Kostbarkeiten, die in einen Koffer passen

Trubschachen

Noch ist der Koffer leer – am 3.Mai jedoch werden Gaby Haldemann, Priska Hirschi und Miriam Röthlisberger kleine selbst gemachte Dinge daraus hervorzaubern. Die drei organisieren einen Koffermarkt.

Drei Frauen, ein Einfall: Priska Hirschi, Miriam Röthlisberger und Gaby Haldemann (von links) veranstalten im Mai den ersten Koffermarkt in Trubschachen. Der alte Koffer ist dann auch gleich der Marktstand.

Drei Frauen, ein Einfall: Priska Hirschi, Miriam Röthlisberger und Gaby Haldemann (von links) veranstalten im Mai den ersten Koffermarkt in Trubschachen. Der alte Koffer ist dann auch gleich der Marktstand.

(Bild: Thomas Peter)

Gaby Haldemann und Priska Hirschi aus Trubschachen sowie Miriam Röthlisberger aus Langnau haben dank ihrer Passion fürs Handarbeiten zusammengefunden: Sie sind «Kreativistas», wie es auf ihrer Website heisst. Und weil all ihre Schöpfungen nicht nur den eigenen Haushalt und Garten zieren sollen, bieten sie als Organisatorinnen und weitere Handwerkskünstlerinnen diese am Koffermarkt in der Mehrzweckhalle Trubschachen zum Verkauf an. Das heisst, nur so viele Dinge, wie in einen Koffer passen, so lauten die Regeln.

Vom Kofferraum zum Koffer

Nein, den Koffermarkt hätten sie nicht erfunden, wehren die Frauen ab. Sie würden nur den ersten dieser Art im Emmental veranstalten, sagen sie. Er komme ursprünglich aus Amerika. Da werde an Flohmärkten die Ware direkt aus dem Kofferraum des Autos zum Verkauf angeboten. Daraus habe sich der Koffermarkt entwickelt, der seit zwei Jahren landauf, landab im Trend sei. Im Gegensatz zum Trödlermarkt würden von Hand gefertigte, kleine Kostbarkeiten angeboten.

Die Teilnehmerliste sei mit 70 Leuten – darunter immerhin 4 Männer – fast doppelt so lang wie von den Veranstalterinnen erwartet. Unter anderem werden Kieselsteine, Silberschmuck, Etageren aus Porzellan, Keramik, Filz, Spielzeug, Skulpturen und viel Gestricktes, Gehäkeltes, Genähtes zu kaufen sein – es sind Geschenkartikel, Andenken an besondere Ereignisse oder Mitbringsel, aber auch Praktisches zum Arbeiten oder etwas zum Anziehen. Der Markt ist also eine Gelegenheit, um ein handgefertigtes Original zu bezahlbarem Preis zu erstehen.

Handarbeiten wieder in

«Die Ideen flattern mir im Kopf herum», sagt Gaby Haldemann. Sie fange sie ein und verarbeite sie «zu kleinen, feinen Dingen, die den Alltag verschönern». Priska Hirschi liebt es, «kreativ zu sein, schöne Sachen herzustellen und zu dekorieren». Sie fotografiert, näht, stöbert in Brockis nach alten Gegenständen, die sie in Bijous verwandelt. Miriam Röthlisberger, die Bloggerin, wiederum geniesst «die Momente, in denen etwas Schöpferisches, Schönes entsteht», und wünscht sich, ihre Eingebungen mit anderen zu teilen.

Alle drei leiten Handarbeitskurse, zwei betreiben kleine Geschäfte: Hirschi «Nachtwerk» und Röthlisberger «Lianas Welt». Ums Geldverdienen gehe es nicht beim Markt. Man schaffe Platz für Neues, finde Austausch und Inspiration. Handarbeiten sei wieder in, sind die Frauen überzeugt. Was für Grossmütter einst Pflicht war, mache heute wieder Spass: Stricken, Nähen, Backen.

In solchen Geschenken stecke Herzblut, sie seien etwas Besonderes. Gerade auf dem Lande würden Natur, Haus und Garten zum Werken einladen. Im Übrigen seien auch Männer und Kinder am ersten «Guferemärit» willkommen, es gebe eine Cafébar und eine Bastelecke.

Berner Zeitung

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