab zwischen die Bäume, begleitet von einem jungen Mann mit dem GPS-Lesegerät. Die ausgewählte Nordmanntanne erhält einen Barcode-Chip und wird gemessen. Position und Daten werden eingelesen und lassen sich später, beim Abholtermin, dem Besitzer zuordnen. Zurück beim Luderhof wird bezahlt und das vorweihnächtliche Abholdatum vereinbart. Haueter strahlt und kommentiert: «Weniger Vorweihnachtsstress.»

Die winterlich witterungsbedingten Unannehmlichkeiten beim Auswahlverfahren, verbunden mit dem Vorweihnachtsstress, seien die Hauptgründe für das neue Angebot, sagt Luder. Zudem müssten durch das frühzeitige Auswahlverfahren durch die Kundschaft weniger Bäume unnötig geschlagen werden. Der Landwirt hofft, dieses Jahr bis zu 8000 Tannen über das neue System verkaufen zu können. Vorderhand wird er aber auch weiterhin seinen ganz normalen Hof-Weihnachtsbaumverkauf im Dezember abhalten und seine Grosskunden beliefern.

Der Weihnachtsbaumverkauf ist nebst der Muni-Mast und dem Wald das grösste wirtschaftliche Standbein im Luderschen Betrieb. Erstmals will auch der Möbelriese Ikea Luders Weihnachtsbäume verkaufen. Nicht nur vor Weihnachten, sondern bereits nächsten Monat. Dank dem neuen GPS- System können Kunden mit der Ikea-Family-Card bereits im Oktober auf vorweihnächtliche Tannenbaumsuche gehen – und das ganz ohne Schnee.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt

Loading Form...